Corona Erzieherinnen machen jetzt Homeoffice

Von Florian Mader 

Nur wenige Kinder dürfen die Notbetreuung der Kommunen in Anspruch nehmen. Kommunen rechnen aber mit steigenden Zahlen.

Renningen bietet die Notbetreuung zentral an, nämlich im Gebäude der Krippe Schnallenäcker. Foto: factum/Simon Granville
Renningen bietet die Notbetreuung zentral an, nämlich im Gebäude der Krippe Schnallenäcker. Foto: factum/Simon Granville

Leonberg - Die Notbetreuung in den Städten und Gemeinden ist angelaufen. 32 Kinder in sieben Kitas werden in Leonberg – Stand Montag – betreut, teilt Tom Kleinfeld, der Sprecher der Stadtverwaltung, mit. „Die Notbetreuung findet dezentral in den Kitas statt, die die Kinder auch bisher besucht haben“, erklärt er. „Die kirchlichen und freien Träger bieten ebenfalls eine entsprechende Betreuung an.“ 70 Erzieher wechseln sich dort ab.

Ihre Kollegen haben unterdessen nicht frei, sondern müssen administrative, organisatorische und konzeptionelle Aufgaben erledigen. Kleinfeld erläutert das Prozedere, das in Leonberg gilt: „Die Kollegen haben bei der Kita-Leitung eine Telefonnummer zu hinterlassen, um unverzüglich eingesetzt werden zu können.“

In Weil der Stadt sind es sechs Kinder

Ähnlich verfahren auch die anderen Kommunen im Umland. In Weil der Stadt sind es sechs Kinder in den Kindergärten und acht in den Schulen, die die Notbetreuung in Anspruch nehmen. Wenn nur ein Kind einer Einrichtung betroffen ist, muss es eventuell den Standort wechseln. „Ab zwei Kindern machen wir die Einrichtung auf“, sagt Tanja Kübler, die Amtsleiterin für Jugend und Soziales bei der Stadtverwaltung Weil der Stadt.

Wer einen Platz bekommt, hat die Landesregierung klar geregelt. Die Notbetreuung können nur Familien in Anspruch nehmen, in denen beide Elternteile in systemrelevante Berufen wie der Krankenpflege oder der Polizei arbeiten. Diskussionen mit Eltern gebe es nicht, sagt Tanja Kübler. „Nein, bislang sind die Eltern sehr vernünftig. Wir rechnen aber damit, dass sich das ändert, je länger die Schließzeit andauert.“

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Auch in Weil der Stadt sind die Erzieherinnen nach wie vor im Dienst, auch wenn sie sich in den Einrichtungen abwechseln, um sich nicht gegenseitig zu infizieren. „Das ist jetzt die Zeit, um Arbeitsrückstände aufzuholen“, erklärt Tanja Kübler. Die Mitarbeiter müssten aber auch einiges vorbereiten. Denn vieles – wie Elterngespräche oder die Eingewöhnung neuer Kinder – könne zurzeit nicht stattfinden. „Wenn die Kitas wieder öffnen, wird viel Arbeit auf uns einprasseln“, sagt die Amtsleiterin.

Vier Kinder sind zurzeit in Renningen in der Notbetreuung. In der Krippe im Schnallenäcker kommen diese zentral unter. Die anderen Erzieherinnen und Erzieher machen Homeoffice, sagt Daniel Dreßen, der Abteilungsleiter für Bildung, Familie und Soziales. „Die Einrichtungsleiter haben dafür konkrete Aufgaben an die Erzieher verteilt.“ Das seien zum Beispiel pädagogische Portfolios.

Auch der Großputz wird vorgezogen

In Rutesheim sind zurzeit je drei Kinder in Krippe, Kita und Hort. Die anderen Erzieherinnen seien ebenfalls noch beschäftigt, sagt der Rutesheimer Beigeordnete Martin Killinger. „Sie machen all das, was geht, zum Beispiel Teamentwicklung, Konzeption und Planung – oder sie ziehen eben den Großputz vor, den sonst in den Sommerferien ansteht.“

In Weissach sind aktuell drei Kinder in der Notbetreuung untergebracht. „Wir rechnen mit steigendem Bedarf“, sagt die Hauptamtsleiterin Nadine Pfaffeneder. „Auch unsere Mitarbeiter sind gut beschäftigt, zum Beispiel mit der Erstellung der pädagogischen Portfolios.“

In Heimsheim benötigen zwei Familien, also vier Kinder, die Notbetreuung, berichtet Alexandra Kreisle, die Amtsleiterin für Bildung und Soziales.




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