Corona-Quarantäne in Kirchheim Ruhige Nacht in der Quarantäne-Station

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Die Reaktionen im Netz auf die neue Corona-Quarantänestation im Kirchheimer Ateck-Hotel sind teilweise heftig. Vor der Unterkunft herrscht aber Ruhe.

In diesem Hotel müssen die Heimkehrer nun 14 Tage ausharren. Foto: Pressefoto H. Rudel 9 Bilder
In diesem Hotel müssen die Heimkehrer nun 14 Tage ausharren. Foto: Pressefoto H. Rudel

Kirchheim - Es ist kühl an diesem sonnigen Vormittag in Kirchheim/Teck. Und es ist ruhig. So sind die Sicherheitsleute, die seit Freitagvormittag das Ateck-Hotel im Kirchheimer Osten bewachen, vor allem damit beschäftigt, sich ein bisschen warm zu halten. Auch in der Nacht, so berichtet einer der Mitarbeiter der Berliner Securityfirma B.E,S.T. habe es rund um die Quarantäne-Station, in der seit Freitagnachmittag 15 China-Heimkehrer – darunter fünf Kinder – untergebracht sind, keine besonderen Vorfälle gegeben.

Es besteht kein Anlass zur Beunruhigung

Der Gesundheitszustand der Menschen, die über Paris und den Stuttgarter Flughafen nach Kirchheim gekommen sind, hat sich am Samstag nicht verändert, betont Udo Bangerter, der Pressesprecher des DRK Kreisverbands Stuttgart. Es bestehe nach wie vor kein Anlass zur Beunruhigung. Schon bei den ersten Untersuchungen, die am Freitag direkt nach der Ankunft am Stuttgarter Flughafen durch Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdiensts vorgenommen worden sind, hatte es keine Hinsweise auf den Coronavirus gegeben.

Sehen Sie weitere Informationen zur Quarantäne-Station in unserem Video:

Die Abstrichproben seien, so teilte das Sozialministerium noch am Freitagabend mit, im Labor des Landesgesundheitsamtes (LGA) untersucht worden. Die 15 Frauen, Männer und Kinder seien dabei allesamt negativ auf eine Coronaviruserkrankung getestet.

Die Lage in der Quarantänestation, so Udo Bangerter, sei völlig ruhig, die Stimmung „absolut in Ordnung“. Die aus China zurückgekehrten Deutschen seien zwar noch von der Reise erschöpft und müssten sich zunächst einmal erholen. Insgesamt habe die Versorgung der Menschen vom ersten Moment an aber hervorragend geklappt. Die Zahl der Dinge, die man am Samstag noch habe organisieren müssen, sei ausgesprochen gering gewesen – und habe sich auf Kleinbedarf, etwa Handy-Ladekabel, beschränkt.

Unruhe in den sozialen Netzwerken

Für etwas Unruhe haben in Kirchheim die zahlreichen, teilweise aggressiven Kommentare in den sozialen Netzwerken gesorgt: Vieles davon sei unerträglich, erklärte die Kirchheimer Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, die am Freitag mit einer öffentlichen Gemeinderatssitzung in der Kirchheimer Stadthalle offiziell aus ihrem Amt verabschiedet worden ist. Matt-Heidecker, die bei der Wahl im Dezember ihrem Herausforderer Pascal Bader deutlich unterlegen war, fügte in Hinblick auf ihre Abwahl wörtlich hinzu: „Wenn ich das so lese, bin ich auch ein bisschen froh, dass es nun vorbei ist.“




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