Corona-Krise Gaststättenverband rechnet mit 10.000 Schließungen im Südwesten

Von red/dpa/lsw 

Kneipen, Restaurants und Hotels sehen weiter kein Licht am Ende des Tunnels in der Corona-Krise. Tausende Schließung und Zehntausende Arbeitslose drohen alleine in Baden-Württemberg, glaubt der Gaststättenverband.

Vielen Gastrobetrieben im Südwesten droht die Schließung. (Symbolbild) Foto: imago images/Lichtgut/Leif-Hendrik Piechowski
Vielen Gastrobetrieben im Südwesten droht die Schließung. (Symbolbild) Foto: imago images/Lichtgut/Leif-Hendrik Piechowski

Stuttgart - Weil Kneipen, Restaurants und Hotels in der Corona-Krise weiter für ungewisse Zeit geschlossen haben, rechnet die Branche mit bis zu 10.000 Pleiten und Aufgaben allein in Baden-Württemberg. Außerdem drohten Zehntausende Arbeitslose, warnte der Sprecher des Gaststättenverbands Dehoga, Daniel Ohl, am Donnerstag.

„Wir sind bitter enttäuscht“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Die Gastronomen und Hoteliers sind tief verzweifelt, weil die Politik bei ihren ersten Lockerungen keinerlei Perspektive für die Branche eröffnet hat.“ Von den insgesamt mehr als 30.000 Betrieben könnte schon bald jeder dritte schließen, sollte die Politik kein umfassendes Rettungspaket schnüren.

„Unsere Betriebe waren die ersten, die geschlossen wurden, und sind nun die letzten, die wieder öffnen dürfen“, sagte Ohl. „Aber die Politik lässt das Gastgewerbe am Arm verhungern.“ Die bisherigen Rettungsmaßnahmen und Soforthilfen reichten bei weitem nicht aus: „Der Liquiditätsbedarf zum nackten Überleben liegt über alle Größenklassen hinweg bei ungefähr dem Vierfachen der ausgezahlten Beträge“, sagte der Verbandssprecher. Ohne einen umgehenden weiteren Fonds werde Baden-Württemberg die Vielfalt seiner Tourismusbranche verlieren, denn etliche Betriebe würden nach der Schließung nicht wieder öffnen.

Am Mittwochabend hatten Bund und Länder über die Beschlüsse zur Fortdauer der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie informiert. Gastronomiebetriebe - etwa Bars, Restaurants und Diskotheken - müssen demnach geschlossen bleiben. Großveranstaltungen, die für die Branche ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, bleiben bis zum 31. August in Deutschland verboten. Wie die Einschränkungen für die Branche gelten sollten, wurde zunächst nicht bekannt.