Coronavirus in Baden-Württemberg Kein Platz auf Intensivstationen – Luftrettung verlegt Patienten

Intensivpatienten müssen teilweise wegen der hohen Belastung vieler Intensivstationen per Hubschrauber in  eine andere Klinik transportiert werden. Foto: dpa/Marijan Murat
Intensivpatienten müssen teilweise wegen der hohen Belastung vieler Intensivstationen per Hubschrauber in eine andere Klinik transportiert werden. Foto: dpa/Marijan Murat

Per Hubschrauber von einer Klinik in die andere: Nicht nur am Coronavirus schwer erkrankte Menschen müssen immer öfter in andere Krankenhäuser verlegt werden. Zuweilen trifft dies auch Intensivpatienten mit ganz anderen Beschwerden.

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Stuttgart - Nicht nur Covid-19-Patienten werden inzwischen wegen der hohen Belastung vieler Intensivstationen per Hubschrauber von einer Klinik in eine andere transportiert. Um Kapazitäten zu schaffen, müssen zuweilen auch andere Intensivpatienten verlegt werden. Die Crew des DRF-Rettungshubschraubers Christoph 51 brachte zuletzt etwa einen Patienten aus dem Hohenloher Krankenhaus in eine Reha-Klinik in Bayern. „In den vergangenen zwei Wochen wurden unsere Hubschrauber sehr häufig alarmiert, um Covid-19-Patienten zwischen Kliniken zu transportieren“, sagte eine Sprecherin der DRF Luftrettung.

Zehn schwer kranke Covid-19-Patienten aus Baden-Württemberg wurden bereits nach Rheinland-Pfalz und ins Saarland verlegt. Über das sogenannte Kleeblatt-System komme es immer häufiger dazu, dass über Bundesländergrenzen hinaus verlegt werde, sagte die DRF-Sprecherin. „Allerdings sind nicht all unsere Stationen gleichermaßen betroffen. Insbesondere im Süden und im Osten Deutschlands haben wir gerade deutlich mehr Verlegungen von Covid-19-Patienten.“

Kleeblatt-Konzept für die Verlegung von Intensivpatienten aktiv

Das bundesweite Kleeblatt-Konzept wurde zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten in weniger belastete Bundesländer aktiviert. Es soll verhindern, dass dringend behandlungsbedürftige Patienten wegen Überlastung der Intensivmedizin in einem Bundesland nur noch unzureichend oder gar nicht mehr versorgt werden können.

Pilot Thomas Roth startete für die Verlegung eines schwer kranken Patienten, der nicht mit dem Coronavirus infinziert war, mit seiner Mannschaft am Stuttgarter Flugplatz Pattonville. Der 52-Jährige muss für solche Flüge immer besonders auf das Wetter achten. „Auch kleine Turbulenzen können für den Patienten schmerzhaft sein“, sagte Rettungsärztin Eva Müller. Die 40-Jährige arbeitet normalerweise auf der Intensivstation des nahen Klinikums Ludwigsburg. Im Innern des Hubschraubers ist es eng. Menschen mit einem Gewicht über 120 Kilogramm können in der Regel nicht transportiert werden.

Vom Sonderlandeplatz Pattonville starten im Jahr mehr als 1100 Hubschrauber-Einsätze. Jeder zweite ist ein Notfall. Notfallsanitäter Georg Berg - mit 66 Jahren der Dienstälteste in der Crew - sagt: „Ein Patient ist ein Patient.“ Er unterscheide nicht zwischen Geimpften und Ungeimpften. „Wer Hilfe braucht, bekommt sie.“ Persönlich verstehe er aber nicht, warum Menschen sich nicht impfen lassen.

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