Corona-Fall in Pattonviller Kindergarten Erzieherin infiziert: 150 Menschen in Quarantäne

Problematische Nähe: Kindertagesstätten bergen naturgemäß ein Infektionsrisiko. Foto: dpa/Jens Büttner

In einem Kindergarten in Pattonville tritt die britische, hochansteckende Variante des Coronavirus auf. Alle vier Gruppen werden daraufhin dichtgemacht, aus Furcht vor weiteren Ansteckungen.

Leonberg: Marius Venturini (mv)

Kornwestheim/Remseck - Seit Montag bekommen Peter Schraud und seine Frau täglich einen Kontrollanruf vom Gesundheitsamt. „Da wird man gefragt, wie die Lage so ist und wie es einem geht“, sagt der Mann, der unter anderem bei der Freiwilligen Feuerwehr Kornwestheim tätig ist. Einsätze mit den Helfern kann sich Schraud derzeit abschminken: Er ist seit Montag in häuslicher Quarantäne. Seine Gattin arbeitet als Erzieherin im Pattonviller (Kreis Ludwigsburg) Kindergarten Mitte. Und der ist aufgrund eines Corona-Falles komplett geschlossen.

 

Bisher gibt es keine weiteren positiven Befunde

Eine andere Erzieherin einer weiteren Kindergartengruppe hat sich mit der britischen Variante des Coronavirus’ infiziert, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung Remseck auf Nachfrage bestätigt – die Kitas in Pattonville sind organisatorisch an das Remsecker Rathaus angedockt, auch wenn natürlich auch Kinder von der „Kornwestheimer Seite“ des Ortes sie besuchen. Die Mutation, genannt B.1.1.7, gilt als bedeutend ansteckender als die ursprüngliche Form. Zu Beginn der vergangenen Woche hatte die Frau noch gearbeitet, sich dann aber mit den typischen Symptomen krankgemeldet. Am Donnerstag gab es schließlich das positive Testergebnis. „Am Freitag war aber noch unverändert Betrieb“, erinnert sich Peter Schraud. Erst über das Wochenende – und nachdem bekannt war, dass es sich um die britische Virusvariante handelt – sei klar geworden, dass in der Kita von Montag an nicht nur eine Gruppe, sondern gleich alle vier vom Gesundheitsamt dichtgemacht werden.

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Nun sind rund 150 Menschen in häuslicher Quarantäne: Kinder, Erzieherinnen und die jeweiligen Angehörigen, „hauptsächlich Kontaktpersonen“, wie die Stadtverwaltung Remseck mitteilt. Sie alle dürfen derzeit ihre eigenen vier Wände nicht verlassen. Stand Donnerstagnachmittag gibt es keine weiteren positiven Corona-Befunde. Auch das geht aus der Antwort der Remsecker Stadtverwaltung hervor.

In dem Gebäudekomplex ist nicht nur der Kindergarten untergebracht

Verpflichtende Corona-Tests gab und gibt es weder für die Erwachsenen noch für die Kinder, wie Peter Schraud als Betroffener berichtet. Ein jeder habe aber eine Bescheinigung erhalten, sich zweimal kostenlos testen zu lassen, wenn er oder sie das wolle. Zumindest viele Erzieherinnen – darunter auch seine Frau – hätten davon Gebrauch gemacht.

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Die Kita Mitte ist eine von zehn Einrichtungen in Pattonville. Dort sind insgesamt 13 pädagogische Fachkräfte im Einsatz. In vier Gruppen bietet der Kindergarten Platz für 88 Kinder. Er befindet sich im selben Gebäude, in dem auch das Bürgerbüro und der Zweckverband residieren, außerdem hat dort die Musikschule Remseck Räume bezogen. Auch die Bücherei sowie der Bürger- und Jugendtreff sind in dem Komplex untergebracht. Der Zweckverbandsvorsitzende Dieter Girrbach gibt zumindest für die restlichen Nutzer des Baus an der John-F.-Kennedy-Allee Entwarnung: „Das Haus hat vier Eingänge, wir achten da sehr auf die räumliche Trennung.“

Nicht der erste Kindergarten, der von Corona betroffen ist

Schon bevor die britische Variante des Coronavirus in Deutschland die Oberhand gewann, waren im Kreis Ludwigsburg zahlreiche Kitas und Schulen zumindest zeitweise geschlossen, Kinder sowie Betreuer und Lehrer in Quarantäne geschickt worden. Anfang Dezember 2020 hatte es mehrere Gruppen aus drei städtischen Kindertageseinrichtungen in Sachsenheim erwischt: 75 Kinder und 18 Fachkräfte hatten sich zuhause isolieren müssen. Andere Gruppen der jeweiligen Einrichtungen hatten damals nicht geschlossen werden müssen, da sie räumlich strikt von den anderen getrennt gewesen waren.

Für den aktuellen Fall in Pattonville gilt: Die Quarantänepflicht läuft am 16. März ab. Am 17. März dürfen also auch die Schrauds wieder vor die Tür.

Info: Auch der Kornwestheimer Kindergarten Bolzstraße ist seit Donnerstag wegen eines Infektionsfalls mit einer Mutante des Coronavirus geschlossen. Das hat die Stadtverwaltung am Donnerstagabend mitgeteilt. Ein Kind, das die Einrichtung besucht, ist positiv auf eine Coronavirus-Variante getestet worden. Der Kindergarten bleibt bis Donnerstag, 18. März, geschlossen. Mädchen und Jungen, die mit dem infizierten Kind in einer Gruppe betreut worden sind, und ihre Erzieherinnen müssen sich ebenso wie ihre Haushaltsangehörigen in Quarantäne begeben.

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