Coronatests in Freiburg Schüler werden mit „Wattestäbchen-Lollis“ getestet

Freiburg geht beim Testen von Schülern auf das Coronavirus einen ungewöhnlichen Weg. (Symbolbild) Foto: picture alliance / dpa/Patrick Seeger
Freiburg geht beim Testen von Schülern auf das Coronavirus einen ungewöhnlichen Weg. (Symbolbild) Foto: picture alliance / dpa/Patrick Seeger

Die Stadt Freiburg setzt auf Pool-PCR-Tests an Schulen. Die Schüler lutschen an Wattestäbchen wie an Lollis, die dann gesammelt im Labor ausgewertet werden. Nur bei positiven Ergebnissen folgen dann auch Einzeltests.

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Freiburg - Die Stadt Freiburg geht bei Corona-Tests bei Schülern einen Sonderweg - und sieht in der Methode großes Potenzial. „Das hat die Chance, zu einem landes- oder bundesweiten Modell zu werden“, sagte Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Stadt setzt seit einigen Wochen auf sogenannte Pool-PCR-Tests. Dabei lutschen Schülerinnen und Schüler an Wattestäbchen wie an Lollis. Die Stäbchen kommen klassenweise gemeinsam in Trommeln und dann ins Labor, wo sie am selben Tag gesammelt untersucht werden. Nur wenn in dieser Sammeltestung Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt werden, müssen die Kinder am Abend nochmals zum Einzeltest. Positiv Getestete müssen sich isolieren, negativ Getestete können die Schulen weiter besuchen.

Testverfahren wird von Uniklinik wissenschaftlich begleitet

„Wir glauben, dass das ein richtig großer Wurf sein kann“, sagte Horn zu dem Projekt, das bislang nur zum Teil übers Land finanziert wird. „Es ist schneller, kostengünstiger, sicherer und nachhaltiger als das Testen mit Schnelltests.“ Bislang läuft die Aktion nur an ausgewählten Schulen. Die Stadt will sie aber immer weiter ausdehnen: Ab der übernächsten Woche sollen die Kinder an den 30 Grundschulen der Stadt zweimal wöchentlich getestet werden, in den Wochen darauf auch die in Kitas und weiterführenden Schulen.

Die Landesregierung habe das Verfahren anerkannt, die Uniklinik Freiburg begleite es wissenschaftlich, sagte Horn. So erhoffe man sich etwa Erkenntnisse darüber, an welchen Schultypen das Virus sich besonders stark ausbreite. Ein auf eigene Faust beschafftes österreichisches IT-System solle ab kommender Woche automatisch die Familien über die Testergebnisse informieren und gegebenenfalls zu Nachtestungen einladen. Die ersten Rückmeldungen aus den Schulen seien „phänomenal“, sagte Horn. In der Woche vor Ostern seien bei 2000 getesteten Schülern zwei Fälle ausfindig gemacht worden.

Auf lange Sicht könnten dem Oberbürgermeister zufolge auch Behören oder Firmen auf Pooltests zurückgreifen. Dazu müssten aber zunächst die PCR-Testkapazitäten in den Laboren ausgebaut werden. Auch hofft die Stadt auf mehr Geld vom Land, etwa zur Deckung der Personalkosten und für das IT-System.

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