Corona im Kreis Esslingen Masken in Kliniken werden knapp

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Im Kreis Esslingen gibt es 608 Corona-Fälle. Es hapert vor allem am Nachschub der Schutzausrüstung.

Der Vorrat an Schutzausrüstung reicht noch bis Mitte nächster Woche. Foto: Ines Rudel/Ines Rudel
Der Vorrat an Schutzausrüstung reicht noch bis Mitte nächster Woche. Foto: Ines Rudel/Ines Rudel

Kreis Esslingen - Die Lage spitzt sich weiter zu“, sagte der Esslinger Landrat Heinz Eininger am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz gegenüber der Presse. Derzeit sind 608 Menschen im Landkreis positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vortag um 17 Fälle. Die Nennung der aktuellen Zahl verband Eininger mit einem Appell an die Bevölkerung: „Das Allerwichtigste ist jetzt, dass wir durchhalten.“

Soziale Kontakte gilt es weiter zu vermeiden

Die Behörden hätten den Eindruck, „dass die ganz überwiegende Zahl der Menschen die Einschränkungen akzeptieren“. Die zentrale Botschaft laute weiterhin: „Kontakte meiden“. Zwar seien die Krankenhäuser im Kreis „gut aufgestellt“. Dennoch würden teilweise die Kapazitätsgrenzen erreicht, etwa in der Medius Klinik des Landkreises in Nürtingen. In allen drei Häusern der Medius-Kliniken würden derzeit 74 Corona-Patienten behandelt, davon 16 auf der Intensivstation. Hinzu kämen 40 stationär aufgenommene Verdachtsfälle, so der Landrat.

Es gebe kreisweit drei neue Todesfälle zu beklagen. An Covid 19 sind damit sechs Menschen im Landkreis gestorben, sie seien alle im Alter zwischen 70 und 95 Jahren gewesen. Indessen seien auf den Intensivstationen aber auch „einige Patienten zwischen 30 und 50 Jahren“. Die positive Nachricht: Inzwischen gelten 73 von den 608 identifizierten Menschen inzwischen wieder als genesen.

Die versprochenen Lieferungen sind bisher ausgeblieben

Zusammen verfügten alle Krankenhäuser im Landkreis über 121 Beatmungsplätze. „Was fehlt, ist Schutzkleidung und Schutzausrüstung für die Mitarbeiter in den Kliniken“, sagte Heinz Eininger. Das sei die größte Herausforderung. Die Kliniken warteten händeringend auf Masken, Hauben, Schutzkittel sowie auch auf Desinfektionsmittel.

„Wir arbeiten mit Hochdruck an der Beschaffung von Schutzmaterial“, erklärte der Landrat. Die Bemühungen um Nachschub liefen über alle möglichen Kanäle. Denn die von Bund und Land versprochenen Lieferungen seien bisher nicht eingetroffen. Das vorhandene Material würde nur noch bis Mitte nächster Woche reichen, verdeutlichte Heinz Eininger die Dringlichkeit der Lage.

Eine Notklinik mit 200 bis 300 Plätzen ist in Planung

Um dem zu erwartenden Anstieg der Corona-Fälle zu begegnen, liefen derzeit die Planungen für eine Notklinik mit 200 bis 300 Plätzen an der Messe. Die größte Herausforderung hier sei das notwendige Personal aufzustellen. An den Kreiskliniken und auch am Klinikum Esslingen werbe man intensiv um ehemalige Ärzte und Pflegekräfte. Bei den Medius-Kliniken hätten sich bereits 90 Freiwillige aus allen Disziplinen für einen Corona-Einsatz gemeldet, berichtete der Sprecher des Landkreises, Peter Keck.

In einigen Tagen, so Heinz Eininger, würden an den beiden Corona-Abstrichzentren (CAZ) in Nürtingen und an der Messe Fieberambulanzen eingerichtet. Dort sollen alle Patienten mit Fieber untersucht werden, um Praxen und Kliniken zu entlasten. Zudem gibt es im Kreis eigens zehn Coronaschwerpunktpraxen der Kreisärzteschaft.