Corona-Pandemie Abstrichzentren müssen Testwillige abweisen

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Bei der Anlaufstelle in Nürtingen ist es in der Vergangenheit zu Engpässen gekommen. Und am Flughafen werden nur Reiserückkehrer getestet. Eine Frau aus Leinfelden-Echterdingen erzählt von ihrer Odyssee und warum sie nun doch keinen Abstrich hat machen lassen.

In den Corona-Zentren sind Ärzte und Helfer mit Schutzkleidung ausgestattet und entnehmen direkt am Auto einen Abstrich für den Test. Foto: dpa/Christoph Schmidt
In den Corona-Zentren sind Ärzte und Helfer mit Schutzkleidung ausgestattet und entnehmen direkt am Auto einen Abstrich für den Test. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Echterdingen - Die Verunsicherung ist groß. Wer sich in der Öffentlichkeit räuspert, zieht unweigerlich viele empörte Blicke auf sich. Und alle im Umkreis scheinen sich zu fragen, ob dieses Hüsteln bereits auf eine Corona-Infektion hindeutet. Eine Frau aus Echterdingen kennt diese Gefühl nur zu gut. Sie bekomme jeden Herbst eine Bronchitis. Das sei nun mal ihre Schwachstelle, sagt sie. Eigentlich kann sie mit dieser Krankheit gut umgehen, weiß, welche Medikamente sie nehmen muss, um schnell wieder gesund zu werden. Doch in diesem Jahr ist eben alles viel komplizierter.

Um ihr Umfeld zu beruhigen, entschied sich die Leserin unserer Zeitung dafür, einen Corona-Test zu machen. Weil sie hustete, bekam sie auch ohne Umschweife vom ihrem Hausarzt einen dafür erforderlichen Code. Dieser gilt aber nur an einem bestimmten Tag und nur für eine bestimmte Teststation, in diesem Fall für den vergangenen Dienstag und das Corona-Zentrum auf dem Festplatz in Nürtingen.

Im Testzentrum am Flughafen sei nichts los gewesen

Mit ihrem Auto fuhr sie die 25 Kilometer von Echterdingen nach Nürtingen. Kurz nach 14.30 Uhr war sie dort, das Testzentrum hatte bis 17 Uhr geöffnet. „Ich und auch viele andere Menschen wurden aber sofort abgefangen“, erzählt die Dame aus L.-E.. Die Mitarbeitenden erklärten, dass die Testkapazität von 700 pro Tag bereits erschöpft sei. Sie könne am nächsten Tag wiederkommen. Ihr Code vom Hausarzt sei dann noch gültig. „Allerdings war es mir unmöglich, am folgenden Tag dorthin zu fahren“, berichtet die Leserin.

Also versuchte sie etwas anderes: „Ich bin zum Flughafen gefahren. Dort ist eine Teststation, allerdings nur für Reisende mit Flugticket aus dem Ausland beziehungsweise aus einem Risiko-Gebiet“, sagt die Frau. Sie habe trotzdem angefragt. „Ich dachte, mit einem Lächeln und der Bereitschaft, den Test selbst zu zahlen, könnte es klappen.“ Doch Fehlanzeige, sie wurde zurückgewiesen. „Obwohl dort überhaupt nichts los war“, sagt die Frau mit Unverständnis in der Stimme.

„Doch gab es nicht Überlegungen, dass es wieder ein Testzentrum an der Messe geben soll?“, fragte sich die Dame und schaute auf dem Gelände vorbei. Doch am Dienstag dieser Woche sei da noch nicht ein Zelt, geschweige denn ein medizinischer Mitarbeiter zu sehen gewesen. Wieder zu Hause angekommen, versuchte sie über die bundeseinheitliche Rufnummer 116 117 beim ärztlichen Bereitschaftsdienst einen neuen Code für einen Corona-Test an einem anderen Tag zu bekommen. „Ich war ewig in einer Warteschleife, und habe dann aufgegeben.“ Immerhin, inzwischen sei ihre Bronchitis abgeklungen. Einen Corona-Test müsse sie nun wohl nicht mehr machen. Aber die ungute Situation bezüglich der Kapazitäten habe sie aufzeigen wollen.

Landratsamt verweist auf die Erhöhung der Testkapazitäten

Die Pressestelle des Landratsamts Esslingen bestätigt auf Nachfrage, dass es bis einschließlich Mittwoch nur eine Teststation im Landkreis gegeben habe, und zwar das in Nürtingen-Oberensingen. Seit Donnerstagmorgen sei jedoch zusätzlich das Testzentrum an der Messe in Betrieb – mit Unterstützung der Malteser und Personal von den Medicus-Kliniken. Damit gebe es nun wieder die gleichen Abstrichzentren und Kapazitäten wie zur ersten Hochzeit der Corona-Pandemie im April dieses Jahres.

Dass es Probleme an der Teststation in Nürtingen gab und Menschen auf den nächsten Tag vertröstet werden mussten, streitet die Pressestelle nicht ab. „Dieses hat es in der Vergangenheit immer wieder einmal gegeben, vor allem montags. Inzwischen kommt es wegen exponentiell steigender Infektionszahl und exponentiell steigender Kontaktpersonen häufiger vor“, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme. Doch mit der Eröffnung des zweiten Corona-Abstrichzentrums an der Messe seien nun bis zu 1300 Tests an einem Tag zu schaffen. Zudem gebe es 36 Corona-Schwerpunktpraxen und für Reiserückkehrer die Möglichkeit, sich am Flughafen testen zu lassen.




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