CMT-Partnerland Angola Der Baum von Lady Di
Bei einer Reise durch Angola, dem Partnerland der CMT, kann man sich noch wie ein richtiger Entdecker fühlen und auf königlichen Spuren wandeln.
Bei einer Reise durch Angola, dem Partnerland der CMT, kann man sich noch wie ein richtiger Entdecker fühlen und auf königlichen Spuren wandeln.
Angola wird meist nur mit dem langen Bürgerkrieg in Verbindung gebracht, der von 1975 bis 2002 das Land verheerte. Tatsächlich gibt es in dem westafrikanischen Land einiges zu entdecken. Und man darf sich auch wie ein richtiger Entdecker fühlen, wenige waren vor einem hier als Reisende, welche Länder können das sonst noch bieten? Aber das wird nicht mehr lange so bleiben; Afrikafans, denen dieses Land noch auf ihrer Liste fehlt, können nun sogar visafrei einreisen.
Ein entspannter Auftakt für eine Reise durch Angola sind zwei Tage zum Eingewöhnen in Benguela, einer Stadt am Strand und mit zwei bemerkenswerten Kirchen. Die Igreja da Nossa Senhora do Populo, ein spätbarockes Schmuckstück, bot Sklaven Schutz vor der Verschiffung nach Brasilien und Kuba, denn dafür war die Westküste Angolas berüchtigt. Die zweite Kirche, der aufsehenerregende Betonbau Se Catedral de Nossa Senhora de Fatima, hat eine lange Baugeschichte, 1975 ruhte die Arbeit, erst 2006 wurde die Kirche fertig. Sie besteht nur aus einem lang gezogenen Dach, ähnlich einer Toblerone-Packung, im lichtdurchfluteten Innenraum singt gerade ein Kirchenchor.
Nun aber auf ins Hinterland. Die Straße führt vom Meer landeinwärts. In der Trockenzeit legt sich roter Staub auf alles, auf alle Pflanzen, die Blechdächer der Häuser, die langen Röcke der Frauen, die am Straßenrand fein aufgeschichtetes Obst verkaufen. Ein fröhlicher angolanischer Popsong preist den Stolz der Zungueiras, der wandernden Verkäuferinnen, auf ihre Arbeit. An einem dieser informellen Märkte zieht ein Lastwagen eine Staubfahne hinter sich her, hält an. Der Fahrer winkt aus dem Seitenfenster eine Frau herbei, sie verkauft ihm ein Brot.
Das Brot kaufen sie bei der nahen Bäckerei, erklärt Amelia Julieta Wapingana. Einige Frauen sitzen auf Plastikstühlen, manche stehen. Vor sich oder auf dem Kopf präsentieren sie ihre Waren. Obst, Brot, gekochte Bananen. Wapingana trägt einen roten Trainingsanzug, um den Kopf winzige, eng geflochtene Braids, sie zeigt mit den Fingern, dass ihr Sohn acht Jahre alt ist – in einer für Europäer unverständlichen Zeichensprache.
Dazu legt sie drei Finger der einen Hand, ohne Daumen und Zeigefinger, auf die geöffnete Handfläche der anderen Hand. Auf das Unverständnis reagieren die Frauen mit schallendem Gelächter. Ja, sagt sie, der Sohn geht in die Schule. Die Frauen beklagen sich, sie wollen eine ordentliche Markthalle. „Schauen Sie sich doch um, der Staub, der Verkehr, das ist doch kein Zustand.“
Souvenirs sucht man in Angola noch vergeblich. Doch was ist das? Am Straßenrand sind fein säuberlich Töpferwaren aufgereiht. Ein Junge und ein junger Mann stehen daneben, als das Auto hält, eilt ein weiterer Mann herbei, er heiße Francisco, und ob er zeigen darf, wie er töpfert? Er führt die Besucher in ein Haus, gebaut aus ungebrannten Ziegeln, darin trocknen einige Töpfe. Davor liegt ein kleiner Hügel, ein Haufen aus hellbrauner Erde, bröckeliger Ton, genauer gesagt.
Der junge Mann schnappt sich ein Krummholz und schlägt auf die Brocken ein, das bröselige Ergebnis kommt in einen aufgeschnittenen Plastikkanister und wird mit Wasser vermengt. Als er aufsteht, huscht die etwa 13-jährige Tochter herbei, nimmt das Krummholz und haut kraftvoll und laut lachend ebenfalls auf die Brocken ein.
Francisco formt eine Tonkugel, legt diese auf das, was seine Töpferscheibe darstellt: zwei Metallteller, die aufeinander liegen. Er knetet, baut auf und dreht mit der linken Hand immer weiter. Dabei erzählt er, er habe keine Arbeit gefunden. Da er als Kind vom Großvater das Töpfern gelernt hatte, mache er eben das – „und mit großer Freude!“, wie er betont. Er zeigt alles gerne und bereitwillig, den Töpferofen, die beiden Papaya-Bäume und das Feld mit Maniok.
