Comeback des Stuttgarter Magiers Thorsten Strotmann „Man sollte sein Geld in Plexiglas statt in Gold investieren“

Von Uwe Bogen 

Am 12. Juni startet Thorsten Strotmann seine Magic Lounge im Römerkastell nach Corona-Regeln neu. „Man sollte sein Geld in Plexiglas statt in Gold investieren“, sagt der Zauberer im Interview und verrät, was bei ihm anders wird.

Magier Thorsten Strotmann lädt  vom 12. Juni an wieder Zuschauer in sein Theater im Römerkastell ein. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Magier Thorsten Strotmann lädt vom 12. Juni an wieder Zuschauer in sein Theater im Römerkastell ein. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - . Der Stuttgarter Magier Thorsten Strotmann will sein Publikum nach fast drei Monaten wieder ins Staunen versetzen. Wir sprachen mit ihm über seinen Neuanfang in seiner Magic Lounge im Römerkastell, über die positiven Seiten der Zwangspause und darüber, worauf sich seine Zuschauer nun einstellen müssen.

Ach, wär das schön, könnten Sie das Virus wegzaubern, Herr Strotmann. Aber im Leben ist nicht überall Magie. Helfen Illusionen und Zauberei trotzdem in schwierigen Zeiten?

Ich denke, dass Humor, Unterhaltung und ein gutes Kulturangebot in schwierigen Zeiten systemrelevant sind – für die gesamte menschliche Psychologie und den Seelenfrieden. Viele Menschen sind durch die Berichterstattungen und unklare Voraussetzungen verängstigt. Menschen übertreiben mental eher, als dass sie untertreiben, da momentan die Angst drin sitzt. Bei manchen wird das dauern, bis dies wieder raus ist. Wir müssen erst mal lernen mit dem Virus zu leben, bevor es vielleicht Impfstoffe oder Medikamente gibt. Auch wenn diese Ängste statistisch gesehen eher sehr gering sind.

Wie haben Sie die Zwangspause genutzt? Gibt es auch Positives davon zu berichten?

Wir haben die Zeit genutzt, um Ordnung zu schaffen. Prozesse zu hinterfragen und neu zu definieren. Ebenso haben wir unser Start-up mit einer eigenen Ticketing-Software . dem Magic Ticketing) – voran gebracht und gehen im Juni an den Start. Dadurch sparen wir erhebliche Kosten, was auch für andere Kultureinrichtungen sicher von enormer Bedeutung sein wird. Weiter haben wir neue Lieferanten im Bereich Licht und Ton, die alles noch professioneller umgesetzt haben. Glücklicherweise bin ich nicht nur Entertainer und Künstler, sondern auch Unternehmer. Wir haben die letzten zehn Jahre gut gewirtschaftet und sind erst mal sicher aufgestellt und können sogar diverse Investitionen tätigen.

„Die Buchungen gehen wieder deutlich nach oben“

Wie viel Plexiglas haben Sie in Ihrem Theater verbaut, damit sich die Zuschauer sicher fühlen? Ist der Preis für Plexiglas gestiegen oder ist Plexiglas gar ausverkauft?

Ich habe scherzhaft gesagt, man muss jetzt sein Geld jetzt nicht in Gold und Silber investieren, sondern in Plexiglas. Wir haben einen sehr guten und schnellen Lieferanten, der alles innerhalb von einer Woche liefern kann und haben Dutzende von Quadratmetern zuschneiden lassen, um alles sicher aufzustellen. Sogar so, dass die Sicht und das Empfinden auf unserer Tribüne nicht beeinflusst wird. Unsere Tribüne hat sich somit wieder mal von ihrer besten Seite gezeigt.

Haben Sie Sorge, dass viele Zuschauer vorsichtig oder ängstlich sind und lieber daheim bleiben?

Es wird mehrere Gruppen geben. Dadurch, dass unsere Zuschauer bei unseren Problemen kulant waren, werden wir auch kulant sein. Wenn Gäste in dieser Zeit gar nicht kommen wollen, weil sie zur Risikogruppe gehören, erhalten sie Gutscheine, die irgendwann eingelöst werden können. Sie verfallen bei uns nicht. Auch wenn wir das nicht tun müssten, da wir wieder spielen. Das sehen wir als sehr kundenfreundlich. Es gibt auch viele, die gerade jetzt kommen wollen und unser Angebot genießen möchten. Seitdem wir unsre Öffnung öffentlich gemacht haben, gehen die Buchungen wieder deutlich hoch.

„Das Thema Corona wollen wir vermeiden“

Ändern Sie Ihr Programm angesichts der Lage? Ist Corona ein Thema?

Wir haben alle Programme optimiert, werden das Thema Corona aber meist vermeiden. Davon haben wir täglich genug. Im Theater geht es darum, abzuschalten und Urlaub vom Alltag zu machen. Weiter entsteht gerade eine neue Show, die „Strotmanns Late Night Show“, ein 30-minütiges Format. Diese wird es neben dem Theater auch online, per Video-on-Demand und später auch Live als Stream geben. Die Vision hiervon ist ebenso ein eigenes TV-Format zu machen, was es in dieser Form bisher so noch nicht gab. In diesem Format erfinde ich mich neu. Es beinhaltet Kabarett, Comedy, Satire und ist mit super Magie und Zauberei gespickt. Zudem gibt es in jeder Show einen Gastkünstler und noch meinen Sidekick, Mr Stanton, einen narzisstischen Klugscheißer, der die Welt erklärt.

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