Corona-Pandemie Warum zieht die AWS nicht auf das Aurelis-Areal um?

Die Papiertonne wird wieder geleert, aber wird das auch so bleiben? Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Die Papiertonne wird wieder geleert, aber wird das auch so bleiben? Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Der Corona-Ausbruch bei der AWS an der Liebknechtstraße ist nach Ansicht einiger Bezirksbeiräte den beengten Verhältnissen am Standort geschuldet. Die AWS soll deshalb rasch auf das Aurelis-Areal umziehen.

Vaihingen - Jüngst hatte das Coronavirus zusätzlich zum für die Jahreszeit üblichen Krankenstand bewirkt, dass die Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) die Papiertonnen im Filderbereich Stuttgarts nicht leeren konnte. Mehr als 90 Mitarbeiter waren ausgefallen, 20 davon wegen Covid 19. Der Betrieb in den Stadtteilen Asemwald, Birkach, Büsnau, Degerloch, Dürrlewang, Fasanenhof, Heumaden, Hoffeld, Hohenheim, Kaltental, Lauchhau, Lederberg, Möhringen, Plieningen, Riedenberg, Rohr, Schönberg, Sillenbuch, Sonnenberg, Steckfeld und Vaihingen musste eingestellt werden. Die Papiertonnen werden zwar wieder geleert, aber Vaihinger Bezirksbeiräte geben sich nicht zufrieden.

Die Duschen für die Mitarbeiter sind während der Corona-Pandemie viel zu eng

„Die Abfallwirtschaft ist immer noch in ihrem engen Domizil an der Liebknechtstraße im Synergiepark. Bis sie in die jetzige Feuerwache nach Degerloch umziehen wird, soll sie interimsweise auf dem Aurelis-Areal untergebracht werden“, fasst Ulrich Bayer, der Sprecher der CDU-Fraktion im Bezirksbeirat, zusammen. Auf dem Areal an der Liebknechtstraße, sagt er, gehe es sehr beengt zu, vor allem seit die Biotonne eingeführt worden sei: „Deshalb hat man mehr Mitarbeiter gebraucht, für die Container aufgestellt wurden. Die Fahrzeuge kommen gar nicht mehr auf dem Gelände unter. Sie parken an der Straße.“ Gerade während der Pandemie offenbare sich ein weiteres, wichtiges Problem: Die Duschen für die Mitarbeiter seien sehr eng. „Das ist natürlich wegen des Coronavirus fatal, und deshalb musste wegen Corona geschlossen werden.“

Der AWS-Standort soll kein Corona-Hotspot sein

Der Standort an der Liebknechtstraße könne aber nicht einfach vergrößert werden, unter anderem deshalb, weil der Wertstoffhof dort erhalten bleiben müsse. Seiner Fraktion, sagt Ulrich Bayer, stelle sich die Frage, warum nicht rasch das Aurelis-Areal als Standort genutzt werde: „Ein großes Zelt für die Interimslösung steht schon. Sie müsste schon fertig sein.“

Deshalb hat die CDU-Fraktion des Bezirksbeirats einen Antrag an die Abfallwirtschaft gerichtet. „Wir fordern die Abfallwirtschaft der Landeshauptstadt Stuttgart auf, unverzüglich eine Situation der Mitarbeiter herzustellen, bei der unter Pandemiebedingungen nicht die Gefahr eines Corona-Hotspots besteht“, heißt es im Antrag. Die Arbeitsbedingungen sollten auskömmliches Arbeiten für die Mitarbeiter ermöglichen. Die AWS solle berichten, weshalb die geplante Verlagerung der Betriebsstelle aus der Liebknechtstraße auf das Aurelis-Gelände, „trotz offensichtlicher baulicher Fertigstellung“ noch nicht erfolgt sei. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum nicht der größtmögliche Schutz der Mitarbeiter gewährleistet werde, wenn dies bereits möglich sei.




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