Er ist gar nicht mehr zu bremsen, er gräbt eine Wurzel halb aus, nur um sie zu zeigen, dann verbuddelt er sie wieder. Er wirkt zufrieden in seinem Leben. Seine Frau und die seines Bruders arbeiteten gerade auf dem Feld, und ja, die Kinder gehen in die Schule, jetzt seien aber gerade Ferien. Hier wie überall sind keine Touristen zu sehen. Wenn nun aber Touristen tatsächlich nach Angola reisen sollten, wäre das eine gute Nachricht für Francisco und seine Familie, die dann wohl mehr von ihrer Töpferware verkaufen könnten. Wer es schafft, so einen Topf im Gepäck zu verstauen, hat ja dann doch ein Souvenir.
Auch in Huambo sind keine Weißen zu sehen, dabei kamen hierher berühmte Persönlichkeiten: 1997 besuchte Lady Diana die Stadt, das Foto von ihr in Schutzweste ging um die Welt. Das war gewünscht, sie machte damit aufmerksam auf die verheerenden Landminen in Angola aus dem Bürgerkrieg. Seither zerstörte der britische HALO-Trust über 123 000 Landminen, vor allem in der Umgebung von Huambo.
Der Ort wurde 1912 als „Nova Lisboa“ als Bahnhof gegründet. Die Benguela-Bahn durchquert Angola von den Bergen zur Küste, genauer gesagt: von den Bodenschätzen zu den Häfen. Im Bürgerkrieg wurde die Bahnverbindung zerstört, vor allem Huambo wurde umkämpft. Doch seit dem Ende des Krieges 2002 entstand Huambo neu als ein grünes, entspanntes Städtchen. Die Landstraße, auf der Lady Diana ging, liegt heute mitten in der Stadt und heißt Avenida de 28 Mayo. Hier gibt es eine Klinik, die von Lady Di besucht worden war.
Auf der Straße spaziert Miguel, roter Sweater, sportlicher Typ. Er sagt, er sei zu jung, „aber alle hier kennen die Geschichte von Lady Diana und natürlich später von dem Besuch von Harry“. Er erklärt den Weg zur Klinik – und zum Baum, ob man da schon gewesen sei? Den Baum, eine ausladende Akazie, soll Lady Diana gepflanzt haben, so will es die lokale Legende. 2019 besuchte ihr Sohn Prinz Harry diesen, auf einem Foto sitzt er sinnend auf einer Bank daneben. Diese Szene wurde auf einem großen Mural auf der Mauer neben diesem Baum verewigt. Die Orthopädische Klinik „Princesa Diana“ liegt am Stadtrand. Im Empfangsbereich zeigen Fotos mit Lady Diana den berühmten Spaziergang und ihre Besuche bei Minenopfern. Klinik-Direktor Sabino Colino Ramiro Adão sagt, Minenopfer kämen heute nur noch selten. „Und wenn, dann sind es Militärs und es handelt sich um Unfälle.“ Angola sei sicher geworden, auch für Touristen, man könne überall herumspazieren, ohne an Landminen überhaupt noch denken zu müssen.
Anreise
Lufthansa ( www.lufthansa.com ) fliegt fünfmal pro Woche
nonstop nach Luanda, Inlandsflüge bietet die TAAG ( https://flytaag.com/en/ ) an. Reisende nach Angola brauchen für 30 Tage kein Visum.
Unterkunft
In einem Businesspark, ruhig, modern: Hotel Mont’Luvili in Huambo, Doppelzimmer mit Frühstück ab 280 Euro, https://montluvilihotel.ao . Mitten im Ort und mit Pool: Hotel Ekuikui in Huambo, Doppelzimmer mit Frühstück rund 100 Euro, www.hoteisangola.com/en/alojamento/hotels/huambo/hotel-ekuikui.html .
Veranstalter
Diamir Erlebnisreisen bietet eine Reise nach Angola an, 15 Tage kosten 5600 Euro, www.diamir.de . Bei Geoplan gibt es eine 15-tägige Privatrundreise ab zwei Personen ab 8450 Euro pro Person im DZ, www.geoplan-reisen.de . Hauser-Exkursionen bietet eine Kombinationsreise der Länder Namibia und Angola an, hier kosten 21 Tage ab 6850 Euro pro Person, www.hauser-exkursionen.de . Wer nicht mit einer Gruppe reist, organisiert sich am besten einen Fahrer. Das geht etwa über Cosmos Viagens. Die Agentur stellt auch individuelle Rundreisen zusammen: https://cosmos-viagens.co.ao/en/home .
Was Sie tun und lassen sollten
Nachts unterwegs zu sein, ist nicht ratsam. Weder zu Fuß in den Orten, noch mit dem Auto über Land. Auch Einheimische vermeiden nächtliche Fahrten. Eine Gelbfieberimpfung ist zwingend erforderlich, weitere Impfungen und eine Malaria-Prophylaxe sind ratsam. Weitere Informationen findet man unter: https://tropeninstitut.de/ihr-reiseziel/angola
Allgemeine Informationen
Angola ist Partnerland der Urlaubsmesse CMT, die vom 17. bis zum 25. Januar 2026 auf der Messe Stuttgart stattfindet, www.messe-stuttgart.de ; www.angolatourism.com