Coronavirus in Baden-Württemberg Eisenmann bekräftigt: Rückkehr zum Präsenzunterricht

Susanne Eisenmann stützt ihre Forderung auf die Einschätzung von Kinderärzten und Kinderpsychologen (Archivfoto). Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Susanne Eisenmann stützt ihre Forderung auf die Einschätzung von Kinderärzten und Kinderpsychologen (Archivfoto). Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Trotz massiver Kritik hat Baden-Württembergs Kultusministerin noch einmal bekräftigt, dass Kindergärten und Grundschulen ab dem 11. Januar wieder öffnen sollten.

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Berlin - Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann bekräftigt ihre Forderung, Kindergärten und Grundschulen auf jeden Fall schon ab dem 11. Januar wieder zu öffnen. Diesen Beschluss sollten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten bei ihrer Konferenz an diesem Dienstag fällen, forderte die CDU-Politikerin in der „Bild“-Zeitung (Mittwoch).

Sie sagte: „Auch wenn der Lockdown über den 10. Januar hinaus verlängert wird, sollten Kitas und Grundschulen wieder öffnen für Präsenzunterricht. In diesen Altersklassen ist es unerlässlich, dass Kinder in Kitas gehen und in Schulen lernen.“

Eisenmann betonte, im Unterricht in der Schule sei der Lernerfolg am größten. „Wir müssen in dieser Krise auf Virologen genauso wie auf Kinderärzte und Kinderpsychologen hören. Und die sagen uns, dass die Langzeitfolgen für Kinder durch geschlossene Schulen enorm sind“, gab sie zu bedenken.

SPD-Chefin bewertet den Vorschlag als „geradezu unverantwortlich)

SPD-Chefin Saskia Esken bewertete den Vorschlag Eisenmanns in einem Interview der Funke-Mediengruppe als „geradezu unverantwortlich“. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte sich gegen eine Rückkehr zum normalen Schulbetrieb nach dem 10. Januar ausgesprochen. „Nach dem Lockdown darf es keine Rückkehr zum regulären Präsenzunterricht geben. Maske, Lüften plus 30 Kinder geht nicht, ansonsten droht wieder exponentielles Wachstum der Infektionszahlen“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“. Er forderte „bundesweit geteilte Klassen, zusätzliche Unterstützung für Lernschwächere, ausnahmslose Maskenpflicht in den Schulgebäuden und verkürzte Sommerferien zum Ausgleich der Defizite“.

Verkürzte Sommerferien hatte vor kurzem auch schon der Deutsche Kinderschutzbund gefordert und sich im Gegenzug für eine Verlängerung der Weihnachtsferien bis Ende Januar ausgesprochen.

Die Chefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlies Tepe, forderte, schnell Klarheit zu schaffen. „Kitas, Schulen und Unis brauchen Zeit, um sich vorzubereiten“, sagte Tepe der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Allerdings dürfe nicht weiter ignoriert werden, „dass in den Klassenräumen und auf den Schulhöfen kein Abstand gehalten werden kann“. Tepe fordert: „Mit dem Gesundheitsschutz ließe sich in der augenblicklichen Situation aber nur ein Wechselunterricht in kleinen Gruppen verbinden, das fordern wir genau wie auch das Robert Koch-Institut.“

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