Corona in Esslingen Hotel Park Consul als Impfstation

Das Hotel Park Consul steht leer. Statt Übernachtungsgäste könnten dort bald Impfwillige empfangen werden. Foto: Ines Rudel

Wenn alles gut geht, soll schon vom kommenden Wochenende an in der leer stehenden Unterkunft am Neckar Forum gegen Corona geimpft werden. Und das ist nicht das einzige neue Impf-Angebot, das in der Stadt an den Start gehen soll.

Esslingen - Die Zahl der Coronainfizierten steigt und steigt, die Belastung der Kliniken nimmt stetig zu – und immer mehr Veranstaltungen wie der Esslinger Weihnachtsmarkt werden pandemiebedingt abgesagt. Für die Stadt Grund genug, sich für möglichst viele neue Impfangebote stark zu machen. Unter anderem soll voraussichtlich das leer stehende Hotel Park Consul als Impfstation genutzt werden. Zudem sind neben dem Impfaktionstag an diesem Samstag sogenannte Pop-Up-Impfstores in der Innenstadt geplant.

 

Hotelbetrieb ruht weiterhin

Bis vor Kurzem war noch die Rede davon, dass frühestens im nächsten Frühjahr wieder Leben in das Hotel beim Neckar Forum einziehen dürfte. Nun könnte es schneller gehen als gedacht – wenngleich hier vorerst kein Übernachtungsgast einchecken soll, sondern sich Impfwillige den begehrten Piks geben lassen könnten. Ganz sicher ist es noch nicht, dass die Malteser hier eine Impfstation einrichten. Aber Sozialbürgermeister Yalcin Bayraktar sagt: „Ich bin optimistisch, dass wir das hinkriegen.“ Er hofft, dass es schon am kommenden Wochenende losgehen kann.

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Geplant ist, in dem Hotel drei Impfstraßen einzurichten, die von drei mobilen Impfteams bedient werden. Betrieben werden soll die Anlaufstelle, die voraussichtlich samstags und sonntags jeweils von 12 bis 18 Uhr geöffnet sein wird, von den Maltesern. Sie werden mit etwa 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort sein. Marc Lippe, Kreisgeschäftsführer der Malteser, rechnet damit, dass hier 400 bis 500 Impfungen am Tag verabreicht werden können. Er kenne das Hotel selbst nicht, sagt Lippe. Aber ihm erscheinen die Rahmenbedingungen durchaus geeignet dafür, hier einen Stützpunkt einzurichten. Es gebe offenbar genügend Platz, großzügige Konferenzräume mit nahe gelegenen Toiletten sowie eine Tiefgarage. Auch die zentrale Lage in der Stadt sei positiv.

Die Malteser stehen in den Startlöchern

Derzeit würden die Bedingungen vor Ort noch geprüft, so Lippe. Aber wenn alles passe, seien die Malteser schon am Wochenende startklar. Die Impfstation im Hotel werde dann wohl vorerst auf unbestimmte Zeit eingerichtet. Der Kreischef der Malteser kann sich durchaus vorstellen, dass sie bis März bestehen bleibt – schließlich sei eine ganze Menge Leute zu impfen.

Neben der Impfstation will die Stadtverwaltung auch die Einrichtung sogenannter Pop-Up-Impfstores unterstützen, also spontan eingerichteter Impfangebote in leer stehenden Läden. Zurzeit prüfe der City-Manager Thomas Müller zusammen mit dem Betriebsarzt der städtischen Betriebe, welche Leerstände in der Innenstadt dafür bespielt werden könnten. Laut Müller ist man bei der Sache noch ganz am Anfang. Derzeit spreche er mit Ladenbesitzern und eruiere, was überhaupt möglich ist. Bayraktar hofft, dass mit diesen Pop-Up-Stores Impfangebote zu bestimmten Zeiten in bestimmten Läden mitten in der City eingerichtet werden können – und zwar möglichst bald. Dann könnten Menschen, die sich zum Einkaufen ohnehin in der Innenstadt aufhalten, ganz unkompliziert immunisiert werden. Gegebenenfalls könnten auch weitere Ärzte ins Boot geholt werden, die sich vorstellen können, im Impfstore Spritzen zu setzen, sagt Bayraktar.

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Der Sozialbürgermeister hat derzeit alle Hände voll damit zu tun, die verschiedenen Akteure für die neuen Aktionen zusammen zu bringen. Dabei stellt er klar: „Wir sind nicht für die Impfangebote zuständig. Aber wir fühlen uns verantwortlich.“ Das betont auch der städtische Sprecher Niclas Schlecht: „Wir wollen nicht den Weihnachtsmarkt absagen und den Leuten zum Impfen raten, aber dann keine Impfangebote haben.“

Dass er eine Menge Arbeit mit der Koordination der neuen Angebote hat, nimmt Bayraktar gelassen. Aber die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, das Vakzin von Biontech zu kontingentieren, bringt ihn auf die Palme: „Das ist eine Frechheit“, schimpft er. Denn wegen dieser Aussage zögerten nun viele Ärzte, zusätzliche Termine anzubieten. Sie fürchteten, dann nicht genügend Ware von Biontech zu haben und in der Praxis zeitraubende Diskussionen mit den Patienten führen zu müssen. Wohl auch deshalb hätten sich bislang weniger niedergelassene Ärzte für den Impfaktionstag am kommenden Samstag gemeldet als er gehofft hatte.

Flächendeckendes Impfnetzwerk

Angebote
 Seit Dienstag ergänzen drei mobile Impfteams das Angebot des Impfbusses im Landkreis Esslingen. Sie sind jeweils zu festen Wochentagen sowie an festen Standorten in den Großen Kreisstädten im Einsatz, nämlich am Montag in Ostfildern (Körschtalhalle), am Dienstag in Kirchheim (Stadthalle), am Mittwoch in Nürtingen (Beutwanghalle), am Donnerstag in Leinfelden-Echterdingen (Walter-Schweizer-Kulturforum), am Freitag in Filderstadt (Filharmonie) sowie samstags und sonntags in Esslingen (voraussichtlich im ehemaligen Hotel Park Consul am Neckar Forum). Zusätzlich hat der Landkreis weitere vier mobile Impfteams vom Land angefordert, die dann abseits der größeren Städte im Kreisgebiet ebenfalls an jeweils festen Wochentagen zum Einsatz kommen sollen.

Impftag
 Am kommenden Samstag, 27. November, wollen die niedergelassenen Hausärzte in Baden-Württemberg bei einer landesweiten Aktion zusätzliche Impfungen ermöglichen. Dabei gehen die Ärzte, die sich an dem Impftag beteiligen unterschiedlich vor: Einige bieten die Immunisierung ohne Termin an, bei anderen muss man sich zuvor anmelden.

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