Corona-Pandemie kommt dazwischen US-Paar wartet über zwei Monate auf Öffnung der Ruinen von Pompeji

Von red/AP 

Der Traum der Hewsons war es, einmal gemeinsam die Ruinen von Pompeji zu besichtigen. Als diese am Dienstag wieder öffneten, waren sie die ersten in der Schlange. Dafür musste das US-Paar nichts weiter tun, als in der Corona-Pandemie zweieinhalb Monate in Italien ausharren.

Colleen und Marvin Hewson haben es endlich geschafft. Foto: dpa/Alessandra Tarantino
Colleen und Marvin Hewson haben es endlich geschafft. Foto: dpa/Alessandra Tarantino

Pompeji - In ganzes Leben lang hatte es gedauert, bis sich Colleen und Marvin Hewson den Traum von ihrer gemeinsamen großen Italien-Reise erfüllen konnten. Doch dann kam das Coronavirus und sie strandeten Anfang März in Pompeji, ohne dass sie es in die berühmten Ruinen der antiken Stadt geschafft hätten. Zweieinhalb Monate später - am (heutigen) Dienstag - gehört das Ehepaar aus dem US-Staat Michigan zu jenen, die als erste die wieder geöffnete Ausgrabungsstätte besuchten.

„Wir haben es geschafft, wir sind endlich drin“, sagte Marvin Hewson über die lange Wartezeit, in der sie die Ruinen wegen der Corona-Beschränkungen maximal von außen hatten sehen können. Der Besuch der im Jahr 79 von einem Vulkanausbruch zerstörten Stadt war als Höhepunkt der Reise gedacht, die sie anlässlich seines 75. Geburtstags und ihres 30. Hochzeitstages unternahmen. Marvin Hewson war schon einmal in den 1960er Jahren in Pompeji gewesen, als er für die US-Marine in Italien stationiert war. Seiner 63-jährigen Frau, die zuvor noch nie im Ausland gewesen war, wollte er die Reise dorthin schenken.

So verbrachten sie die Zeit

Es war auf jeden Fall eine Reise, die sie nie vergessen wird. Als wenige Tage nach ihrer Ankunft in Italien Museen, Theater und Geschäfte geschlossen wurden, standen die Hewsons auch an den Ruinen von Pompeji vor verschlossenen Toren. Weil es ihnen nicht gelang, ihre Flüge umzubuchen, arrangierten sich die beiden mit der Lage und den herrschenden Ausgangsbeschränkungen und blieben. Ihre vier erwachsenen Kinder waren zunächst voller Sorge, entspannten sich aber, als sie hörten, dass ihre Eltern weit entfernt von der Krisenzone in Norditalien und bei ihren Vermietern in guten Händen waren.

Sie pflückten Orangen und Zitronen und lernten, Limoncello zu machen, erzählten die Hewsons. Vom Dach ihres Wohngebäudes konnten sie auf der einen Seite den Vesuv sehen, auf der anderen die Insel Capri. Es gebe schlechtere Orte, um zweieinhalb Monate auszuharren, war sich das Rentnerehepaar einig.

Die beiden gingen jeden Tag mehr als 7000 Schritte. Oft führten ihre Spaziergänge sie zu einem Lebensmittelladen nahe den Ruinen, wo sie sich auf eine Bank setzten und sich wünschten, sie wären drinnen, sagte Colleen Hewson.

Nachdem sie es am Dienstag endlich geschafft hatten, fuhren sie am gleichen Tag nach Rom weiter, um auch noch die Ewige Stadt zu besuchen, bevor es nach Hause zurückgehen sollte.

Doch Italien hat es ihnen auf jeden Fall angetan. „Wir haben uns Immobilien angeschaut. Das wäre ein Traum“, sagte Marvin Hewson. „Wir haben viel Geld gespart, weil alle Läden zu waren.“




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