Corona-Krise Fellbacher Herbst wird Corona-Opfer

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Einen fröhlichen Festumzug durch die Fellbacher Straßen wird es im Oktober ebenso wenig geben wie ausgelassenes Feiern in den Festzelten, Karusselfahrten im Vergnügungspark oder Treffen mit alten Freunden und Klassenkameraden auf dem Weinsträßle zwischen Rathaushof und Entenbrünnele: Der Fellbacher Herbst, für die meisten Menschen unterm Kappelberg der unbestrittene Höhepunkt des Jahreslaufs, wird dieses Jahr nicht stattfinden.

Kein Hoch auf dem Erntewagen: Der Herbst-Umzug wird gestrichen Foto: Patricia Sigerist
Kein Hoch auf dem Erntewagen: Der Herbst-Umzug wird gestrichen Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Einen fröhlichen Festumzug durch die Fellbacher Straßen wird es im Oktober ebenso wenig geben wie ausgelassenes Feiern in den Festzelten, Karusselfahrten im Vergnügungspark oder Treffen mit alten Freunden und Klassenkameraden auf dem Weinsträßle zwischen Rathaushof und Entenbrünnele: Der Fellbacher Herbst, für die meisten Menschen unterm Kappelberg der unbestrittene Höhepunkt des Jahreslaufs, wird dieses Jahr nicht stattfinden.

Ausdrücklich genannt werden von Gabriele Zull die Hygieneregeln und das Verbot größerer Veranstaltungen

So wie auch das Münchner Oktoberfest oder der Cannstatter Wasen gestrichen ist. Just am Tag nach der Absage der Stuttgarter Schunkelmeile hat Fellbachs Rathauschefin Gabriele Zull auch das lokale Traditionsfest vom Terminkalender gestrichen. „Einen Fellbacher Herbst, bei dem viele Tausende Menschen miteinander feiern, kann es in Corona-Zeiten nicht geben“, äußert sich die Oberbürgermeisterin in einer Mitteilung aus dem Rathaus.

Sie und die Organisatoren des jährlich von rund 250 000 Menschen besuchten Fünf-Tage-Spektakels unterm Kappelberg gehen offenbar davon aus, dass die staatlichen Anordnungen zum Schutz vor der Ausbreitung des Erregers „auch im Herbst und Winter noch gelten werden“. Ausdrücklich genannt werden von Gabriele Zull die Hygieneregeln und das Verbot größerer Veranstaltungen. „Wir würden uns und alle Gäste gefährden, Leben aufs Spiel setzen und damit unseren eigenen Werten widersprechen“, heißt es in der Mitteilung der Kommunalverwaltung über die Absage. Abstandsgebote und Hygieneregeln bei dem vom Erntedank geprägten Traditionsfest auch wirklich durchzusetzen, hält die Oberbürgermeisterin für unmöglich.

Er regt an, dass der Fellbacher Herbst im Jahr 2021 auf zwei Wochenenden ausgedehnt wird

Vorstellen kann sich Gabriele Zull allenfalls eine Herbst-Kurzversion: „Wir werden ein Konzept erarbeiten, in dem wir die wichtigsten Elemente – beispielsweise den Erntedank, die Ehrung der Ältesten, den Weinbau oder auch die Verbindung zu den Partnerstädten – aufgreifen“, verspricht sie. Den Fellbacher Herbst ersetzen könne diese Planung aber keineswegs, auch größere Veranstaltungen werde das Konzept nicht enthalten. Doch ganz verzichten will auch Zull nicht: „Der Fellbacher Herbst ist uns allen zu wichtig, um ihn ersatzlos zu streichen.“

In einer ersten Reaktion hat Christian List, Gastronom im Roten Hirsch im Rathaus, von einer „zu erwartenden und dennoch bitteren Entscheidung“ gesprochen. Er regt an, dass der Fellbacher Herbst im Jahr 2021 auf zwei Wochenenden ausgedehnt wird. „Das wäre ein schönes Zeichen an die Bevölkerung und eine große Hilfe für die teilnehmenden Wirte und Winzer“, argumentiert er. Burg-Wirt Frank Ellinger, seit mehr als zwei Jahrzehnten mit einem Festzelt beim Fellbacher Herbst vertreten, äußerte Verständnis für die Absage. „Ich bin froh, dass jetzt frühzeitig Klarheit herrscht und nicht rumgeeiert wird“, gab er zu Protokoll. Thomas Seibold, Vorstandschef der Fellbacher Weingärtner, sprach von einem „sehr bedauerlichen und vollkommen einmaligen“ Vorkommnis: „Das ist ein weiterer Nackenschlag für alle, die eh schon gebeutelt sind“, sagte er.




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