Coronakrise in der Region Stuttgart Neue Taktung für Stadtbahnen

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Die Coronakrise wirkt sich auf den öffentlichen Nahverkehr aus. Auch die SSB zieht nun Konsequenzen in der Coronakrise. Der Fahrplan für Stadtbahnen und Busse in Stuttgart ändert sich.

Die Stadtbahnen fahren von Dienstag, 24. März, an nicht mehr nach dem Werktagsfahrplan – eine Folge der Corona-Krise. Foto: 7aktuell.de/Moritz Bassermann
Die Stadtbahnen fahren von Dienstag, 24. März, an nicht mehr nach dem Werktagsfahrplan – eine Folge der Corona-Krise. Foto: 7aktuell.de/Moritz Bassermann

Stuttgart - Auch die SSB stellen in der kommenden Woche wegen der Corona-Krise den Fahrplan um. Nach Informationen unserer Zeitung werden voraussichtlich vom Dienstag, 24. März, an die Stadtbahnen nach dem Sonntagsfahrplan unterwegs sein. Die SSB-Busse in der Stadt fahren dann wohl getreu dem Samstagsfahrplan. Eine Entscheidung darüber soll am Montag fallen, eine Bestätigung des städtischen Verkehrsunternehmens war am Freitag nicht zu erhalten. Der neue Fahrplan würde bedeuten, dass die meisten Stadtbahnen von Dienstag an im 15- und zu Spitzenzeiten auch im 10-Minuten-Takt unterwegs sind. Bei den Bussen greift man wohl auf den Samstagsfahrplan zurück, weil dort der Takt dichter ist als am Sonntag. Auch für die S-Bahn, den Busverkehr in den Kreisen und für Regionalzüge gelten neue Fahrpläne.

Was ist das Ziel?

Geplant ist nach den Worten von VVS-Geschäftsführer Horst Stammler eine „verlässliche Grundversorgung“ im gesamten Verbundgebiet. „Wir fahren den ÖPNV in der nächsten Woche geordnet runter“, sagt Stammler, „bieten aber weiterhin ein Angebot, damit die Menschen, die in dieser Situation alles am Laufen halten, ihren Arbeitsplatz erreichen.“ Damit meint er das Personal von Krankenhäusern, Pflegeheimen, Polizei, Feuerwehr, Hilfsdiensten und technischen Einrichtungen, aber auch von Lebensmittelgeschäften und anderen Läden, die öffnen dürfen. Und: „Die Menschen können weiterhin mit Bahnen und Bussen auch zum Einkaufen fahren“, sagt Stammler.

Was ist besonders?

Die Verkehrsbetriebe setzen mehr Züge und Busse ein, als in normalen Zeiten beim erwarteten Fahrgastaufkommen nötig wäre. Damit soll sichergestellt werden, dass die Fahrgäste Abstand halten können.

Gibt es weitere Änderungen?

Ja. Die S-Bahn fährt von Dienstag, 24. März, an auf allen Linien im 30-Minuten-Takt. Eingesetzt werden vor allem Langzüge mit drei Einheiten, die zusammen fast 600 Sitzplätze haben. Ausnahmen gibt es auf der S 4 zwischen Marbach und Backnang und der S 60 zwischen Böblingen und Renningen. Die Regionalzüge und -bahnen fahren schon von Montag an überwiegend im Stundentakt. Ganz gestrichen werden die Schusterbahn (Kornwestheim–Untertürkheim), der Nachtverkehr der S-Bahn und der Busse und die tägliche Flughafenfrühverbindung. Die regionalen Expressbuslinien Relex und die Teckbahn fahren wie gewohnt.

Was ist in der Region?

Die Busse in den Stadtverkehren in Böblingen-Sindelfingen und in Ludwigsburg verkehren von Montag an in einem erweiterten Samstagsfahrplan. Dann gilt in Ludwigsburg der 20- statt der 10-Minuten-Takt. Auch andere Buslinien in der Region sollen im Lauf der nächsten Woche nach einem erweiterten Samstagsfahrplan fahren, das heißt, sie werden im Berufsverkehr verstärkt. „Die Abstimmungen laufen noch“, sagt Stammler. Er hofft, dass dies bis spätestens Donnerstag über die Bühne ist. Bis dahin gilt weiter der Ferienfahrplan. Die Änderungen sind in der elektronischen Fahrplanauskunft hinterlegt und über das Internet oder Apps abrufbar.

Was ist mit VVS-Zeittickets?

Beim VVS und bei den Verkehrsunternehmen gibt es viele Anfragen, ob es Erstattungen von Zeittickets und Abos gibt, weil Schulen, Unis und Firmen geschlossen sind und die Fahrten dorthin ausfallen. „Wir versuchen, eine Lösung zu finden“, sagt Stammler, „bitten unsere Kunden aber um Geduld und Verständnis, dass dies Zeit braucht.“ Momentan habe Vorrang, die Krisensituation auch im Nahverkehr zu bewältigen.

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