Clubs dürfen wieder öffnen, auch die zentrale Forderung der Clubbetreiber, der Wegfall der Maskenpflicht auf der Tanzfläche, ist erfüllt. Die Auflagen sind trotzdem streng – und teils etwas tückisch.

Digital Unit : Sascha Maier (sma)

Stuttgart - Die ab Mittwoch geltende überarbeitete Coronaverordnung in Baden-Württemberg gibt grünes Licht für Clubs: Sie dürfen wieder öffnen. Auch die von Clubbetreibern gerügte Maskenpflicht auf der Tanzfläche, die ihrer Argumentation nach Clubbetrieb unmöglich gemacht habe, fällt weg. Dennoch gibt es strenge Regeln – und einige Vorgaben befinden sich etwas in der Grauzone.

Prinzipiell gilt jetzt: Nur wer vollständig geimpft, geboostert oder genesen ist und zusätzlich einen negativen Coronatest vorlegen kann, kommt am Türsteher vorbei. In den Clubs muss zwar auch weiterhin Maske getragen werden, nicht aber auf der der Tanzfläche.

Getränkekonsum ebenfalls ohne Maske möglich

Wie ist das in der Praxis umzusetzen? Aus dem Staatsministerium heißt es: Die Maskenpflicht jenseits der Tanzfläche gilt, die Lockerung sei aber ausdrücklich Teil der stufenweisen Öffnungsstrategie. Das sei zwischen Clubbetreibern und Sozialministerium als Mittelweg abgesprochen worden.

Das Ministerium bestätigt dies. „Wir wollen die Perspektive betroffener Branchen einfließen lassen, wenn Regelungen verändert werden“, sagt ein Sprecher des Sozialministeriums. Die grundsätzliche Regel, in geschlossenen Räumen Maske zu tragen, gelte auch innerhalb von Einrichtungen, bei denen die Besucher „körperlicher Betätigung nachgehen, wie beispielsweise in Sportstätten und Diskotheken.“

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Auf dieser Grundlage von sogenannten Unzumutbarkeiten sei auch geregelt, dass im Club die Maske beim Konsum von Getränken – oder seltener Speisen – auch abseits der Tanzfläche vorübergehend abgesetzt werden könne. Beim Anstehen in der Schlange an der Bar oder beim Betreten und Verlassen der Einrichtung sei die Maske jedoch dauerhaft zu tragen.

Wo endet eine Tanzfläche?

Das Club Kollektiv Stuttgart, das sich für die Interessen des Nachtlebens einsetzt, ist prinzipiell zufrieden mit der neuen Regelung. „Wir sind ziemlich glücklich“, sagt Vorstandsmitglied Colyn Heinze. Zwar sieht er bei manchen Fragen durchaus noch Grauzonen – wo beginnt beispielsweise eine Tanzfläche und wo endet sie? Aber er zeigt sich zuversichtlich, dass die Clubbetreiber dafür in dem Übergangszeitraum Lösungen finden.

Nachtschwärmer müssen sich wahrscheinlich trotzdem noch etwas gedulden, bevor die Tanzflächen im Kessel wieder uneingeschränkt zur Verfügung stehen: Laut Heinze brauchen viele Clubs ein paar Wochen, bis sie den Betrieb wieder hochgefahren haben und tatsächlich öffnen.

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