Club-Opening in Stuttgart Der Sunny High Club will vieles anders machen

Heide Fischer vom Verein Sunny High mit Nachtmanager Nils Runge. Foto: Sunny High/Oliver Keitz/cf

Mit lautstarkem K-Pop, veganen Häppchen und einem gerührten Nachtmanager eröffnete am Samstagabend der Sunny High Club in der ehemaligen Schwabenbräu Passage in Bad Cannstatt. Dabei ging es ganz schön „aware“ zur Sache. So war das Opening.

Stadtkind: Tanja Simoncev (tan)

Der Sunny High Club ist anders. Er ist da, er hat offen, endlich. Am Samstagabend ließen es sich die Stuttgarter:innen nicht nehmen und pilgerten raus nach Bad Cannstatt zum neuen Place to be.

 

Schließlich lockte neben der außergewöhnlichen Räumlichkeit samt Terrasse mit Blick auf den Cannstatter Bahnhof auch das besondere Booking für den Opening-Abend – ein Mix aus K-Pop, Experimentellem und Dark Electro – in den ersten Stock der ehemaligen Schwabenbräu-Passage, jetzt Prisma.

Es geht um Awareness

Dort angekommen wurde einem schnell bewusst gemacht, dass hier auf Awareness gesetzt wird. Ein Team, das mit pinken Westen ausgestattet ist, soll dafür sorgen, dass der Club auch ein Safe Space ist. Ein Verhaltenskodex hängt am Eingang an der Wand, damit sich alle Gäste korrekt und angemessen verhalten.

Und auch wenn zur Eröffnung noch nicht alles erledigt ist, so habe man das Erstellen eines Awareness-Konzepts nie aus den Augen verloren, betont Heide Fischer, Initiatorin des Sunny High Vereins, der nicht nur den Club zum Leben erweckt hat, sondern gemeinnützig ist und sich für die Förderung der Gleichberechtigung aller Geschlechter genauso wie für Kunst und Kultur einsetzt.

Neben der Eröffnung des Clubs hat sich der Verein parallel auch in die Kampagne „We are aware“ eingebracht, die am Samstag ebenfalls an den Start gegangen ist, und den Wissensaustausch zu Awarenessarbeit von Clubs untereinander stärken soll. Es ist kein Siegel, keine Kennzeichnung, dass in den Einrichtungen alles richtig läuft, sondern soll ein Zusammenschluss von Einrichtungen sein, die mehr Zeit und Arbeit in Awarenessstrukturen stecken wollen.

Diverses Booking, ab sofort, regelmäßig

Und wie sieht es mit dem Booking aus? Was ist geplant? Man wolle auf jeden Fall aufstrebenden Künstler:innen eine Bühne bieten, das Booking divers gestalten und nicht-kommerziell sein.

Das ein oder andere Event hatte in den Räumlichkeiten des neuen Clubs bereits vor der Eröffnung stattgefunden, wie etwa die alternative Aftershow-Party zum Stuttgarter CSD. Doch trotzdem geht’s jetzt erst richtig los. „Wir werden unsere Tore ab sofort regelmäßig öffnen“, betonte Fischer bei ihrer Ansprache am Eröffnungsabend zwischen Sekt und veganen Häppchen aus der Common Sense Küche.

Das Programm wird bunt gemischt bleiben. „Die meisten Veranstaltungen, die bis jetzt geplant sind, sind mit externen Veranstalter:innen oder Kollektiven organisiert. Zum Beispiel haben wir am 23. September die Queerfem Aftershow-Party bei uns“, hatte uns Daniel Pranjic, der genauso wie alle anderen ehrenamtlich im Verein tätig ist, vor geraumer Zeit verraten.

Der Nachtmanager zieht den Hut

Ach und apropos ehrenamtlich. Nachtmanager Nils Runge konnte seine Begeisterung schwer in Worte fassen, hätte der Club seine Erwartungen bis jetzt bei Weitem übertroffen. „Ich bin begeistert, ja fast schon sprachlos mit wie viel Herzblut und ehrenamtlicher Arbeit hier etwas Neues auf die Beine gestellt wurde.“

Davor zog Runge sogar den Hut – und wer ihn kennt, weiß: Das macht er nicht oft. „Danke, dass es in nächster Zeit einen neuen Musik-Club gibt, in den wir uns tanzend bis zum Morgengrauen fallen lassen können.“

Sunny High Club, Bahnhofstr. 14-18, Stuttgart-Bad Cannstatt

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