Coronavirus Heimatring sagt Stadtfest wegen Corona-Krise ab

Von  

Weil die Veranstalter keine Planungssicherheit haben, wird das für dieses Jahr erstmals geplante Stadtfest in Stuttgart-Vaihingen verschoben. Zudem ruft der Bezirksvorsteher zur Unterstützung der lokalen Wirtschaft auf. Der Bezirksbeirat will Vereinen helfen.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Das Kinder- und Heimatfest war immer ein beliebter Treffpunkt. Die Neuauflage wird nun wegen der Krise verschoben. Foto: Archiv Alexandra Kratz
Ein Bild aus besseren Zeiten: Das Kinder- und Heimatfest war immer ein beliebter Treffpunkt. Die Neuauflage wird nun wegen der Krise verschoben. Foto: Archiv Alexandra Kratz

Vaihingen - Vieles ist schon vorbereitet gewesen, sogar die ersten Werbeflyer waren bereits gedruckt und verteilt. Doch nun muss das neue Vaihinger Stadtfest wegen der Pandemie auf 2021 verschoben werden. Dies haben die Mitglieder der Steuerungsgruppe vor Kurzem einmütig in einer Telefonkonferenz beschlossen. „Für uns als Veranstalter ist es wichtig, dass wir für die Vaihingerinnen und Vaihinger Verantwortung übernehmen. Dazu gehört in diesem Fall auch, eine Veranstaltung abzusagen“, begründet der Bezirksvorsteher Kai Jehle-Mungenast die Entscheidung. Er ist zugleich der Vorsitzender des Heimatrings, einer Dachorganisation der Vaihinger Vereine, Schulen, Kirchengemeinden und anderer Organisationen aus dem gesamten Stadtbezirk.

Der neue Termin steht noch nicht fest

„Noch immer ist die Corona-Lage dynamisch und niemand kann verlässlich vorhersagen, wann wieder solche großen öffentlichen Veranstaltungen stattfinden können. Unsere ehrenamtlichen Vereine, die das Fest tragen, brauchen Planungssicherheit“, fügt Jehle-Mungenast hinzu. Deshalb warte man nun nicht länger ab, sondern verschiebe die gesamte Aktion ins nächste Jahr.

Wann genau 2021 das Fest im Stadtpark stattfindet, steht noch nicht fest. Angedacht ist ein Wochenende zwischen den Pfingst- und den Sommerferien. Bis zur nächsten Telefonkonferenz der Steuerungsgruppe Mitte April wollen die Teilnehmer die Kalender der Vereine und der anderen Veranstalter prüfen, damit es zu keinen Terminüberschneidungen kommt.

Seit dem Jahr 2016 gab es kein Heimatfest mehr

Das neue Vaihinger Stadtfest sollte am 20. und 21. Juni 2020 im Stadtpark steigen. Rund 30 Vereine aus allen Stadtteilen hatten ihre Teilnahme zugesagt, das Programm mit zwei Bühnen und etlichen Aktionen im Stadtpark stand fest, und ein abwechslungsreiches kulinarisches Angebot hätte die Gäste verwöhnt. Zudem hatten örtliche Unternehmen ihre finanzielle Unterstützung zugesagt, und der Bezirksbeirat hatte die Förderung aus dem Bezirksbudget beschlossen.

Seit dem Jahr 2016 gab es kein Heimatfest mehr im Stadtbezirk. Die Veranstaltung war auf immer weniger Resonanz gestoßen. Anfang 2019 gründete sich eine Gruppe Ehrenamtlicher, die zusammen mit den Mitarbeitern des Bezirksamts ein neues Fest auf die Beine stellen wollte. Auch der Verbund Vaihinger Fachgeschäfte (VVF) hat den für Ende April geplanten Vaihinger Frühling wegen der Corona-Krise bereits abgesagt.

Insbesondere der Einzelhandel und die Gastronomie leiden schon jetzt

In einem offenen Brief an die Menschen in Vaihingen weist Jehle-Mungenast zudem auf die verschiedenen Hilfsangebote im Stadtbezirk hin. Vor allem aber ruft er dazu auf, die lokale Wirtschaft weiterhin zu unterstützen. Insbesondere Einzelhandel und Gastronomie würden schon jetzt enorm leiden. „Deshalb sollten wir alle die Angebote aus unserem Stadtbezirk nutzen, egal ob bei der Abholung des Mittagessens, der Lieferung von Getränken oder den alltäglichen Besorgungen“, schreibt der Bezirksvorsteher. Der VVF informiere dazu auf facebook.com/vaihingenaktiv und der Bund der Selbstständigen auf seiner Internetseite www.bds-vaihingen.de.

Betroffen von der Corona-Krise seien auch die Vereine im Stadtbezirk, so Jehle-Mungenast weiter. Deshalb habe er mit den Sprechern der Bezirksbeiratsfraktionen vereinbart, dass „wir mit den Mitteln des Bezirksbudget Vereine unterstützen möchten, die durch die Corona-Lage in Schwierigkeiten geraten sind“. Über die genauen Förderkriterien werde man sich noch zu gegebener Zeit verständigen.

Sonderthemen