Coronakrise in Stuttgart Zu wenig Abstand zwischen den Marktständen – Stadt reagiert

Von Heidemarie A. Hechtel 

Kontrollen auf den Stuttgarter Wochenmärkten hatten ergeben, dass es an den Ständen mitunter zu eng zugeht in Zeiten von Corona. Die Stadt reagiert nun darauf.

Entspannte Kunden auf  dem Wochenmarkt in Stuttgart-Degerloch. Foto: Lichtgut/Leif-Hendrik Piechowski 3 Bilder
Entspannte Kunden auf dem Wochenmarkt in Stuttgart-Degerloch. Foto: Lichtgut/Leif-Hendrik Piechowski

Stuttgart - Sind Sie das Ende der Schlange?“, heißt die meist gestellte Frage auf dem Wochenmarkt in Degerloch. Das geht manchmal ein bisschen kreuz und quer und auch in die Irre. „Ach, das ist ja gar nicht die Schlange zum Spargel“, stellt der Kunde Uli Nann irgendwann fest und kapituliert angesichts der drohenden Wartezeit: „Dann eben heute kein Spargel“, beschließt der ehemalige Lehrer der benachbarten Filderschule und orientiert sich neu. „Ich stehe auch immer falsch und dann werde ich wieder angeschnauzt“, tröstet ihn eine andere Kundin. Schickt aber gleich hinterher, dass so unfreundliche Zeitgenossen mit Hang zum Rüffeln die Ausnahme seien.

„Ab hier ist unser Bereich, Abstand. Danke“, steht auf dem Schild, mit dem die Obst- und Gemüsehändlerin Christel Manz um Distanz zur Vermeidung von Ansteckung bittet. Der Bäcker Wolfgang Hüttinger hat sogar eine Barriere mit Flatterband vor seinem Stand postiert und lobt seine Kunden, und das Schild von Märkte Stuttgart mit der Aufschrift „Bitte Abstand halten“, steht so mitten im Wege, dass es bestimmt keiner übersehen kann. Es geht entspannt zu, alle halten sich dran, Schwätzchen werden auch auf die Entfernung gehalten, und der Umsatz floriert. Vor allem beim Spargel. Einen Kunden weniger kann Christel Manz locker verschmerzen, die Schlange wird deshalb nicht kürzer.

Dringender Appell der Stadt

Stadt und Märkte Stuttgart wiederholen dennoch ihren dringenden Appell, den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Kontrollen hätten gezeigt, dass sich auf Wochenmärkten in der Innenstadt und in den Stadtteilen die Käufer und Besucher immer noch näherkommen als sie in Zeiten von Corona sollen, betont Ordnungsbürgermeister Martin Schairer. „Wir nutzen deshalb für die Märkte in Vaihingen und Weilimdorf zusätzliche Flächen, haben in Bad Cannstatt entzerrt und in Degerloch und Sillenbuch auch etwas umgestellt“, berichtet Thomas Lehmann, Geschäftsführer von Märkte Stuttgart. In Sillenbuch war in der Woche zuvor ein Beschicker von der Security der Märkte Stuttgart zurechtgewiesen worden, weil er sich zu weit ausgebreitet hatte. Aber Lehmann räumt auch ein: „Es gibt halt nicht überall so viel Platz zum Ausweichen wie am Marienplatz.“

Für den Einkauf zum Osterfest wird mit großem Kundenandrang gerechnet. Da in der Stuttgarter City nicht mehr der ganze Marktplatz von Baustellen belegt ist, zieht die Hälfte der Wochenmarkthändler zurück von der Königstraße vors Rathaus. „Das bleibt dann auch erst mal so“, sagt Lehmann. Und in der Markthalle steuert Security-Personal den Zugang.

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