Graffiti auf ICE Corona-Maske auf Lokomotive gesprüht – so schlagfertig reagiert die Bahn

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Bei Graffitis auf Zügen versteht die Deutsche Bahn normalerweise keinen Spaß. Einem mit Corona-Maske verzierten ICE kann der Konzern aber was Positives abgewinnen – und beweist Humor auf Twitter.

Corona-konformer ICE – Graffitis sind der Deutschen Bahn sonst eigentlich ein Dorn im Auge. Foto: Deutsche Bahn/Screenshot Twitter/@DB_Presse
Corona-konformer ICE – Graffitis sind der Deutschen Bahn sonst eigentlich ein Dorn im Auge. Foto: Deutsche Bahn/Screenshot Twitter/@DB_Presse

Stuttgart - Bunt sind sie, nicht allzu oft schön anzuschauen und vor allem illegal: Für Sprayer sind Graffitis auf Brücken, an Wänden, oft aber auch auf Zügen Trophäen, für die Deutsche Bahn sind es unliebsame Farbschmierereien. Umso überraschender ist die Reaktion des Konzerns auf ein neues Werk des Graffiti-Künstlers Razor. Dieser hatte kürzlich einen ICE mit einem pinken Mund-Nasen-Schutz und gelben Herzen verziert. Eigentlich versteht die Bahn in solchen Fällen keinen Spaß – doch dieses Mal ist das anders.

Schlagfertige Reaktion auf „Sprühdosen-Schurken“

Auf Twitter teilte die Bahn ein Bild des Graffitis, das der Künstler zuvor auf Instagram gepostet hatte. „Selbst Sprühdosen-Schurken, die sonst anscheinend wenig nachdenken, haben es verstanden. Denkt mal drüber nach, liebe Maskenmuffel“, schreibt das Social-Media-Team dazu. Nimmt die Bahn das Graffiti etwa mit Wohlwollen auf? „Wir können das natürlich nicht gutheißen, das Besprühen eines Zuges ist schlichtweg eine Straftat. Diese Graffitis verursachen jährlich Millionenschäden“, sagte ein Bahn-Sprecher am Mittwoch auf Anfrage. Dennoch räumt er ein: „Die Botschaft ist sinnvoll.“

„Die übergroße Mehrheit der Fahrgäste hält sich an die Maskenverpflichtung. Es ist eine sehr kleine Minderheit, die die Masken nicht nutzt“, betont der Sprecher. Über die Maskenpflicht werde seit ihrem Bestehen in Zügen, Bahnhöfen und im Internet breit informiert. Bestehende Länder-Verordnungen erlaubten bei renitenten Maskenverweigerern einen Ausschluss von der Beförderung. Dies setzt der Konzern gemeinsam mit der für die Gefahrenabwehr bei der Bahn zuständigen Bundespolizei um. Der Schutz der Gesundheit von Mitarbeitenden und Fahrgästen habe oberste Priorität.

Auch in Stuttgart tragen Bahnen Masken

Auf Twitter erhielt das Bahn-Posting mit dem Masken-ICE bis zum Mittwochmorgen mehr als 14.000 Gefällt-Mir-Angaben. „Die tragen meistens Masken beim Sprayen. Bitte das Graffiti dran lassen“, fordert ein Nutzer. „ICE steht in dem Fall für Immens Coole Eisenbahn“, schlägt ein weiterer User in diese Kerbe. In einem anderen Tweet wird die süffisante Frage aufgeworfen: „’Sprühdosen-Schurken’ – wie lange dauerte das Redaktionsmeeting, sich darauf zu einigen?“ Die schlagfertige Antwort der Bahn auf Twitter: „17 Sekunden. Wirklich.“

Viele Nutzer erinnert das Ganze auch an die maskierten Stuttgarter Stadtbahnen. Auf- und augenfällig erinnern die Stuttgarter Straßenbahnen AG an die bestehende Maskenpflicht: Sechs Stadtbahnen tragen an ihren Fronten Alltagsmasken, dreierlei Maskenmotive sind auf dieser Weise werbend auf Tour.




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