In seinem Podcast „Talk ohne Gast“ unterhält sich Till Reiners um seinen Auftritt in der Porsche-Arena herum mit Co-Host Moritz Neumeier über Stuttgart. Dabei üben die beiden Comedians sogar etwas Gesellschaftskritik.

Digital Desk: Philip Kearney (kea)

Till Reiners war vergangene Woche in Stuttgart zu Besuch. Der Comedian trat dort am Montag, 24. März, zum Start seiner Arenatour „Mein Italien“ in der Porsche-Arena auf. Acht Stunden vor seinem Auftritt vor mehr als 4000 Gästen nahm Reiners mit Comedian Moritz Neumeier eine neue Folge des gemeinsamen Podcasts „Talk ohne Gast“ auf, bei dem es zu Beginn um den Ort von Reiners ersten Auftritts ging – über den beide einiges zu sagen hatten.

 

Neumeier leitete das Gespräch mit den Worten „Du bist in Stuttgart, furchtbare Stadt, tolle Menschen“ ein, woraufhin Reiners süffisant antwortete: „Es kommt darauf an, wie reich man ist.“ Wenn man im Tal wohne, dann habe es einen nicht so gut getroffen, wenn man reich sei, wohne man am Hang und schaue auf die Menschen hinab, die nicht so viel Geld und Glück hätten im Leben. „Stuttgart ist Deutschland im Quadrat“, resümiert Reiners.

Kündigen bei Mercedes?

Neumeier will von Glück nichts wissen. „Glück ist Quatsch, die haben sich alle hochgearbeitet“, sagt er sarkastisch, was Reiners dazu veranlasst, auf die hohe Arbeitsmoral, denen den Menschen in der Region nachsagt wird, hinzuweisen. „Es gibt hier eine große Arbeitsethik.“ Neumeier weist jedoch darauf hin, dass nicht alle ihr Geld harter Arbeit zu verdanken haben. „Wenn man erbt, dann erbt man nicht, dann hat die eigene Familie sich das aus dem Nichts aufgebaut“, witzelt er.

Natürlich kommen die beiden Comedians beim Thema Stuttgart auch nicht um den größten Arbeitgeber der Stadt, Mercedes, herum. Reiners erzählt von einem Freund eines Bekannten, der angeblich bei Mercedes gearbeitet hatte und kündigen wollte – und damit das Unternehmen offenbar kalt erwischte. „Die Zuständige bei Mercedes meinte zu ihm, ich weiß gar nicht, wie eine Kündigung abläuft, weil man bei Mercedes nicht kündigt.“ Das sei nicht vorgesehen. Besser würden die Arbeitsbedingungen schließlich nicht werden.

Reiners leitet aus der Geschichte ab, dass Stuttgart die schönen Seiten des Kapitalismus zeige, und fügt gesellschaftskritisch hinzu: „Kapitalismus ist ja nicht für alle schlecht, sondern nur für die Mehrheit.“ Vom Rand des Kessels aus, könne man die Schönheit des Kapitalismus am besten erkennen.