Corona-Krise in Stuttgart Pandemie sorgt bei Christbaumverkäufern für Neukunden

Frank Stuber verkauft unter anderen beim Möhringer Freibad Christbäume. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Frank Stuber verkauft unter anderen beim Möhringer Freibad Christbäume. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Christbaumverkauf ist gut angelaufen – und er darf auch während des Lockdowns weitergehen. Händler hatten befürchtet, dass ihre Bäume im Häcksler landen.

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Stuttgart - Für die Kinder in Möhringen und Fasanenhof ist es schon eine lieb gewonnene Tradition: Wenn Frank Stuber im Advent nach Stuttgart kommt und auf dem Parkplatz vor dem Möhringer Freibad seine Weihnachtsbäume aufreiht, ist immer auch ein Streichelzoo mit dabei. Doch wie so vieles, ist auch das in diesem Jahr anders: Sowohl der Kaninchenstall als auch der Verschlag für die Ziegen muss dieses Mal leer bleiben. „Die Tiere durften wir nicht mitbringen. Die Stadt hatte Bedenken wegen den Ansammlungen vor dem Zaun.“ Wenigstens der große aufblasbare Weihnachtsmann weist wie gewohnt darauf hin, dass die Familie Stuber aus Güglingen wieder ihre Christbäume verkauft – hier und an zehn weiteren Standorten in Stuttgart und Umgebung.

Eigenanbau bei Cleebronn

Das Familienunternehmen hat acht verschiedene Tannensorten im Sortiment, darunter auch ungewöhnliche wie die Nobilistanne. „Die Nordmanntanne wird aber nach wie vor am häufigsten nachgefragt“, sagt Frank Stuber. Die meisten Bäume, die es in Möhringen zu kaufen gibt, kommen aus dem Eigenanbau bei Cleebronn, einige werden zugekauft. Die zugekauften Bäume aus dem Norden seien buschiger, erklärt der Chef des Familienunternehmens. „Vor allem viele Amerikaner mögen solche Bäume.“ Vom angeblichen Trend zum Bio-Baum merkt Stuber indes nicht viel: „Ich hatte bisher einen Kunden, der danach gefragt hat“, sagt der Christbaumproduzent.

Verändertes Kaufverhalten

Insgesamt ist Stuber mit dem Absatz der Bäume bislang nicht unzufrieden – trotz Corona. „Die Firmen kaufen in diesem Jahr zwar etwas weniger“, sagt er. Soll heißen: Manches Unternehmen verzichtet in Pandemiezeiten auf den Adventsschmuck, weil viele Mitarbeiter im Homeoffice sind oder Kantinen geschlossen haben. „Dafür kommen neue Privatkunden, die sich früher keinen Weihnachtsbaum gekauft haben.“ Der mutmaßliche Grund für das veränderte Kaufverhalten: der ausgefallene Winterurlaub über Weihnachten, der einen Christbaum in der Vergangenheit schlichtweg überflüssig machte. Was den Christbaumanbietern in den vergangenen Tagen Sorgen gemacht hatte, war ein drohendes Verkaufsverbot im Zuge des harten Lockdowns. Der ist zwar am Sonntag beschlossen worden, doch der Christbaumverkauf wurde ausgenommen. Er bleibt erlaubt. Ein Verkaufsverbot wäre für Stuber „eine Katastrophe“ gewesen. Die Bäume seien ja geerntet worden.

Warteschlangen sollten vermieden werden

Dessen Geschäftsführer Thomas Lehmann betont, dass auf den Verkaufsflächen Maskenpflicht herrsche und die Möglichkeit zur Handdesinfektion bestehen müsse. Auch Warteschlangen sollten vermieden werden. „Sonstige Attraktionen wie einen Glühweinausschank mussten wir leider untersagen“, sagt Lehmann, der im Übrigen nicht erwartet, dass ein harter Lockdown noch vor Weihnachten dem Geschäft mit den Christbäumen ein jähes Ende setzt.

Dass Weihnachtsbäume an der frischen Luft verkauft werden, hält der Geschäftsführer des Christbaumverbands Baden-Württemberg, Martin Rometsch, ohnehin für einen entscheidenden Vorteil für die Branche. Dass es auf den Verkaufsflächen aus Gründen des Infektionsschutzes Einbahnregelungen gibt, wie Rometsch betont, konnte man in Stuttgart bislang allerdings noch nicht beobachten. „Allgemein haben die Anbieter derzeit einen höheren Personalaufwand, um die Coronaregeln umzusetzen“, sagt Rometsch. Was im Falle eines totalen Lockdowns noch vor den Feiertagen passieren würde, will sich Rometsch aber dann lieber doch nicht ausmalen.




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