Corona-Lockerungen im Kreis Göppingen Geschäftsleute hoffen auf Normalität

Die Corona-Lockerungen bescheren den Göppinger Gastronomen mit Außenbewirtschaftung wieder Einnahmen. Foto: Giacinto Carlucci Foto:  
Die Corona-Lockerungen bescheren den Göppinger Gastronomen mit Außenbewirtschaftung wieder Einnahmen. Foto: Giacinto Carlucci

Während die Läden und Gastronomie in Göppingen von den Corona-Lockerungen profitieren, ist in Geislingen nicht viel los. Die Testpflicht hält manch einen vom Bummeln ab.

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Kreis Göppingen - In Göppingen war in den ersten Tagen nach der Corona-Lockerung am Donnerstag viel los – in Geislingen dagegen gar nicht.

Während sich Oliver Sihler, der Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins „Göppinger City“, auf Nachfrage sehr zufrieden zeigte mit dem Kundenaufkommen in Göppingen und die Lockerungen als „guten wichtigen ersten Öffnungsschritt“ bezeichnete, ist Carola Loibl, die Vorsitzenden der Sparte „Handel“ der Geislinger Sterne, einfach nur frustriert. „Die Testpflicht hält die Leute absolut davon ab, bummeln zu gehen. In den vergangenen Tagen war extrem wenig los in der Fußgängerzone“, berichtet sie als Inhaberin des dortigen Schmuckgeschäfts „isi-times“. Die Hoffnungen der Ladenbesitzer lägen daher auf den kommenden Wochen – weil seit Dienstag die Testpflicht für den Handel entfallen ist.  „Ich glaube, die Leute müssen sich erst wieder daran gewöhnen, spontan bummeln und einkaufen zu gehen“, sagt Loibl und befürchtet, dass es „noch Wochen dauert, bis sich das wieder normalisiert hat“.

Kunden unterstützen vermehrt die Händler vor Ort

Oliver Sihler berichtet dagegen davon, dass die „Leute raus wollen, in Läden, in Cafés, sich treffen“. Entsprechend steige die Stimmung „und zwar sowohl bei den Kunden als auch bei den Geschäften und in der Gastronomie“. Besonders freut er sich darüber, dass die Kunden den Handel vor Ort vermehrt unterstützen, wie er sagt. „Dadurch, dass Göppingen in den vergangenen Monaten wie eine Geisterstadt gewirkt hat, ist es den Menschen wohl verstärkt ins Bewusstsein gerückt, wie wertvoll der Handel vor Ort ist.“

Das Wetter trage dazu bei, dass wieder mehr los sei. Allerdings schränkt Sihler ein, dass es bei der Gastronomie wegen der weiterhin gültigen Test-Vorschriften noch eher verhalten aufwärts gehe. Birgit Stoduto vom Geislinger Eiscafé „Perche No“ sieht das genauso. „Bei uns kauft man Eis nur zum Mitnehmen, keiner will drinnen oder draußen vor dem Café sitzen, weil sich keiner dafür testen lässt“, klagt sie. Lorenz Lleshaj, Inhaber der Göppinger Café- und Cocktailbar „Tresor“, ist dagegen „sehr erleichtert“, dass er nach sieben Monaten Schließung seit Donnerstag wieder geöffnet haben darf. Immerhin seien insgesamt mehr als 30 Mitarbeiter betroffen. „Es war doch einiges los in den vergangenen Tagen“, sagt er zufrieden. 99 Prozent seiner Gäste seien „einfach glücklich“ gewesen, dass sie wieder gemütlich einkehren, essen und trinken dürften. „Ein paar wenige haben gemeckert oder waren beleidigt, weil wir einen Nachweis verlangt haben, dass sie getestet oder geimpft oder genesen sind und sie diesen nicht dabei hatten. Oder weil sie nicht wussten, dass ihr negativer Schnelltest nur 24 Stunden gültig ist.“

Speisen und Getränke nur zum Mitnehmen

Martin Seitz von der Eybacher Roggenmühle hat für Besucher seit rund vier Wochen bereits einen Imbiss im Pavillon im Freien. Bestuhlt sei dort jedoch nicht. „Da gibt es Kaffee und Kuchen genauso zum Mitnehmen wie geräucherte Forelle im Wecken.“ Trotz der Lockerungen behält er das auch weiterhin bei, weil die Roggenmühle vor allem ein Ausflugsziel sei. „Wer weiß denn schon, dass Kinder ab sechs Jahren bereits einen negativen Test brauchen. Und auch Wanderer haben so was meist nicht dabei“, erklärt er. Die Innenräume mit Balkon sind jedoch seit Freitag wieder geöffnet. Gäste, die zum Essen kommen wollen, rufen meist vorher an und fragen, welche Bedingungen sie einhalten müssen, erzählt er. „Manche haben die Oma im Pflegeheim besucht und entscheiden sich dann, essen zu gehen, wenn sie schon einen negativen Test vorliegen haben.“ Insgesamt sei die Resonanz zwar „nicht schlecht für den Anfang“, findet er, „aber es ist noch nicht zu vergleichen mit Normalbetrieb – bei Weitem nicht“.




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