Collegium Iuvenum In seinem 30. Jahr hat der Knabenchor vieles vor

Von Armin Friedl 

Im Jubiläumsjahr wagt die Stuttgarter Einrichtung erstmals den Sprung in ein südamerikanisches Land. Dort sind mehrere Auftritte geplant. Aber auch hierzulande sind sie stark gefragt.

Von rechts: Moritz Schlemmer (Mitarbeiter), Fördervereins-Vorsitzender Pfarrer Roland Martin, Chorleiter Michael Culo, Geschäftsführer Andreas Roßkopf, Musikpädagoge Hannes Michl, Assistentin Mareike Kottmann, Organisatorin Christina Bernbeck Foto: Lg/Piechowski
Von rechts: Moritz Schlemmer (Mitarbeiter), Fördervereins-Vorsitzender Pfarrer Roland Martin, Chorleiter Michael Culo, Geschäftsführer Andreas Roßkopf, Musikpädagoge Hannes Michl, Assistentin Mareike Kottmann, Organisatorin Christina Bernbeck Foto: Lg/Piechowski

Stutgart - Wer als Musiker oder Sänger nach Argentinien reist, um dort aufzutreten, sollte schon den einen oder anderen Tango im Repertoire haben. Das weiß auch der Knabenchor Collegium Iuvenum nur allzu gut, und deshalb verspricht deren Leiter Michael Culo auch: „Natürlich haben wir das eine oder andere Stück von Astor Piazolla eingeübt.“

Zu Pfingsten in Argentinien unterwegs

Denn derzeit ist freilich noch nicht alles bis ins Detail geregelt mit dieser Reise in das ferne südamerikanische Land, aber natürlich setzen alle alles dran, damit dies möglich wird, jetzt, in diesem Jahr, in dem das Collegium Iuvenum 30 Jahre alt wird. Der Zeitraum ist schon mal gebucht, der 7. bis zum 22. Juni in den Pfingstferien, einige Auftritte in der Hauptstadt Buenos Aires bei der Academia Bach, weitere Stationen in Iguacu, Posadas, San Juan und Mendoza stehen bereits fest, weitere werden folgen, bis endgültig alle Feinheiten bestätigt sind. Die Augen leuchten jedenfalls jetzt schon bei den Altvorderen, wissen sie doch, welch unvergessliche Erlebnisse fürs Leben mit solchen Reisen in den Jugendjahren verbunden sein können.

Ein paar Kilometer näher dran am Iuvenum-Hauptstandort Stuttgart in der Domsingschule in der Landhausstraße ist Michelbach an der Bilz bei Schwäbisch Hall, der seit vielen Jahren intensiv gepflegte Freizeitort der rund 200 Chorknaben, die dort in frischer Luft und freier Natur gerne in konzentrierter Form einen Großteil ihres Repertoires einüben. Und von dort kommen auch einige Besonderheiten für das hiesige Publikum zum Jubiläumsjahr. Eine davon ist Haydns „Schöpfung“, ein doch ziemlich umfangreiches Oratorium, das einige Jahre nicht im Repertoire der Jungs war. Der Musikpädagoge Hannes Michl hat dazu noch eine spezielle Fassung für Kinder entwickelt mit kleinen Rollenspielen. Beides erklingt am letzten März-Wochenende mit dem Württembergischen Kammerchor Reutlingen und Solisten in St. Markus.

Spezialisten aus dem Badischen

Und mit ganz neuen Klängen sind Kompositionsstudenten der Musikhochschule Freiburg beauftragt, die im November uraufgeführt werden sollen. Diese Handreichung nach Baden ist gut zum einen für die Nachbarschaftspflege, zum anderen residieren dort die Neue-Musik-Experten Ensemble Recherche, die als musikalischer Partner bereits gebucht sind. Die Verankerung an Stuttgart bleibt gewahrt: Dafür sorgen der Stammsitz und die vielen musikalischen Dienste in beiden Konfessionen, hinzu kommt das anhaltende Interesse des frisch-fusionierten SWR-Symphonieorchesters an jungen Stimmen vom Collegium auch unter dem neuen Chef Teodor Currentzis sowie von der Oper Stuttgart, etwa zur anstehenden Wiederaufnahme von „Medea“ auch mit solistischen Verpflichtungen.

Auftritt im Olgäle

Neu dabei ist die angehende Schulmusikerin und Dirigentin Mareike Kottmann als Chorleiter-Assistentin, deren herausragende Aufgabe die Gestaltung des Kinderkonzerts im Olgäle sein wird, in diesem Jahr am 20. Oktober. „Um jeden individuell optimal zu fördern, arbeite ich eng mit den Stimmbildnern und dem Chorleiter Michael Culo zusammen“, so Kottmann, „außerdem bin ich vor allem für die Nachwuchs-Chöre zuständig, die gerne auch in den Konzerten eingesetzt werden.“




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