Corona-Impfung Nur noch Biontech – das wäre nicht schlimm
Der Staat wird für die Auffrischungsimpfungen nur Biontech-Impfstoff ankaufen. Patienten muss das nicht beunruhigen, findet unser Berliner Korrespondent Norbert Wallet.
Der Staat wird für die Auffrischungsimpfungen nur Biontech-Impfstoff ankaufen. Patienten muss das nicht beunruhigen, findet unser Berliner Korrespondent Norbert Wallet.
Dank einer beachtlichen Grundimmunisierung der Bevölkerung in Deutschland müssen die allmählich wieder ansteigenden Coronazahlen keine Beunruhigung auslösen. Es zeigt sich auch in dieser Situation, dass die Impfung die Voraussetzung war, um Einschränkungen erst zu minimieren, dann ganz abzuschaffen. Allerdings entwickelt sich das Virus immer weiter, und besonders für Risikogruppen und ältere Menschen ist eine Auffrischungsimpfung sinnvoll.
Im Hinblick auf die Herbst/Winter-Impfperiode gibt es nun einige Diskussionen. Die Ärzteschaft warnt vor einem Organisationschaos, weil die Firma Biontech ihr Vakzin bislang nur in Fläschchen zur Verfügung stellt, die sechs Dosen enthalten. In der Tat wären Einzeldosen wünschenswert, überfordert dürfte aber keine Praxis sein.
Irritierender ist die Aussicht, dass wohl nur ein an die neue Virusvariante angepasster Impfstoff angeboten wird, weil der Staat nur die Weiterentwicklung von Biontech ankaufen wird. Die Firma hat frühzeitig mit der EU langfristige Verträge abgeschlossen. Angepasster Impfstoff etwa von Moderna dürfte also kaum angeboten werden.
Für die Patienten ist das nicht schlimm. Das Biontech-Produkt hat sich als erfolgreich und gut verträglich erwiesen. In Praxen und Apotheken dürfte das einige aufklärende Gespräche mehr nach sich ziehen. Tatsächlich wäre eine größere Auswahl nicht schlecht, aber im Sinne einer sparsamen Ausgabenpolitik ist dem Ministerium kaum ein Vorwurf zu machen, das Zentrallager nicht auch noch mit dem Produkt eines weiteren Anbieters zu füllen. Anbieter, die sich jetzt beklagen, haben mit der EU schlechter verhandelt oder sind zu spät dran. Moderna hat für den angepassten Impfstoff noch keine Zulassung – anders als Biontech. Das Wichtigste ist, dass keine neue Verunsicherung geschaffen wird, die Menschen davon abhält, ihren Schutz zu erneuern.