Coronakrise in Stuttgart So setzen Ladenbetreiber die Regeln um

Von  

Kleine und mittlere Geschäfte in Stuttgart dürfen seit Montag wieder öffnen. Dafür gelten allerdings strenge Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus. Doch Stuttgarts Unternehmer wissen damit umzugehen – mancher auch mit Humor.

Einige Kunden warten vor dem mit Kreidestrichen markierten Eingang zum Misch Misch in Stuttgart. Mitarbeiterin Esther Schneider (rechts) heißt sie willkommen. Foto: Jonathan/ Rebmann 8 Bilder
Einige Kunden warten vor dem mit Kreidestrichen markierten Eingang zum Misch Misch in Stuttgart. Mitarbeiterin Esther Schneider (rechts) heißt sie willkommen. Foto: Jonathan/ Rebmann

Stuttgart-Mitte - Die Stammkunden sind wieder da, freut sich Esther Schneider, Mitarbeiterin beim Café Misch Misch in Stuttgart. Doch ansonsten ist es an diesem Montag eher ruhig in der Innenstadt, als der Verkauf in kleinen und mittleren Geschäften wieder beginnt. Der Ansturm auf die Läden bleibt aus. Da ist es mit der Einhaltung der Abstandsregeln in den Shops nicht allzu schwierig.

Im Misch Misch hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen: Alle 1,5 Meter ist eine Linie mit einem witzigem Spruch auf den Boden gemalt. „Ich hatte etwas Sorge, dass die Leute das nicht ernst nehmen, aber das Gegenteil ist der Fall“, sagt Esther Schneider. Obwohl es nun etwas länger dauere, bis jeder Kunde seinen Kaffee bekomme, seien die Leute höflich und geduldig.

Großer Ansturm bleibt aus

Auch Andrea Stigler, die Besitzerin von Second Dreams, ist mit dem Verhalten der Kunden zufrieden. Sie hat die Zahl der Menschen im Geschäft auf eine Handvoll begrenzt. „Es gab heute keinen großen Ansturm, das hat den Vorteil, dass man ganz entspannt arbeiten kann“, sagt die Verkäuferin von Second-Hand-Kleidung. Da auch ihre Tochter in dem Laden arbeite, blieben die beiden stets zur Sicherheit auf Abstand – wenn beide krank würden, müsste sie den Laden schließen, so die Händlerin.

Kerstin Sänger musste schon mehrfach Kunden ihres Fotohauses auf die Abstandsregeln hinweisen. Um sicherzugehen, hat sie Sperrbänder in der unteren Etage ihres Geschäfts aufgespannt, sodass die Fußwege der Kunden gelenkt werden können. „Ich habe für alle Mitarbeiter Masken nähen lassen“, berichtet Sänger. Auch Handschuhe und Desinfektionsmittel stehen für die Kunden bereit.

Desinfektionsmittel und Mundschutz für Mitarbeiter

In der Filiale des Textileinzelhandels Titus in der Stadtmitte ist ebenfalls noch nicht viel los. Das Geschäft messe 400 Quadratmeter und erlaube daher 20 Personen den Zutritt, rechnet Filialleiter Philip Reindl vor. Da stets drei bis vier Mitarbeiter anwesend seien, habe man die Zahl der Kunden zur Sicherheit auf 14 beschränkt. „Aber davon sind wir aktuell noch weit entfernt“, gibt Reindl zu. Ansonsten führe ein Mitarbeiter eine Strichliste. Die Maske ist für alle Mitarbeiter Pflicht. Am Eingang steht ein Fläschchen mit Desinfektionsmittel bereit.

Bei Ascawo weisen Pfeile auf dem Boden den Kunden den Weg. Doch bisher klappe das noch nicht so recht, beobachtet eine Mitarbeiterin. Doch da noch nicht viel Kundschaft da sei, sei das nicht so schlimm. Zum Schutz der Mitarbeiter werden EC-Gerät und Computer regelmäßig gereinigt. Auch eine Maske ist für alle Mitarbeiter Vorschrift.