Zu Beginn fragt er herum, woher die Menschen aus dem Publikum kommen. Eine Zuschauerin sagt, sie sei zugezogen. Woher, will Knop wissen. „Aus Weil im Schönbuch“. Da lachen alle – auch Knop, wobei der betont: „Ich hab nix verstanden, aber ihr lacht alle. Muss wohl lustig gewesen sein.“ Er selbst komme aus Lippstadt in Nordrhein-Westfahlen. „Das ist genau wie Böblingen, nur komplett ohne Menschen“, sagt er.
Imitationen, Videos und Lieder
Seine Imitationen präsentiert er live auf der Bühne oder zeigt sie per Video. So etwa von Dieter Bohlen, der auf Mallorca sitzt und platte Witze reißt. Immer wieder zeigt Knop sich auf den Videos auch gemeinsam mit den parodierten Menschen: Mit Olaf, dem Flipper, sitzt er auf einem Sofa und parodiert ihn dabei gnadenlos mit Lockenperücke und rotem Glitzerjackett. Zwischendrin singt er Lied-Parodien wie „Ob ich noch einen Wein vertrag’?“ auf Roland Kaisers „Warum hast du nicht nein gesagt?“
Immer wieder geht er aufs Publikum ein. Ein Zuschauer arbeitet bei der Deutschen Bahn – die Gags schreiben sich quasi von selbst: „Er klatscht immer ein bisschen langsamer als der Rest!“ Auch nach den Lieblingsfußballvereinen fragt er das Publikum. Nachdem er mit der ersten Antwort („VfL Sindelfingen!“) offenbar nicht viel anfangen kann, fragt er explizit nach Fans des FC Bayern. Ein Zuschauer meldet sich. „Sitzt du immer in der Arroganz-Arena im VIP-Bereich und schlürfst Prosecco?“
Die Lieblingstrainer des Zuschauers macht er treffend nach. Doch bei Tuchel, Guardiola und Magath macht er nicht Halt. „Wussten Sie, dass Jürgen Klinsmann vor seiner Fußballkarriere den Willy bei Biene Maya synchronisiert hat?“, fragt er. Natürlich bekommen auch Jürgen Klopp und „Loddar Maddäus“ ihr Fett weg. Knop nennt Letzteren wegen seiner vielen Ehen den „Herrn der Ringe“. Er habe eine 3G-Regel: „Gesicht, Gewicht und Garragder“.
Und er kritisiert auch aktuelle Debatten: Kürzlich habe jemand bei einer Show „Gästinnen“ vorgestellt. Das findet er befremdlich. Er gendere eher mit „Gast und Gastritis“. Auch von Cowboys und Indianern dürfe man nicht mehr sprechen. „Heute muss man singen: Komm hol’ das Lasso raus, wir spielen Diplomagrarökonom und Ureinwohner von Nordamerika.“ Aus „Karlsson vom Dach“ würde bald „Karlsson vom Solardach“. Man müsse die Dinge mit Humor nehmen, findet er. Auch an jungen Leuten hat er etwas auszusetzen: „Denen musst du heute erklären, dass ein BH nicht aufgeht, wenn man nach rechts wischt!“
Fragen aus dem Publikum beantwortet er auch, teilweise im Namen seiner Charaktere. Etwa an Jogi Löw: „Wonach riechen deine Finger?“ Der Bayern-Fan im Publikum möchte wissen, wie ihm das Essen im Seegärtle geschmeckt hat – offenbar hatte er ihn dort vor dem Auftritt gesehen. Ein anderer fragt, wo er seinen Geburtstag im November verbringe. „Na, in Böblingen!“
„Es gibt kein besseres Lob, als wenn die Parodien den betroffenen Leuten auch gefallen“
Das Publikum – nach unter 30-Jährigen sucht man vergeblich – lacht schallend und klatscht bei den vielen Lied-Parodien mit. Nach der Show sagt Matze Knop, die Stimmung in Böblingen sei super gewesen, ihm habe es gut gefallen. Ob er die Leute persönlich kennt, die er parodiert? „Die meisten schon, nur Dieter Bohlen noch nicht“, sagt er. Früher sei er nervös gewesen, wenn er sie zum ersten Mal getroffen habe. Das sei inzwischen nicht mehr so. „Es gibt kein besseres Lob, als wenn die Parodien den Leuten auch gefallen“, sagt er. Man müsse allerdings die Grenzen kennen.