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InterviewComedy im Theaterhaus Rolf Miller: Diktat der Textfetzen

Von Franz Krauder 

Er gilt als der konsequenteste Minimalist auf deutschen Kabarettbühnen: Rolf Miller kommt am 16. November ins Theaterhaus Stuttgart – mit seinem neuen Programm, mit seinen Halbsätzen.

Rolf Miller gastiert im Theaterhaus  Foto: Sandra Schuck
Rolf Miller gastiert im Theaterhaus Foto: Sandra Schuck

Herr Miller, der Untertitel Ihres neuen Programms lautet „Se return of se normal one“ – sind Sie Klopp-Fan?

Treffender als mit Jürgen Klopps „I am the normal one“ kann man meine Figur nicht beschreiben. Unfreiwillig komische Fußballersprüche passen ja generell gut zu ihr, Zitate wie „Ich nehme mich selbst nicht so wichtig, wie ich bin“ waren Teil der Zugabe.

Wie schreibt man eigentlich so ein Halbsatzprogramm?

Ich sitze nie vor einem weißen Blatt Papier, sondern sammle über das ganze Jahr Textfetzen, die ich dann zu einer Geschichte zusammenfüge. Dem Diktat dieser Fetzen ordne ich mich unter, sie geben die Geschichte vor.

Sie nehmen auch gerne kurze Videokommentare zum Tagesgeschehen auf.

So ein Clip entsteht, wenn etwas Tagesaktuelles passiert, zu dem die gesammelten Textfetzen passen. Wenn mir allerdings keine satirische Idee zu einer noch so brisanten Geschichte einfällt, mache ich lieber nichts dazu. Der Gag ist wichtiger als der Inhalt.

Wie ergeht es Ihnen, wenn Sie im Alltag auf solche Menschen treffen, wie Sie sie persiflieren?

Wenn ich solchen Leuten begegne, habe ich eher Mitgefühl, Verständnis. Ich weiß, wo sie herkommen, und dass sie sich nicht anders ausdrücken können. Ich bin ja provinziell aufgewachsen, Fußballverein, Arbeitermilieu und so. Besonders ist es für mich eher, mit dem Bildungsbürgertum zu sprechen, mit Akademikern, obwohl ich heute selbst einer bin. Ich persifliere auf der Bühne zwar das einfache Leben, es gehört aber zu meinem Leben dazu.

Wie lange dauert es, bis Sie nach Auftritten wieder normal sprechen?

Mit zunehmendem Alter fällt es mir leichter zu wechseln. Ich arbeite konzentrierter als früher. Ich nehme die Sache ernster, weil mir immer klarer wird, was für ein Glück es ist, diese Figur spielen zu dürfen. Und dass mein Publikum kommt und mir treu geblieben ist. Deshalb hänge ich mich auch rein, weil die Gäste Qualität verdienen. Es muss gute Satire sein, gerade in einer Zeit, in der im Fernsehen viel zu viel Comedy und Satire gesendet wird. Man sollte lieber weniger, es dafür aber gut machen. Auch um den Berufsstand zu schützen.

Rolf Miller: 16. November, 20 Uhr, Theaterhaus, Tickets 07 11 / 4 02 07 20