Coronavirus Fünf Infizierte im Wohnheim

Ausländische Arbeiter in den Tunnels von Stuttgart 21 zählen zu den Infizierten. Es regt sich deshalb Protest wegen deren Arbeits- und Lebensbedingungen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Das Gesundheitsamt hat bereits zum dritten Mal in einem Monat in der Arbeiterunterkunft im Stuttgarter Osten Corona-Fälle ermittelt. Eine Schließung ist weiterhin nicht geplant.

Stuttgart - In einem Arbeiterwohnheim in der Neckarstraße im Stuttgarter Osten hat das Gesundheitsamt der Stadt zum wiederholten Male mit dem Corona-Virus infizierte Bauarbeiter ermittelt und in eine Schutzunterkunft bringen müssen. In fünf Fällen wurde eine Infektion festgestellt. Weitere fünf Personen wurden isoliert, die engen Kontakt zu den Infizierten hatten oder bei denen eine Erkrankung vorliegen könnte. Die Infektionsketten konnten nachvollzogen werden. Im Juni sollen die ausländischen Bewohner erneut untersucht werden. In Wohncontainern an der Rosensteinstraße waren im April ebenfalls Infektionen gemeldet und Arbeiter unter Quarantäne gestellt worden.

 

Die dritte Abhol-Aktion

Das Gebäude in der Neckarstraße mit rund 150 Betten in Ein- bis Dreibettzimmern kann nach Auskunft der Stadt weiter betrieben werden, sofern die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten würden. Zu dieser Einschätzung war die Behörde auch schon nach den ersten beiden Abhol-Aktionen in den vergangenen Wochen gekommen. Zuletzt war aber auch eine Schließung als Option genannt worden. Bei der Pandemie handele es sich um eine dynamische Lage, betont die Stadt: „Das Coronavirus ist ein neuartiges Virus. Bei dem Umgang mit dem Erreger lernen wir täglich dazu.“ Das Gesundheitsamt bewerte aktuelle Situationen nach vorliegendem Datenstand und bestem Wissen und ergreife die nötigen Maßnahmen. „Die Schlussfolgerungen, die gezogen werden, können daher heute andere sein als noch vergangene Woche.“

Ein Bewohner verhielt sich nicht korrekt

Im Falle des Arbeiterwohnheims ist die Situation momentan folgende: Grund für die nun umfangreichen Testung war ein Ende vergangener Woche aufgetretener Fall eines bereits unter Corona-Verdacht gelisteten Mannes. Er soll sich nicht an die Vorschriften zur Isolation gehalten haben, konnte zu seinen sozialen Kontakten aber nur vage Angaben machen, sodass eine lückenlose Nachvollziehbarkeit der Infektionskette unmöglich gewesen sei. Deshalb entschied sich das Gesundheitsamt, am Sonntag alle rund 80 Wohnheimbewohner, die auf verschiedenen Baustellen arbeiten, unter anderem auch in den S-21-Tunnels, zu testen.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Stuttgart Exklusiv Stuttgart 21