Corona-Krise Auszeit nach freiwilligem Abstieg

Von Maximilian Hamm 

Die Athleten des SV Fellbach können am Samstag zum Saisonauftakt nicht in der Württembergliga starten. Der weitere Verlauf ist ungewiss.

Im Vorjahr noch im Ligaeinsatz:  Raphael Plato (Mitte, mit  Paul Lauxmann), jetzt müssen die Judokämpfer abwarten. Foto: Patricia Sigerist
Im Vorjahr noch im Ligaeinsatz: Raphael Plato (Mitte, mit Paul Lauxmann), jetzt müssen die Judokämpfer abwarten. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Auf Marc Wirths kommen in diesen Tagen vermehrt Aufgaben zu. Der 27-Jährige ist nicht nur Judoka beim SV Fellbach, sondern auch als studierter Gesundheitsmanager im Verein tätig. Und weil das grassierende Coronavirus den gemeinsamen Trainingsbetrieb in der Halle verhindert, stellt er individuelle Trainingspläne für die Fellbacher Athleten auf.

Trotz des sportlichen Ligaverbleibs entschieden die Verantwortlichen dann, die Mannschaft aus dieser Liga zurückzuziehen

Gemeinsam mit dem Organisator Raphael Plato, der ja eigentlich ganz andere Pläne hatte. Am Samstag hätte die Saison in der Württembergliga starten sollen – mit einem Team des SV Fellbach. Doch der Kampftag bei der TSG Balingen wurde abgesagt. Die nächsten Treffpunkte wären am 25. April in Leinfelden und am 16. Mai in der Gäuäckerhalle I in Fellbach. An diesen beiden Standorten sollten auch die ursprünglich für Samstag geplanten Wettkämpfe nachgeholt werden.

Im vergangenen Jahr hatten die Fellbacher Judoka noch in der Baden-Württemberg-Liga gekämpft und am Ende den fünften Platz im Mittelfeld der Tabelle belegt. Trotz des sportlichen Ligaverbleibs entschieden die Verantwortlichen dann, die Mannschaft aus dieser Liga zurückzuziehen; sie nimmt nun den Startplatz der zweiten Vertretung in der Württembergliga ein. Mittelfristig wollen sie eine neue zweite Mannschaft von ganz unten aufbauen. Zwar stehen beim SV Fellbach genügend Athleten im Kader, doch die Termine der beiden Ligen hätten sich überschnitten.

Doch zunächst einmal bleiben die Matten verstaut, der Sportbetrieb ruht

Eine weitere Überlegung hat für diese Entscheidung eine Rolle gespielt: Weil das Team der TSG Backnang – mit dem Zweitstartrecht der SVF-Kämpfer Paul Bobert, Noel und Jannis Pollak oder auch Raphael Plato – in die erste Bundesliga aufgestiegen ist, wäre die Belastung zu groß gewesen. „Wir sind Judoka aus Leidenschaft, das darf kein Stressfaktor werden und muss zu unseren persönlichen Karrierezielen passen“, sagt Raphael Plato. Deshalb hatte er eine Umfrage gestartet im Team. Als Ergebnis steht nun diese eine Mannschaft in der Württembergliga.

Doch zunächst einmal bleiben die Matten verstaut, der Sportbetrieb ruht. Der Deutsche Judo-Bund (DJB) hat alle Wettkämpfe vorläufig und bis auf Weiteres ohne zeitliche Begrenzung ausgesetzt. Das heißt auch für den Aufsteiger TSG Backnang: das Abenteuer erste Bundesliga muss warten. Am 18. April stand der erste Kampftag beim JC Leipzig auf dem Programm. Am 23. Mai wäre es zum Duell mit dem Vizemeister KSV Esslingen um die beiden Fellbacher Sven Heinle und Steffen Marlok gekommen. „Da hätten wir uns auf einen tollen Kampftag gefreut, den wir abends gemeinsam hätten ausklingen lassen. Und die Heimfahrt wäre auch recht kurz gewesen“, sagt Raphael Plato.

Finanzielle Einbußen für die Abteilung befürchtet er vor allem bei einem etwaigen Ausfall des Kappelbergturniers für Nachwuchskämpfer

Nun macht er sich aber auch Gedanken über die Sportler, die zumeist nur in der Gemeinschaft trainieren. „Diejenigen, die seltener ins Training kommen, muss man jetzt an der Hand nehmen. Denn wer jetzt weniger macht und ungesünder lebt, wird auch anfälliger für Krankheiten“, sagt er.

Der 27-Jährige, der gemeinsam mit Jan Ternes für die Organisation der Fellbacher Mannschaft verantwortlich zeichnet, blickt nun aber auch schon weiter nach vorn. Finanzielle Einbußen für die Abteilung befürchtet er vor allem bei einem etwaigen Ausfall des Kappelbergturniers für Nachwuchskämpfer. Das jedoch steht erst im November auf dem Programm. Die Hoffnung bei Raphael Plato ist groß, dass sich die Situation um das grassierende Coronavirus bis dahin gebessert hat und auch der Trainingsbetrieb wieder normal laufen wird. Das wäre dann auch eine Entlastung für Marc Wirths, der zurzeit noch die individuellen Trainingspläne für die Fellbacher Judoka ausarbeitet.




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