Firmen und Selbstständige in der Corona-Pandemie Nicht jede Hilfe hilft tatsächlich

Fast alles bleibt derzeit geschlossen. Foto: dpa/Peter Kneffel
Fast alles bleibt derzeit geschlossen. Foto: dpa/Peter Kneffel

Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden 2,41 Milliarden Euro an Betriebe in Baden-Württemberg gezahlt. Laut dem Bundesverband für mittelständische Wirtschaft könnte es aber noch viel mehr sein.

Stuttgart - Schließungen, Kündigungen, Jobverlust: Die Corona-Pandemie hat etliche Firmen sowie Selbstständige hart getroffen. Um die Einbußen abzumildern, haben die Bundesregierung und die Landesregierungen bereits mehrere Hilfsprogramme aufgesetzt. Im Südwesten seien seit März schon rund 2,4 Milliarden Euro an Betriebe ausgezahlt worden, informiert Benjamin Quinten, der Sprecher der L-Bank. Diese Summe stamme aus den Programmen Soforthilfe Corona, Stabilisierungshilfe Corona für das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie Überbrückungshilfe I und setze sich aus Geld von Bund und Land zusammen.

Bei der Handwerkskammer Stuttgart wurden seit dem Beginn der Pandemie 14 000 Anträge bearbeitet, bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart waren es 90 000. Bei der IHK kamen noch spezielle Hilfen für Mitarbeiter im Hotel- und Gaststättengewerbe, in der Messe- und Eventbranche, im Taxigewerbe sowie Schausteller hinzu.

Forderung nach weniger Bürokratie

Hans-Jürgen Völz, der Chefvolkswirt des Bundesverbands für mittelständische Wirtschaft (BVMW), hat nicht nur lobende Worte für die Hilfsprogramme parat. Die Soforthilfen in der ersten Phase der Pandemie seien relativ unbürokratisch und rasch ausgezahlt worden, bei den Überbrückungshilfen verhalte es sich umgekehrt. So sei in der ersten Antragsphase von Juni bis August der bundesweite Finanzrahmen von 24,6 Milliarden Euro zu lediglich fünf Prozent ausgeschöpft worden, 1,3 Milliarden Euro wurden bewilligt. „Das ist ganz wesentlich auf die teilweise unrealistischen Kriterien, vor allen Dingen aber auf die äußerst bürokratische Ausgestaltung des Antragsverfahrens zurückzuführen“, sagt Hans-Jürgen Völz.




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