Corona-Virus in Baden-Württemberg Land will Zahl der Intensivbetten verdoppeln

Baden-Württemberg will Patienten von normalen Krankenhäusern in Reha-Kliniken verlegen, um Platz für Corona-Patienten zu schaffen. Aus China sollen Millionen von Schutzmasken kommen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann – hier ein Archivbild – sieht Baden-Württemberg noch am Anfang der Corona-Krise: „Es gilt weiterhin Alarmstufe rot.“ Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Ministerpräsident Winfried Kretschmann – hier ein Archivbild – sieht Baden-Württemberg noch am Anfang der Corona-Krise: „Es gilt weiterhin Alarmstufe rot.“ Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Stuttgart - Es ist ziemlich genau einen Monat her. Am 25. Februar gab es den ersten Fall von Corona in Baden-Württemberg, inzwischen sind mehr als 5000 Menschen positiv getestet worden. „Wir stehen erst am Anfang der Krise“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) erklärte, das Land sei gut aufgestellt.

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Während Kretschmann erklärte, das Land sei dabei, die Anzahl der Intensivbetten zu verdoppeln, präsentierte Lucha konkrete Zahlen. Derzeit gebe es 54 526 Betten im Land, davon 3246 Intensivbetten, davon wiederum mehr als 600 in den großen Unikliniken. Insgesamt stünden 2808 Beatmungsbetten zur Verfügung, aufgeteilt auf insgesamt 107 Standorte im Land.

Rehakliniken aktiviert

Von nun an, so Lucha, greife man auch auf die 193 Rehakliniken im Land zurück, auf deren rund 25 000 Betten und rund 1400 Ärzte. Patienten könnten nun zunehmend für Pflege und Kurzzeitpflege in diese Kliniken verlegt werden, um Platz in den Kliniken zu schaffen. Dies alles werde „zentral und regional“ gemanagt.

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Lucha verkündete zudem Erfolge bei der Suche nach Schutzmasken für die Krankenhäuser. 75 000 FFP-2-Masken und 350 000 OP-Masken kämen noch in dieser Woche, nächste Woche würden weitere erwartet. „Die Task-Force Beschaffung im Sozialministerium arbeitet rund um die Uhr“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. 110 000 Masken seien von Daimler zugesagt, 10 Millionen Stück würden nächste Woche aus China erwartet.

Harte Strafen möglich

Kretschmann dankte ausdrücklich den mehr als 4000 Studenten, die sich für medizinische Hilfe angeboten haben, ebenso wie den Kindern, die Bilder für Senioren in Heimen malen. Die Menschen im Land zeigten überwiegend Verständnis für die getroffenen Maßnahmen, so der Ministerpräsident – erklärte aber zugleich, dass die Polizei streng kontrolliere, ob diese auch eingehalten würden. Wenn nicht, sei mit „harten und drastischen Strafen“ zu rechnen.