Endlich! Am 12. Mai war es soweit - die Schwabenbräu-Passage öffnete ihre roten Pforten und lud neugierige Stuttgarter:innen ein, einen Blick hinter die Kulissen des Prisma-Kollektivs (mittlerweile Fläche e.V.) zu werfen. Nach einigen Worten der Begrüßung, des Dankes und des auf-die-Stuttgarter-Raumnot-Aufmerksam-machens, durften die Gäste die Wendeltreppe der Passage erklimmen und sich in den Räumlichkeiten umsehen.
Neben dem Sunny High Club, der Palermo Galerie und der Ateliergemeinschaft hat auch das Foodsharing Projekt Commons Kitchen in der Bahnhofstraße ein neues Zuhause gefunden. Bei Commons Kitchen wird ausschließlich mit geretteten Lebensmitteln gekocht, die vorher von Ehrenamtlichen bei Groß- und Einzelhändler:innen in Stuttgart abgeholt werden. Nach unserem letzten Besuch >>> hat sich in der Küche so einiges getan: Die Theke steht und ist bedeckt mit selbst gebackenen Köstlichkeiten. Eine kleine Bühne mit Sofa und Sessel wurde gezimmert, um wohlverdiente Pausen während des Kochens zu ermöglichen. Auch die Terrasse wurde ordentlich auf Vordermann gebracht: Sogar ein Rosenbogen, an dem irgendwann Weinblätter entlang wachsen sollen, ziert die Dachterrasse. Hier kann man es sich künftig gemeinsam schmecken lassen - mit Blick auf den Cannstatter Bahnhof und im Frühling und Herbst sogar auf das Riesenrad - mehr Kesselfeeling geht nicht.
Was jetzt noch ansteht
So richtig losgehen, kann es allerdings noch nicht: Für die finale Bauabnahme der Küche muss noch die Lüftung fertiggestellt werden. Diese erwartet die Commons Kitchen-Crew sehnlichst, um das gemeinsame Kochen auch öffentlich anbieten zu können. „Ich fänds wirklich schön, wenn es in den nächsten zwei Wochen klappt“, hofft Matthias Murjahn, Initiator des Projekts. Das Gute daran: Im Sommer wird es wohl eine weitere Eröffnungsfeier in der Schwabenbräu-Passage geben, um die Küche mitsamt Lüftung so richtig einzuweihen. Bis dahin kocht das Team erst einmal noch im kleinen Kreis, beliefert die Commons Buden in der Stadt und bereitet weiterhin Essen in Gläsern zu.
Von Foodsharing-Mitmach-Küche bis hin zur Bikekitchen
Sobald die Lüftung installiert ist, soll hier eine Foodsharing-Mitmach-Küche entstehen, in der wöchentlich gemeinsam gekocht wird. Am „schwarzen Brett“ der Küche hängen bereits geplante Events, wie das gemeinsame Kochen mit der Straßen-Universität sowie die kulinarische Unterstützung bei Critical Mass. Ein Format, das bereits jeden Montag zwischen 18 und 20 Uhr in der Küche stattfindet, ist die Bikekitchen. In der offenen Werkstatt kann man sein Fahrrad vorbeibringen, um mit- und voneinander zu lernen, wie man es repariert - etwa Gänge richtig einstellt oder einen alten Schlauch flickt. Finanziert wird die Bikekitchen durch Spenden.
Bei Commons Kitchen mitmachen
Sarah Bies ist Mitglied bei Commons Kitchen und freut sich, die nächsten Wochen besonders auf das Zusammenwachsen der Initiativen im Haus. "Zum Beispiel darauf, gemeinsam mit Geflüchteten zu kochen", erzählt Sarah. Warum sie bei der Commons Kitchen mitmacht? „Weil ich einen Raum, eine Küche für alle bieten möchte und gutes Essen, ohne, dass Menschen auf den Geldbeutel achten müssen“. Sarahs kleine Tochter begleitet sie ab und zu in den ersten Stock der Schwabenbräu-Passage. Bei Commons Kitchen sollen künftig auch Kochevents mit und für Familien veranstaltet werden.
Du bist neugierig geworden und möchtest für den guten Zweck kulinarisch kreativ werden? Dann schau beim Commons Kitchen Plenum vorbei, das jeden Dienstag um 18.30 Uhr stattfindet.
Commons Kitchen, Schwabenbräu-Passage, Bahnhofstr. 14-18, Stuttgart-Bad Cannstatt