Coronatest im Rems-Murr-Kreis Kein Ende in Sicht beim Nase popeln

In der Schwabenlandhalle kann man sich weiterhin auf Corona testen lassen. Foto: Gottfried Stoppel

Sinkende Coronazahlen und steigende Impfungen führten dazu, dass weniger getestet wurde. Aktuell sieht es anders aus: Beispiele zum Testen aus Fellbach und dem Kreis.

Rems-Murr: Simone Käser (sk)

Rems-Murr-Kreis - Wird Jens Mohrmann, Geschäftsführer der Schwabenlandhalle und Koordinator der Testzentren in Fellbach, nach einer Auflistung der aktuellen Testmöglichkeiten gefragt, hat er kurz darauf eine übersichtliche Liste parat. „Die Testzentren der Stadt werden in Kooperation mit Vereinen und Apotheken geführt. Der operative Betrieb wird bis auf die Volkshochschule von der Schwabenlandhalle unterstützt“, sagt er und fügt hinzu, dass teilweise sogar Sonderzeiten angeboten werden, wie etwa vergangenen Sonntag für Reiserückkehrer.

 

Von nachlassenden Testmöglichkeiten also keine Spur. Denn auch an den Festhallen in Schmiden und Oeffingen kann man sich weiterhin testen lassen. Einzig die Teststation am Rathaus, im ehemaligen Café Entrée – dort lief der Betrieb mit der Stadtapotheke und dem SV Fellbach –, ist geschlossen. „Aber nicht, weil nicht mehr getestet werden soll, sondern aufgrund von Umbaumaßnahmen“, sagt Mohrmann.

Auch im Friseursalon kann man sich testen lassen

Auch im Friseursalon Scholz in Weinstadt können sich Kunden testen lassen. Sie müssen es sogar, wenn sie die Haare kürzer wollen. Wer eine neue Frisur möchte, muss entweder einen negativen Schnelltest, seinen Impfausweis oder einfach 15 Minuten mehr Zeit mitbringen. Denn dann findet der Test vor Ort statt. „Als die 3G-Nachweispflicht im August beschlossen wurde, haben wir kostenlose Schnelltests in allen unseren Salons eingeführt“, sagt der Chef Oliver Scholz, der im Rems-Murr-Kreis 12 Filialen führt.

Direkt nach dem zweiten Lockdown ließ Oliver Scholz 121 Mitarbeiter als sogenannte „geschulte Dritte“ ausbilden, das heißt als Personen, die einen Test beaufsichtigen können. „Damit konnten wir einem Schnelltestzentrum gleichziehen. Das lief über die Cosima-App des Kreises und hat uns sehr geholfen“, sagt Scholz und fügt hinzu, dass die 15-Minuten-Regel längst auch für alle Mitarbeiter gilt. „Die testen sich täglich.“

Auf der Kreis-Homepage sind tagesaktuelle Testmöglichkeiten geführt

Tagesaktuelle Testmöglichkeiten finden sich auf der Homepage des Rems-Murr-Kreises. Dort kann auch Weinstadt ausgewählt werden. Unter „Spezielles Testzentrum“ ploppt eine Liste mit 17 Möglichkeiten auf. „Es sind allerdings nicht mehr alle aktiv. Wer auf Termin wählen geht, sieht aber, dass fünf aktive Testzentren nach wie vor zur Verfügung stehen, und das bleibt auch erst mal so“, sagt Claudia Leihenseder von der Stadt Weinstadt. Martina Keck, die Pressesprecherin des Landratsamts Rems-Murr, bestätigt, dass die Testzentren im Rems-Murr-Kreis weniger geworden seien. „In der Hochzeit hatten wir 200 Anlaufstellen, Mitte August waren es noch 100. Aber einige sind auch nur im Standby-Modus und werden wieder aktiviert, wenn zum Beispiel wie jetzt, viele Reiserückkehrer Bedarf haben“, sagt sie und betont die Niederschwelligkeit der Plattform. „Dort kriegen Bürger und Betreiber weiterhin leicht Infos, wo es Tests gibt.“

Patrick Pfeifer ist führend beim Testen in Waiblingen

Absolut überzeugt vom Konzept des Testens und davon, dass es beibehalten werden muss, ist auch Patrick Pfeifer. Der Pharmazeut betreibt zwei Apotheken in Waiblingen und deckt mit seinen Brüdern sowie seinem Team einen großen Teil der Waiblinger Testlandschaft ab – so ist er im Bürgerzentrum vertreten und seine Brüder betreiben mobile Testbusse. „Wir waren anfangs die Pilotapotheke bei der Buchungsplattform des Landkreises“, sagt Patrick Pfeifer, dessen Vater Bruno Pfeifer in Fellbach in einem Zelt vor seiner Apotheke am Berliner Platz testet. „Das Angebot muss auf jeden Fall bestehen bleiben. Auch immer mehr Geimpfte kommen und wollen die zusätzliche Sicherheit“, sagt Pfeifer. Auch wenn es ab 11. Oktober für alle, die ein Impfangebot hatten, nicht mehr kostenlos sei, gebe es Bedarf. „Es gibt Reiserückkehrer und die Schule hat begonnen. Das Testen wird uns weiter begleiten.“ Geplant seien schnelle PCR-Tests für die Waiblinger Schulen und Kitas. „Im Bürgerzentrum haben wir ein Labor, sodass wir PCR-Ergebnisse in 40 Minuten liefern können.“

Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Rekord liegt bei 15 000 Tests pro Tag

Auch Ralf Brügel, Schorndorfer Kinderarzt und Sprecher der Kinderärzte im Kreis, bietet jeden Tag eine Stunde an, in der man sich über die Cosan-App bei ihm einbuchen kann – Kinder und Erwachsene. Wie es ab dem 11. Oktober läuft, weiß er nicht, aber: „Ich will weiter Tests anbieten. Manche haben aus triftigen Gründen keine Impfung.“

Weitere Themen