Corona-Impfung Große Mehrheit der Deutschen will sich impfen lassen

Eine Krankenschwester impft im Impfzentrum in der Paul-Horn-Arena in Tübingen eine 92-jährige Frau mit Covid-19 Impfstoff von Biontech/Pfizer. Foto: Marijan Murat/dpa
Eine Krankenschwester impft im Impfzentrum in der Paul-Horn-Arena in Tübingen eine 92-jährige Frau mit Covid-19 Impfstoff von Biontech/Pfizer. Foto: Marijan Murat/dpa

Massenhaft liegt ungenutzter Impfstoff in Deutschlands Impfzentren – und das, obwohl sich mittlerweile die Mehrheit der Deutschen gegen den Coronavirus impfen lassen will.

Leben: Markus Brauer (mb)

Berlin - Die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, ist einer Studie zufolge in mehreren Ländern gestiegen. Bei Umfragen unter anderem in Deutschland, Großbritannien und Frankreich hätten im Februar deutlich mehr Menschen als noch im Dezember angegeben, sich eine Corona-Impfung vorstellen zu können, heißt es in einer am Montag (1. März) veröffentlichten Studie der Beratungsfirma Kekst CNC. Insgesamt wurden Menschen in sechs Industrienationen befragt.

73 Prozent der Deutschen befürworten Impfung

Am größten war der Anstieg bei der Impfbereitschaft in Großbritannien: Dort gaben laut Kekst CNC 89 Prozent der Befragten an, sich gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen – das waren 19 Prozentpunkte mehr als im Dezember.

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Auch in Deutschland verzeichnete die Beratungsfirma eine deutlich stärkere Zustimmung zu Corona-Impfungen: Hatten im Dezember noch 63 Prozent der befragten Deutschen erklärt, einer Corona-Impfung offen gegenüber zu stehen, waren es im Februar bereits 73 Prozent. 

Zugleich stapeln sich in Deutschland weiter große Mengen Astrazeneca in den Kühlschränken der Bundesländer. Bisher wurden laut Robert-Koch-Institut (RKI) nur rund 364 000 Dosen davon geimpft. Laut Bundesgesundheitsministerium wurden mehr als 1,4 Millionen Dosen geliefert. Weitere 1,7 Millionen Astrazeneca-Dosen sind für die kommenden Tage geplant.

Geringe Impfbereitschaft in Frankreich

In Schweden stieg die Impfbereitschaft von 53 Prozent auf 76 Prozent, in den USA betrug der Sprung sechs Prozentpunkte auf 64 Prozent. In Japan gaben 64 Prozent der Umfrage-Teilnehmer an, positiv gegenüber einer Corona-Impfung eingestellt zu sein, während es dort im Dezember nur 50 Prozent gewesen waren.

Am geringsten ist die Impfbereitschaft laut der Studie in den sechs Staaten in Frankreich. Dort gaben 59 Prozent der Befragten an, sich gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen – aber immerhin 19 Prozentpunkte mehr als im Dezember.  

Mehrheit für Lockerung des Lockdowns

Kritisch äußerten sich zahlreiche der Befragten zum Verlauf der Impfkampagne in ihren Ländern. Am zufriedensten zeigten sich die Briten. 76 Prozent der im Vereinigten Königreich Befragten gaben an, das Tempo, in dem ihre Regierung die Impfkampagne gestartet habe, sei „genau richtig“ gewesen.

In Deutschland bezeichneten nur 28 Prozent den Verlauf der Impfkampagne als „genau richtig“. In den USA waren es 32 Prozent, in Frankreich 22 Prozent und in Schweden 20 Prozent. 

Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge sind nur noch gut ein Drittel für eine Beibehaltung (26 Prozent) oder Verschärfung (neun Prozent) der geltenden Einschränkungen. 43 Prozent meinen dagegen, der Lockdown sollte weiter gelockert werden. 17 Prozent sind sogar für eine komplette Rückkehr zur Normalität. Fünf Prozent machten keine Angaben. Zum ersten Mal seit Beginn des harten Lockdowns Mitte Dezember gibt es damit in den alle zwei bis vier Wochen durchgeführten YouGov-Umfragen eine Mehrheit für Lockerungen.

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