Coronavirus Fünf Tipps, wie Sie im Homeoffice nicht durchdrehen

Von Siri Warrlich 

Viele Menschen arbeiten nun von zu Hause aus – voraussichtlich für mehrere Wochen. Worauf Arbeitnehmer achten sollten, damit Homeoffice auch über einen längeren Zeitraum klappt.

Lieber Fernsehen statt Arbeiten? Wir geben Tipps, wie Sie Ablenkungen im Homeoffice widerstehen. Foto: dpa/Daniel Naupold
Lieber Fernsehen statt Arbeiten? Wir geben Tipps, wie Sie Ablenkungen im Homeoffice widerstehen. Foto: dpa/Daniel Naupold

Stuttgart - Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus beeinflusst fast alle Lebensbereiche – auch die Arbeit. Viele Arbeitnehmer in ganz Deutschland wurden in den letzten Tagen ins Homeoffice geschickt. Wie lange dieser Zustand anhalten wird, kann derzeit niemand seriös vorhersagen. Auf diese fünf Dinge sollte man Acht geben, damit das Arbeiten von zu Hause aus auch über mehrere Wochen hinweg gut funktioniert.

1 Die Arbeit auf Distanz halten

Gedanklich zwischen Arbeit und Freizeit trennen – das dürfte für viele Menschen in der kommenden Zeit schwierig werden. Wer einen gesonderten Raum zum Arbeiten hat, sollte auf jeden Fall nur dort arbeiten. Auch wenn kein extra Zimmer vorhanden ist, gilt: Physische Distanz zur Arbeit schaffen, und sei sie noch so klein.

„Man sollte sich einen festen Platz organisieren, wo man wirklich nur zum Arbeiten hinkommt“, sagt Marlen Cosmar vom Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. „Das könnte zur Not auch nur ein Stuhl sein, an dem jetzt eben immer der Laptop steht und an dem man dann abends auch nicht isst.“ So falle es Arbeitnehmern leichter, Ablenkungen zu vermeiden und die gedankliche Trennung zwischen Arbeit und Freizeit aufrecht zu erhalten – auch wenn jetzt alles in denselben vier Wänden stattfindet.

2 Routine, Routine, Routine

Wer für längere Zeit von zu Hause aus arbeitet, sollte unbedingt versuchen, an Routinen festzuhalten. Dabei kann eine Atmosphäre helfen, die dem gewohnten Arbeitsplatz so nah wie möglich kommt. „Ziehen Sie zum Beispiel Kleidung an, die Sie nur zum Arbeiten benutzen und danach wechseln “, rät Marlen Cosmar. Ist der Arbeitstag vorbei, kann man ganz bewusst in die Freizeitkleidung schlüpfen. Das hilft, im Kopf zwischen Freizeit und Arbeit zu trennen. Außerdem sind ein fester Zeitplan und Tagesziele hilfreich, die man abarbeiten kann.

3 Auf Rücken und Nacken achten

Eine gute Haltung am Arbeitsplatz ist wichtig. Wenn das Homeoffice zum Dauerzustand wird, sollte man auch zu Hause einige Grundregeln beachten. PC oder Laptop sollten so aufgestellt sein, dass sich kein Tageslicht darauf spiegelt. Der Abstand zum Bildschirm sollte etwa 50 bis 70 Zentimeter betragen, rät die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).

Wer einen gesonderten Bildschirm hat, sollte ihn unbedingt nutzen. Das ermöglicht eine bessere Arbeitshaltung. Am besten schaut man entspannt von oben auf den Bildschirm herab, als würde man ein Buch lesen. Im Idealfall sollte der Kopf beim Blick auf den Monitor leicht gesenkt sein. Das beugt laut der DGUV Verspannungen vor. Außerdem beachten: Wege in die Kantine, zum Kopierer oder ins Nachbargebäude zur Besprechung fallen im Homeoffice weg. Deshalb immer wieder aufstehen und in der Wohnung ein paar Schritte gehen.

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4 Kaffeeklatsch am Telefon

Soziale Kontakte zu Kollegen fehlen im Homeoffice größtenteils. Ein zufälliger Klatsch in der Kaffeeküche oder ein Kollege im Treppenhaus, den man lange nicht gesehen hat – solche Begegnungen wird es in den kommenden Wochen kaum noch geben. Für viele Menschen sind sie aber sehr wichtig.

Expertin Marlen Cosmar rät, sozialen Austausch auch im Homeoffice so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. „Schaffen Sie Anlässe, sich mit Kollegen auch mal informell zu besprechen. Rufen Sie sich an. Sprechen Sie über das, was sonst Thema in der Teeküche wäre.“ Sollte ein Arbeitstag nicht ohnehin Besprechungen mit sich bringen, könnte es zudem hilfreich sein, morgens beim Chef Hallo zu sagen – in welcher digitalen Form auch immer – und sich abends wieder abzumelden. Auch so bleibt sozialer Kontakt bestehen.

5 Pausen machen, Überstunden vermeiden

„Im Durchschnitt tendieren Menschen dazu, im Homeoffice Überstunden zu machen - etwa zwei pro Woche. Das ist wissenschaftlich belegt“, sagt Marlen Cosmar. Deshalb gilt: Im Homeoffice besonders darauf achten, dass man die eigene Arbeitszeit einhält und Überstunden nicht zum Dauerzustand werden.

Außerdem sind Pausen wichtig. „Manche Menschen neigen dazu, sich im Homeoffice total in ihre Arbeit zu verbeißen und gar keine Pausen mehr zu machen“, so Cosmar. Deshalb rät Cosmar, spätestens alle zwei Stunden eine Pause machen – und zur Not einen Wecker dafür stellen.

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