Containerbahnhof Kornwestheim Gemeinderat beschließt neues Gewerbegebiet

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Die Kommunalpolitiker in Kornwestheim haben beschlossen, dass im Bereich des Containerbahnhofes eine neue Lagerhalle, eine Tankstelle und ein Parkplatz gebaut werden dürfen. Die Stammheimer Nachbarn sind darüber nicht glücklich.

Auf diesem Gelände  am Umschlagbahnhof will Aurelis  ihr Vorhaben   errichten. Links sieht man die Stammheimer Wohnhäusr,  im Hintergrund die Gebäude der  JVA. Foto: Chris Lederer
Auf diesem Gelände am Umschlagbahnhof will Aurelis ihr Vorhaben errichten. Links sieht man die Stammheimer Wohnhäusr, im Hintergrund die Gebäude der JVA. Foto: Chris Lederer

Stammheim - In der Sitzung am 11. Dezember haben die Kornwestheimer Kommunalpolitiker den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „Im Bereich Containerbahnhof Süd“ gefasst. Damit sind die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, dass auf dem rund 35 000 Quadratmeter großen Areal zwischen Bundesstraße B27 A und der sogenannten Porsche-Halle eine Tankstelle, eine Lagerhalle mit Betriebshof sowie ein Parkplatz für Lastwagen gebaut werden können. „Das Bebauungsplanverfahren ist von unserer Seite abgeschlossen“, sagt Kornwestheims Baubürgermeister Daniel Güthler. „Nun wird der Beschluss ans Regierungspräsidium Stuttgart zur Genehmigung weitergereicht.“ Bürgermeister Güth­ler rechnet mit einem positiven Ergebnis in den kommenden drei Monaten. Danach könnten die Bauarbeiten auf den ehemaligen Bahnflächen beginnen.

Grundstückseigentümer ist die Firma Aurelis Real Estate mit Sitz in Eschborn. Sandor Dörnbach, Projektmanager von Aurelis, hatte das Vorhaben im Sommer dem Stammheimer Bezirksbeirat präsentiert, verbunden mit einem schalltechnischen Gutachten. Geplant ist ein „Logistikstandort mit gewerblicher Nutzung“, sprich eine große Lagerhalle für Speditionsbetriebe, eine Tankstelle und einem Parkplatz für maximal zwölf Lastwagen. Die Planer gehen davon aus, dass zusätzlich mit 150 Lastwagen (300 Zu- und Abfahren) und 200 Autos pro Tag zu rechnen ist. Besser gesagt: Tag und Nacht. Denn vorgesehen ist laut Dörnbach ein 24-Stunden-Betrieb.

Vorgesehen ist ein 24-Stunden-Betrieb

Die Lagerhalle soll so gebaut werden, dass das Gebäude als Schallschutz gegenüber dem benachbarten Wohngebiet „Sieben Morgen“ in Stammheim dient. Die Zufahrt zur Halle erfolgt über die Straße Am Containerbahnhof und – aus Stammheimer Sicht – hinter die Halle. Der Nachbarschutz bleibe gewahrt, ist auch der Bürgermeister überzeugt: „Das Gebäude stellt einen Puffer gegenüber der Wohnbebauung dar“, sagt Güthler. Die Richtwerte hinsichtlich des Lärmschutzes würden eingehalten. Von Betrieben, die sich künftig dort ansiedeln wollten, würden Lärmgutachten eingefordert: „Wir haben die Schutzbedürfnisse der Stammheimer erkannt und machen keinen Unterschied, ob es um Stuttgarter oder Kornwestheimer Bürger geht“, sagt Güthler.

Der geplante Standort des Lastwagen-Parkplatzes hatte beim Bezirksbeirat Stammheim heftige Kritik hervorgerufen. Die Lokalpolitiker halten ihn für ungeeignet und hatten einstimmig gefordert, ihn zu verlegen. Diesem Wunsch jedoch haben die Kornwestheimer nicht entsprochen. „Wir haben zu dem jetzigen Standort keine Alternativ-Fläche“, sagt Güthler. Allerdings habe die Stadt Kornwestheim Aurelis zur Auflage gemacht, dass am südlichen Ende des Parkplatzes eine rund 30 Meter lange Lärmschutzwand aufgestellt werden müsse. Die Kosten hierfür trage Aurelis.

Der geplante Lastwagen-Parkplatz und die Straße dorthin seien auch weiterhin als öffentliche Verkehrsflächen ausgewiesen. „Zufahrt und Parkplatz sind öffentlich gewidmet, damit jeder dort einen Parkplatz finden kann“, sagt der Kornwestheimer Baubürgermeister. So werde vermieden, dass Lastwagenfahrer bei ihrer Suche nach einem Parkplatz durch Stammheim kurven müssten.

Zweifel am Nutzen der Lärmschutzwand

Die Betriebszeiten im Gewerbegebiet würden nicht festgesetzt. „Wir prüfen diese im Rahmen der jeweiligen Baugenehmigung und gleichen sie mit den Lärmschutzregelungen ab.“ Es würden nur dann Genehmigungen erteilt, wenn der Lärmschutz in Stammheim gewahrt bliebe. „Die Lärmwerte müssen in jedem Fall zwingend eingehalten werden“, sagt Güthler.

Stammheims Bezirksvorsteherin Susanne Korge ist nicht glücklich darüber, dass das Vorhaben so genehmigt wurde. Immerhin habe auch der Stuttgarter Baubürgermeister Matthias Hahn im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens eine Stellungnahme abgegeben und auf kritische Punkte hingewiesen – ohne Erfolg. „Ich gehe davon aus, dass die Lärmschutzwand nicht viel bringen wird. Das Ergebnis insgesamt ist für Stammheim definitiv negativ“, sagt sie. Der Stadtbezirk sei bereits durch Lärm belastet, das werde künftig noch zunehmen. „Die Nutzung der Fläche ist aus Kornwestheimer Sicht nachvollziehbar und legitim, aber im Sinne eines guten nachbarschaftlichen Verhältnisses hätte ich mir eine andere Lösung und eine bessere Rückmeldung über den Planungsstand gewünscht.“ Korge rechnet mit Reaktionen: „Bei mir haben sich schon Bürger gemeldet, die das Ergebnis keinesfalls so akzeptieren wollen.“

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