Sechs Wochen Sommerferien stehen vor der Tür – in denen sich vieles ändern kann. Wie bereiten sich die Schulen bei ungewisser Coronalage auf das kommende Schuljahr vor?
Leonberg/Renningen - Es war ein aufwühlendes und ungewöhnliches Schuljahr, dass mit dem Start der Sommerferien am Donnerstag zu Ende geht. Nach langer Zeit im Homeschooling durften Schülerinnen und Schüler zumindest für ein paar Wochen zurück in die Klassenzimmer. „Wir haben uns sehr gefreut, dass alle Kinder wieder da waren“, sagt Roman Peters, Schulleiter des Johannes-Kepler-Gymnasiums in Leonberg. Deshalb wollte man die Schülerinnen und Schüler erst einmal ankommen lassen – und hat Klassenarbeiten auf das Nötigste beschränkt. Das habe, so Peter, gut geklappt.
Lernbrücken sollen Lücken schließen
Die Sommerferien bedeuten nun aber auch: Vorbereitung auf das kommende Schuljahr. Das sei angesichts der Coronalage „mit Ungewissheit verbunden“, sagt Peters. „Wir müssen abwarten, wie die Zahlen aussehen.“ Fest steht , dass die Schülerinnen und Schüler mit einer zweiwöchigen Maskenpflicht starten, um das Infektionsrisiko durch Reiserückkehrer zu minimieren. Wieder stattfinden dürfen AGs sowie mehrtägige Ausflüge. Um Stoff nachzuholen, findet am JKG sowie an vielen anderen Schulen in den letzten beiden Wochen der Sommerferien ein vom Bildungsministerium geförderter Zusatzunterricht, sogenannte „Lernbrücken“, statt. Am JKG sind rund 50 Kinder angemeldet.
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Um Lernlücken zu schließen, hat man am Gymnasium Renningen unterdes ein eigenes Programm auf die Beine gestellt. Etwa 60 Kinder aus der Unterstufe haben hier von einigen Schülerinnen und Schülern der Oberstufe Nachhilfeunterricht bekommen. Das Honorar wurde vom Förderverein gestellt. „Einige haben aber auch auf ihr Honorar verzichtet“, berichtet Schulleiterin Gaby Bundschuh stolz. Das Projekt soll im neuen Schuljahr wieder aufgelegt werden. Eine Lernbrücke in den Sommerferien gibt es ebenfalls, außerdem setzt die Schule auf Förderstunden für die Klassen fünf und sechs. „Das gab es schon vor Corona“, sagt Bundschuh, „hat aber jetzt einen ganz anderen Stellenwert bekommen.“
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Pläne für das neue Schuljahr werden in Renningen schon jetzt geschmiedet, etwa zu Lehraufträgen und Hygienekonzepten. „Das Anstrengende ist, dass man neben Plan A immer Plan B in der Hinterhand haben muss“, sagt Bundschuh. Natürlich könne man nicht alles planen – aber immerhin vorausschauend denken. So habe das Kollegium entschieden, die Hälfte der Schul-Tablets für eventuellen Fernunterricht zu reservieren, falls die Kinder nach den Ferien doch wieder von zu Hause aus lernen müssen.
Land will Hilfskräfte stellen
Für eventuellen Fernunterricht fühlt sich Bundschuh gewappnet. „Wir haben in eineinhalb Jahren unglaublich viel dazugelernt.“ Auch Roman Peters sieht das so: „Solle das passieren, sind wir vorbereitet.“ Das Leonberger JKG sei technisch so aufgestellt, dass man bei einem Wechselmodell den Unterricht im Klassenzimmer live für die Kinder zuhause übertragen könne.
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Und noch mehr Unterstützung soll unterwegs sein: Mit dem auf zwei Jahre ausgelegten Programm „Lernen mit Rückenwind“ will das Land zusätzliche Hilfskräfte – etwa Lehramtsstudierende – an die Schulen entsenden. Wie genau das an den hiesigen Schulen aussehen wird, weiß Peters noch nicht, sieht das Programm aber vorerst positiv. „Zwei Jahre sind ein guter Zeitraum“, findet er. „Wie viele Personen nun zu uns kommen und wie diese qualifiziert sind – das müssen wir sehen.“