Clever Mietwagen buchen Billig im Urlaub Auto fahren

Autovermietung auf Mallorca Foto: dpa/Clara Margais

Verbraucherschützer raten, besser bereits in Deutschland zu buchen. Auch Carsharing-Varianten können sich lohnen.

Die Pfingstferien sind vorbei, der Sommerurlaub steht vor der Tür. Wohin soll die Reise gehen? Egal, ob diesmal Mallorca, Kreta oder die Türkei angesagt sind: Wer nicht die ganze Zeit am Strand liegen will, mietet sich für seine Ausflüge am besten ein Auto. Doch dabei tauchen viele Fragen auf. Wir beantworten die wichtigsten.

 

Wie teuer ist ein Mietwagen dieses Jahr?

Viele erinnern sich mit Grauen an den vergangenen Sommer: Erst war noch Pandemie, und als es dann wieder losging, schossen plötzlich die Preise in die Höhe, an manchen Zielen gab es viel zu wenig Mietwagen. Für dieses Jahr beruhigt Sunny-Cars-Geschäftsführer Thorsten Lehmann die Urlauber: Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken, allerdings sind sie noch höher als vor der Pandemie. Und vor allem: Es stehen wieder ausreichend Autos in den Zielgebieten zur Verfügung. Konkret kostet ein Mietwagen der Kompaktklasse (z. B. Opel Astra) in der ersten baden-württembergischen Sommerferienwoche (29. 7.–5. 8. 23) momentan ab und bis Flughafen Palma oder Antalya knapp unter 250 Euro, für ein Auto auf Kreta zahlt man im gleichen Zeitraum 50 bis 100 Euro mehr, melden die großen Mietwagenportale. Für das Rundum-sorglos-Paket inklusive Vollkasko ohne Selbstbeteiligung, Glas- und Reifenschutz, einem Zusatzfahrer und ohne Kaution zahlt man etwa 100 bis 120 Euro mehr pro Woche.

Wie kann man sparen?

Am meisten spart, wer so früh wie möglich bereits ab Deutschland bucht und sich vorher über ein Vergleichsportal wie www.billiger-mietwagen.de oder www.check24.de oder am besten bei beiden einen Marktüberblick verschafft. Ob die Mietwagen bis August noch billiger oder teurer werden, weiß jetzt natürlich noch niemand mit Bestimmtheit. Früh buchen lohnt sich aber auf jeden Fall, denn die Fahrzeuge können in der Regel bis 24 Stunden vor Abholung storniert werden. Wenn es also billiger wird, wechselt man einfach auf das günstigere Angebot. Auf keinen Fall sollte man erst vor Ort buchen, rät die Stiftung Warentest, denn dort wird es nicht nur ziemlich sicher teurer, sondern im Falle eines Unfalles gilt auch ausländisches Recht und man hat keinen deutschen Ansprechpartner.

Wo droht Nepp?

Die Mietwagenbranche ist ein Haifischbecken. Gerade erst hat die Regierung der Balearen Anzeige gegen Mietwagenfirmen wie OK Mobility und Goldcar erstattet, weil sie erst mit Niedrigstpreisen von weniger als zehn Euro pro Tag werben und sich dann mit schlecht erkennbaren Zusatzkosten die Taschen füllen. Die Stiftung Warentest empfiehlt deshalb, das Auto bei Übergabe unbedingt auf Kratzer oder Beulen zu kontrollieren und diese im Übergabeprotokoll festzuhalten. Sowohl bei der Übernahme als auch bei der Rückgabe ist es sinnvoll, Fotos von außen und innen zu machen. Bei der Übergabe lehnt man jegliche weitere Versicherung ab und besteht auf der Tankregelung „voll-voll“, das heißt, man bekommt ein vollgetanktes Auto und bringt es auch vollgetankt zurück. Sonst drohen exorbitante Tankpauschalen wie 150 Euro für einen Fiat 500.

Und was gilt es noch zu beachten?

Außer versteckten Nebenkosten können noch ein paar Besonderheiten den Urlaub zum Albtraum machen. Dazu gehören Mindest- und Höchstalter-Regelungen: Unter 27 und ab 70 Jahren verlangen einige Anbieter gern happige Aufschläge. Hinzu kommen Kautionen, die bisweilen bis 2500 Euro reichen und damit das Kreditkartenlimit schon ausschöpfen, bevor die Fahrt begonnen hat. Die Vergleichsportale zeigen solche Hürden aber gut an. Tipp: Vor der Buchung neben dem billigsten Angebot auch prüfen, was ein vergleichbares Angebot mit Vollkasko, ohne Selbstbeteiligung, mit Glas-, Unterboden- und Reifenschutz sowie einer Haftpflichtdeckung von mindestens einer Million Euro kostet. Der Preisunterschied ist oft sehr gering.

Bekommt man überhaupt noch was vor Ort, ohne Reservierung?

Natürlich kann man vor Ort noch etwas bekommen, aber das ist dann deutlich teurer. Ein Check bei der Europcar-Niederlassung in Paguera auf Mallorca hat ergeben, dass ein Tag Mietwagen dort derzeit schon 120 Euro kostet, obwohl noch nicht einmal Hochsaison ist. Die lokalen Anbieter wollen eben Geschäfte machen. Tipp: auch wenn man nur einen Tagesausflug machen will, unbedingt von Deutschland aus buchen.

Was ist, wenn man den Mietwagen gleich hier vor Ort mitnimmt?

Wer „nur“ an den Gardasee fahren will oder in den Bayerischen Wald, der überlegt sich vielleicht, gleich von zu Hause aus mit einem Mietwagen zu starten. Das funktioniert auch, bei Check24 zahlt man aktuell ab 270 Euro für eine Woche Mietwagen ab 29. Juli mit unbegrenzten Kilometern bei Übernahme und Rückgabe in Stuttgart.

Allerdings heißt es aufpassen: Reisen ins Ausland müssen immer extra angemeldet werden und kosten einen Aufpreis (um 30 Euro). Unproblematisch sind die gängigen Ferienländer wie Italien, Kroatien, Österreich, Schweiz oder Frankreich. Manche Vermieter untersagen dagegen immer noch Fahrten nach Polen, in die Tschechische Republik und nach Ungarn. Oder sie verlangen happige Aufpreise.

Und wenn ich meinen Urlaub als Carsharer plane?

Die gängigen Carsharing-Anbieter haben sich längst auf die Urlaubszeit eingestellt. Hier ein Preisbeispiel mit dem Anbieter Stadtmobil aus Stuttgart: Dort zahlt man im Tarif „Classic“ für eine Woche mit einem Kombi 160 Euro pro Woche, dazu kommen 22 Cent pro Kilometer. Bis zum Gardasee sind es etwa 550 Kilometer einfache Strecke, inklusive einiger Fahrten vor Ort ergeben sich also um die 1500 Kilometer. Das ergibt 330 Euro Kilometergeld plus 160 Euro Wochenpauschale, zusammen also 490 Euro.

Eine clevere Option bieten die modernen Carsharing-Modelle wie ShareNow, Miles und Sixt Share. Die haben nicht nur Autos in Stuttgart, sondern auch in zahlreichen anderen Städten wie Berlin und Paris, Rom, Amsterdam und Budapest. Mit seinem heimischen Account kann auch der Flug- oder Bahnreisende am Ferienort ein Auto übernehmen und ab 19 Cent pro Kilometer an die Via Appia oder zum Disneyland Paris kutschieren. Zusätzlicher Vorteil dieser Systeme: Man muss nicht im Voraus buchen, nicht einmal tanken und zahlt oft auch keine Parkgebühren.

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