Corona im Rems-Murr-Kreis Bettenreserve im Hotel Sonnenhof

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Die Rems-Murr-Kliniken bereiten sich weiter auf eine steigende Zahl von Covid-19-Patienten vor. Damit in den Kliniken genug Platz für die Infizierten ist, wird eine Reserve von rund 100 Betten im Hotel Sonnenhof in Aspach geschaffen.

Damit in den Rems-Murr-Kliniken genügend Betten für Covid-19-Patienten frei bleiben, werden Reserven im Hotel Sonnenhof in Aspach geschaffen. Foto: Gottfried Stoppel(Archiv)
Damit in den Rems-Murr-Kliniken genügend Betten für Covid-19-Patienten frei bleiben, werden Reserven im Hotel Sonnenhof in Aspach geschaffen. Foto: Gottfried Stoppel(Archiv)

Waiblingen - Alle planbaren OPs sind abgesagt, die Zahl der Beatmungsplätze ist von 32 auf 85 hochgefahren, eine Reserve von 100 Betten geschaffen: „Wir sind bereit“, sagt Marc Nickel, der Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken. Da die Kliniken in Winnenden und Schorndorf derzeit nur zu 50 Prozent ausgelastet sind, gibt es zwar bisher reichlich Platz für neue Covid-19-Patienten. „Aber wir wissen nicht, wie uns die Welle erwischen wird“, sagt Nickel.

Kurzzeitpflege im Hotel Sonnenhof

Deswegen wurden mehrere Objekte als Bettenreserve unter die Lupe genommen. Die Wahl ist auf einen Teil des Hotels Sonnenhof in Aspach gefallen: „Die Zimmer sind barrierefrei, es gibt autarke Abschnitte mit eigenen Küchen“, erläutert Jutta Franz, die stellvertretende Sprecherin der leitenden Notärzte im Kreis. Nur Pflegepersonal müsse mitgebracht werden. In dem Hotel sollen vor allem ältere Patienten unterkommen, die nicht an dem Corona-Virus erkrankt sind, die im Grunde nur noch einen Pflegebedarf haben: „Wir haben derzeit das Problem, dass es einen Aufnahmestopp bei Pflegeeinrichtungen gibt“, sagt Nickel. Das Hotel Sonnenhof – bekannt geworden durch die Heimspiel-Konzerte der mit Inhaber Uli Ferber verheirateten Schlagersängerin Andrea Berg – soll also der Kurzzeitpflege dienen.

300 Bewerbungen von Helfern bei den Rems-Murr-Kliniken

Ein schönes Signal finden es der Landrat Richard Sigel und Marc Nickel, wie groß die Bereitschaft der Bevölkerung ist, in der Krise zu helfen: Auf den Aufruf der Kliniken an Ärzte, Pflegekräfte oder Medizinstudenten, sich als Helfer zu registrieren, sind rund 300 Bewerbungen eingegangen. „Dazu kommen 100 Unterstützungsangebote“, sagt Marc Nickel, der wie der Landrat Sigel allerdings die Unterstützung vom Bund vermisst: „Es gibt keine Aussage, wie es mit Nachschub an Schutzausrüstung aussieht. Wir mussten am Wochenende schon einem Altenheim aushelfen“, berichtet Richard Sigel.

Diakonie Stetten sucht Pflegekräfte

Hilfebedarf meldet auch die Diakonie Stetten. Die Einrichtung rechnet mit verstärktem Personalausfall und sucht daher Pflegefachkräfte. Aufgerufen sind all diejenigen, die Pflegeerfahrung mitbringen. „Ausreichend Schutzkleidung und Hygienematerial steht zur Verfügung“, versichert die Diakonie Stetten. Bei Interesse kann man sich telefonisch unter 0 71 51/9 40 22 59 melden oder per Mail an personal@diakonie-stetten.de.

Die Rems-Murr-Kliniken wollen ebenfalls einen Personalpool aufbauen und suchen Pflegekräfte, Ärzte oder Medizinstudenten, die das zehnte Semester absolviert haben. Interessenten können sich registrieren, etwa im Internet (www.rems-murr-kliniken.de/unterstuetzung).




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