Cornelie Jäger schreibt ein Buch Beauftragte für Tierschutz steigt ein Jahr aus

Von Saskia Scherer 

Nach fünf Jahren als Landesbeauftragte für Tierschutz nimmt sich Cornelie Jäger eine Auszeit – um ein Buch zu schreiben. Voraussichtlich nach einem Jahr will sie zurückkehren.

Cornelie Jäger will nach fünf Jahren neue Argumente kennenlernen. Foto: dpa
Cornelie Jäger will nach fünf Jahren neue Argumente kennenlernen. Foto: dpa

Stuttgart - Cornelie Jäger, Landesbeauftragte für Tierschutz, nimmt von März an eine Auszeit. In der Folgezeit will sie ein Buch schreiben, das den Arbeitstitel „Leitbild zur Tierhaltung“ trägt. „Ich habe jetzt genug Ideen gesammelt, um damit zu beginnen“, sagt die 49-Jährige. „Ich will meine grundlegenden Gedanken zur Tierhaltung intensivieren und auch Fragen beantworten, die sich aus Debatten herausgebildet haben.“

Es wird nicht ihr erstes Buch sein. Beim letzten Mal hat sie parallel zum laufenden Betrieb geschrieben – dies sei aber zu anstrengend, sagt die gebürtige Tübingerin. Die Auszeit soll voraussichtlich ein Jahr dauern. Für die Zeit ihrer Abwesenheit wird es eine Vertretung geben – wer das sein wird, steht allerdings noch nicht fest. Es gebe keinen politischen Konflikt, stellt die Tierschutzbeauftragte klar.

Nach fünf Jahren wiederholt man sich

Jäger hat das Amt seit der Einrichtung der Stelle im Jahr 2012 inne. „Nach fünf Jahren habe ich einen Punkt erreicht, an dem man sich wiederholt. Ich will neue Argumente kennenlernen“, erklärt sie. Als sie ihre Arbeit aufnahm, lagen ihr besonders die Themen Tierschutz bei der Schlachtung und die Versuchstierproblematik am Herzen. „Diese Themen waren auch immer präsent“, etwa in Form von Lehrgängen. Dennoch gelte es, auf aktuelle Themen zu reagieren. „Beschäftigt hat mich unter anderem, wie man Tiergerecht­heit quasi messen kann“, berichtet sie. Gemeint sind etwa Gesundheit und Wohlbefinden des Tieres. Dies habe sich zu einem Kernthema entwickelt. „Es gibt Indikatoren, an denen man ablesen kann, ob es einem Tier gut geht oder wo die Defizite liegen“, sagt sie. Man müsse weg von der gefühlten Einschätzung.

Schweine brauchen Stroh

Nach wie vor kämen viele Kenntnisse in der Tierhaltung nicht zum Tragen. „Das Wissen muss konsequenter umgesetzt und auch transportiert werden, so dass es auch beim Verbraucher ankommt“, sagt die Tierschutzbeauftragte. „Alle wissen, dass es Schweinen besser geht, wenn sie sich beispielsweise mit Stroh beschäftigen können.“ Die Umsetzung sei dann eben teurer, das schlage sich in den Fleischpreisen nieder. „Erzeuger, Handel und Verbraucher müssen den Tieren mehr erkennbare Wertschätzung entgegenbringen.“

Von der grün-schwarzen Landesregierung erwartet Jäger unter anderem, dass die Idee der verbindlichen Tierhaltungs-Kennzeichnung bei Fleisch nach dem Vorbild der Eier weiterverfolgt wird. Außerdem solle die Förderpolitik noch konsequenter daran ausgerichtet werden, dass besonders tiergerechte Ställe gebaut werden – auch im Hinblick auf Managementmaßnahmen. „Die Politik kann Signale senden sowie helfend und steuernd einwirken“, sagt Jäger. Auch der Verbraucher müsse die Hintergründe verstehen.

Und manches könnte schneller gehen. „Höhere Preise sollten beim Tier ankommen“, sagt Cornelie Jäger – indem es den Tieren dann besser ergeht.