Corona in Ludwigsburg Weniger Covid-Patienten in Kliniken

  Foto: dpa/Sebastian Gollnow
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Die Ärzte rechnen aber mit massiven Omikron-Ansteckungen und sorgen sich wegen Personalausfällen. „Es ist die Ruhe vor dem nächsten Sturm“, fürchten Götz Geldner und Stefan Weiß von der Regionalen Kliniken Holding.

Ludwigsburg: Susanne Mathes (mat)
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Ludwigsburg - Ein einziger neuer Corona-Patient ist auf der Intensivstation der Ludwigsburger Klinik seit Jahresbeginn dazugekommen – er wurde aus einem anderen Landkreis, in dem Kapazitäten fehlten, verlegt, berichtet Götz Geldner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Koordinator der Versorgungsbereiche im Land. Die andere Handvoll Covid-Patienten auf Intensiv- oder Überwachungsstationen seien keine neuen Fälle, so Geldner, sondern „Langliege-Patienten aus der vierten Welle“. Insgesamt spielt Corona auf den Intensiv- und Normalstationen der Kliniken Holding zurzeit eine rückläufige Rolle, es gibt ausreichend Betten. 15 Intensiv-Patienten sind es in allen RKH-Krankenhäusern zusammengenommen, 48 werden insgesamt stationär behandelt. In der Woche zuvor waren es 69.

„Die Welle schwappt schon hoch“

Sorge machen den Ärzten und Pflegekräften jetzt die massiv ansteigenden Ansteckungen mit der Omikron-Variante. „Wir stecken zwischen der vierten und fünften Welle und wissen noch nicht, was auf uns zukommen wird,“ sagt Stefan Weiß, Ärztlicher Direktor beim Katastrophenschutz und Leiter des RKH-Corona-Krisenstabmanagements. Im ambulanten Bereich und in der Notaufnahme schwappe die Welle bereits hoch. „Im Intensivbereich wird das von der Gesamtfallzahl und der Schwere der Verläufe abhängen.“ Man rechne mit Personalausfällen von zehn bis 20 Prozent, zusätzlich zu Urlauben und anderen Ausfällen, so Götz Geldner. Allerdings ermögliche die aktuelle „Außergewöhnliche Einsatzlage“ die Mobilisierung zusätzlicher Kräfte über die untere Katastrophenschutzbehörde des Kreises. „Im Moment ist das noch nicht nötig, die Pläne liegen aber in der Schublade“, sagt Stefan Weiß. Zudem helfe, dass nach den neuen Quarantäneregeln Geboosterte, frisch doppelt Geimpfte oder Genesene nach Kontakt mit Corona-Infizierten weiterarbeiten könnten.

Zwischen 20 und 30 Prozent der Patienten sind Geimpfte

Zwischen 20 und 30 Prozent der Corona-Patienten in den RKH-Kliniken sind Geimpfte. „Die mRNA-Imfpstoffe bieten einen über 90-prozentigen Schutz vor schweren Verläufen. Dass sie einen ebenso hohen Schutz vor Ansteckungen bieten, hat nie jemand behauptet“, so Götz Geldner. „Dass Leute sagen, Impfen bringe eh nichts, ist also Unsinn.“ Beim Kliniken-Personal selbst sind rund 85 Prozent der Beschäftigten geimpft – „ein Spiegel der Gesellschaft“, so Weiß.




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