Kreis Ludwigsburg - Wir wussten alle, dass es noch mal anstrengend wird, aber dass die Nackenschläge schon Mitte Oktober kommen, ist hart“, sagt Markus Fischer, Chef des Ludwigsburger Innenstadtvereins Luis. Von diesen Nackenschlägen habe es innerhalb einer Woche mit der Maskenpflicht in der Innenstadt, der Absage der Weihnachtsmeile und der Sperrstunde von 23 Uhr an nun drei auf einen Schlag gegeben. „Direkt am Tag, an dem die Maskenpflicht für die Innenstadt verkündet wurde, sind die Reservierungen massiv zurückgegangen“, berichtet er aus Gesprächen mit den Luis-Mitgliedsbetrieben aus der Gastro-Branche.
Auch der Einzelhandel habe, seitdem die Corona-Vorsichtsmaßnahmen verschärft worden sind, konkrete Folgen in Form eines „deutlichen Frequenzrückgangs“ bemerkt, so Markus Fischer. Viele Kunden hätten offenbar das Gefühl, die Innenstadt sei nun nicht mehr sicher, „dabei ist sie toll durchlüftet, in der Fußgängerzone hat man Platz, und jedes Geschäft hat inzwischen bewährte Hygienekonzepte.“ Die Innenstadt sei also gut auf das Pandemiegeschehen vorbereitet.
Zügellosen Alkoholkonsum verhindern
„Natürlich haben die Geschäfte auch auf die Weihnachtsmeile als Frequenzbringer gehofft“, sagt der City-Manager. Auch wenn jeder verstehe, dass die Gesundheit absolut im Vordergrund stehe, sei die Entwicklung „ein scharfes Schwert“ für die Innenstadt. „Die Herausforderungen werden noch größer.“
Die reine Speisegastronomie dürfte indes nicht überall von den zusätzlichen Einschränkungen betroffen sein. So sieht es zumindest Markus Koppe, der im Verein Aktive Unternehmer Bietigheim tätig ist. „Die Sperrstunde wird unser Geschäft nicht groß beeinflussen“, sagt der Inhaber von Koppes Tafelhaus. Gegessen wird in der Regel vor 23 Uhr. Betriebe, die jedoch auf Speisen und Getränke setzen oder reine Bars dürften aus Sicht von Koppe zu knapsen haben. „Dort wird auch noch bis 0 Uhr oder länger noch gut Umsatz gemacht“, so Koppe. Von Betrieben in der Stadt, die wegen der Einbußen schließen müssen, weiß der Gastronom bislang noch nicht. Er hat sogar ein Stück weit Verständnis für die neuen Regeln. „Es wird nicht das Ziel gewesen sein, Besuche im Restaurant zu unterbinden“, sagt Markus Koppe. „Die Verantwortlichen wollen wahrscheinlich einfach zügellosen Alkoholkonsum verhindern.
Polizei und Ordnungsdienste behalten die Lage im Blick
Dass Menschen betrunken durch die Nacht torkeln, soll auch mit einem Alkoholverbot in der Öffentlichkeit unterbunden werden. Das zu kontrollieren – genauso wie die Sperrstunde – ist Sache der Polizei und der Ordnungsdienste.
Gezielte Aktionen hat das Präsidium in Ludwigsburg bislang nicht geplant, sie sollen aber kommen, teilt Sprecher Peter Widenhorn auf Nachfrage mit. Auch die Streifen werden ein Auge auf die Situation haben. „Wir sind ja eigentlich ständig mit Kräften in den Innenstädten im Kreis unterwegs“, sagt Widenhorn. Wie bei der Maskenpflicht auch, werden die Beamten vorerst nur auf die neuen Regeln hinweisen. „Aber wir werden sicherlich nicht allzu lange zuschauen, falls es Probleme gibt“, sagt Widenhorn.