Die Zahl der Atemwegserkrankungen erreicht ihren vorläufigen Höchststand. Eine neue Coronawelle ist bisher nicht erkennbar.

Nach zwei Wintern mit weniger Erkältungs- und Grippeviren im Zuge der Coronapandemie sind nun wieder viele Menschen in Deutschland daran erkrankt.

 

Die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen sei im Vergleich zur Vorwoche nochmals gestiegen und liege aktuell mit ca. 9,5 Millionen „sogar über dem Niveau der Vorjahre zum Höhepunkt schwerer Grippewellen“, so das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Corona-Wochenbericht.

Grippewelle begann besonders früh

Auch die Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen ist im Vergleich zur Vorwoche bundesweit auf zwei Millionen gestiegen. Die jährliche Grippewelle in Deutschland startete dieses Mal früher: Vor der Pandemie begann sie laut Saisonberichten des RKI meist erst zum Jahreswechsel und dauerte rund drei bis vier Monate. In den beiden Wintern zuvor waren Wellen wegen der Pandemie und der dagegen getroffenen Maßnahmen weitgehend ausgeblieben. Experten befürchteten daher mehr anfällige Menschen in der Bevölkerung.

Bei den Atemwegserkrankungen handle es sich vorrangig um Grippe (51 Prozent), das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV; 15 Prozent) und Corona (4 Prozent). Im aktuell sehr hohen Infektionsgeschehen spielen Covid-Erkrankungen im Vergleich mit anderen Atemwegserkrankungen daher eine geringere Rolle. Allerdings nahm die bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche um acht Prozent zu. Weiterhin ist die Omikron-Variante BA.5 vorherrschend (90,6 Prozent). Der Anteil ihres Subtyps BQ.1.1 stieg in der aktuellen Woche auf über 13 Prozent der untersuchten Proben.

Aktuell werden 989 Personen mit Covid-19-Diagnose auf Intensivstationen behandelt. Zum Vergleich: In der Vorwoche waren es 898 Personen und damit zehn Prozent weniger als in dieser Woche. Das zeigen Daten des RKI. Der R-Wert liegt weiterhin knapp über 1. Das bedeutet, dass die Zahl der Neuinfektionen steigt und sich das Virus ausbreitet.

Abwasserdaten deuten auf leicht steigenden Trend hin

Auch bei der im Abwasser gemessenen Viruslast zeigt sich ein leicht steigender Trend. Dies könnte sich mit zwei oder drei Wochen Verzögerung in den Infektionszahlen niederschlagen, da die Abwasserdaten frühzeitig Aufschluss über den Verlauf der Pandemie geben können. Fragmente von Coronaviren lassen sich im Abwasser nachweisen, da sie über den Stuhl dorthin gelangen.

Ein Beginn der befürchteten Corona-Winterwelle ist in den Daten des RKI bisher nicht sicher ablesbar. Zuletzt lagen die Werte längere Zeit auf ähnlichem Niveau.

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