Tim Tratz, Partyveranstalter aus Filderstadt, will Anfang Mai seine erste Tanznacht nach der Coronapause ausrichten – im Degerlocher Gazi-Stadion.

Als er jung war, rappte Tim Tratz in Jugendhäusern. Aber weil derlei Anfänge nicht in jedem Fall zu einem Popstar-Dasein wie bei Max Herre oder den Fantastischen Vier führen, verdient der mittlerweile 37-Jährige seinen Lebensunterhalt inzwischen als Einkäufer bei einem Automobilzulieferer. Seiner Leidenschaft, der Musik in ihrer Party-Manifestation, frönt er als Hobby und im Nebenerwerb.

Seit 2010 veranstaltet Tim Tratz unter dem Label „Filly’s Finest“ Partys. „Filly’s steht für Filderstadt“, schreibt der Filder-städter in einer E-Mail an unsere Zeitung und versieht den Satz mit einem Smiley. Die Partys seien ein „Riesenerfolg“ gewesen, sagt er am Telefon: Vom Magic in Bonlanden sind Tratz und seine DJs bald in den Club Hotspot nach Bernhausen umgezogen, parallel dazu veranstaltete er die sogenannte Beachparty beim Pfingstturnier des TSV Plattenhardt. „Da kamen 2000 Leute“, sagt Tratz. Aber dann kam Corona. Und aufgrund der entsprechenden Regularien staatlicherseits stand nicht nur die Live-Musik-, sondern auch die Party-Branche zwei Jahre lang still. „Das war total schwierig“, sagt Tim Tratz, denn ein „ganz anderes Leben“ habe er gezwungenermaßen im Lockdown gelebt. „Man geht ja nicht nur wegen des Alkohols weg“, so der Nachtexperte, „sondern auch, weil man Leute treffen will“. Zwar sei es „auch mal schön“ gewesen, „zu viert zu Hause zu essen“, erzählt Tim Tratz, aber „die Begegnungen“ und damit auch sein „Taschengeld“ seien „weggebrochen“.

Schwierige Partypause im Lockdown

Am Samstag, 7. Mai, wagt Tim Tratz seinen persönlichen Party-Neustart. An diesem Abend veranstaltet er die sogenannte „Vip-Lounge-Party“ im Prominenten-Bereich des Degerlocher Gazi-Stadions. Versprochen wird „Finest Club Mix“ für 45 Euro inklusive „exklusivem Abendessen“ ab 19.30 Uhr oder wahlweise dieselbe Musik für 15 Euro ohne vorherige Verpflegung ab 21 Uhr. Kredenzen sollen die Musik die sogenannten „Feierkartell-Deejays“.

18-Jährige müssen draußen bleiben

Und das ist neu: Denn Tim Tratz hat sich für seinen Party-Neustart mit Oliver Haaga zusammengetan, der seit 35 Jahren in Stuttgart Partys veranstaltet. Das Duo nennt sich Feierkartell und möchte laut Tratz ein „Treffen der Generationen“ ermöglichen. Denn Tratz‘ bisherige Zielgruppe umfasse die 18- bis 35-Jährigen, sein neuer Kompagnon Haaga habe sich auf ein Publikum im Alter zwischen 30 und 65 Jahren spezialisiert. Also hofft Tratz auf 400 bis 500 Besucher zwischen 21 und 65.

Die spezielle Arithmetik hat mit dem schwarzen Kreis auf dem Party-Flyer zu tun, wo in güldenen Lettern geschrieben steht: „Adults only 21+“. Die Altersgrenze „ist zwar bisschen diskriminierend für die 18-Jährigen, aber wir haben das so entschieden“, bekundet Tim Tratz. „Ich weiß, wie hinterher der Boden aussieht, wenn 18-Jährige da sind“, sagt er auch. Das vertrage sich jedenfalls nicht mit dem Ambiente im Gazi-Stadion, das er „edel“ nennt.

„Self Control“ und „Griechischer Wein“

Wer nicht an der Tür scheitert, den erwartet bei der Party in der Vip-Lounge der Stuttgarter Kickers, die Tratz zufolge eine Reihe begründen soll, „Mixed Music by Feierkartell“. Soll heißen: House und Musik aus den aktuellen Charts aber auch „coole Songs aus den Achtzigern und Neunzigern“. Darunter versteht der Partymacher Lieder wie „Self Control“ von Raf und „All that she wants“ von Ace of Base. Er selber singe bei privaten Festen gerne „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens , sagt Tim Tratz.

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