Coronavirus in Baden-Württemberg Warum der Landwirtschaftsminister das Home-Office verlassen hat

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Auch viele Politiker arbeiten derzeit von zu Hause aus. Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk hingegen absolvierte am Montag einen Termin im Weinberg.

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk hat das Home Office verlassen – als Geste der Solidarität mit denjenigen, die weiterhin draußen arbeiten müssen. Foto: dpa/Marijan Murat
Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk hat das Home Office verlassen – als Geste der Solidarität mit denjenigen, die weiterhin draußen arbeiten müssen. Foto: dpa/Marijan Murat

Stuttgart - Auf einem Weinberg in Lauffen am Neckar hat Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) am Montag vor der Presse ein sanftes Verfahren zur Bekämpfung von Schädlingen vorgestellt: „Der Einbindige und der Bekreuzte Traubenwickler sind seit Jahrhunderten gefürchtete Schädlinge im Weinbau“, sagte Hauk. Der Volksmund nenne ihn auch „Heu- und Sauerwurm“ und er könne gravierende Verluste beim Ertrag und der Qualität der Trauben verursachen.

Seit 20 Jahren gebe es ein biotechnisches Verfahren zur Regulierung der Traubenwickler, das Pheromonverfahren. Das finde zunehmend Verbreitung. Mit Hilfe von Sexualduftstoffen werden männliche Tiere so verwirrt, dass es nicht zu einer Befruchtung der Weibchen kommt. „Es ist eine gute Sache, wenn durch großflächige Anwendung eines biologischen Verfahrens die Umwelt geschont wird“, sagte der Minister. Das Land fördere diese Methode mit 1,8 Millionen Euro im Jahr. Auf Insektizide werde so verzichtet. In Lauffen werde nahezu die gesamte Rebfläche mit Ampullen gegen beide Wicklerarten bestückt.

Corona-Pandemie erschwert das Vorgehen

Dies sei notwendig, um eine hohe Wirksamkeit des Verfahrens zu erreichen. Eine Mindestgröße von 20 Hektar in geschlossener Weinberglage sei notwendig. Deshalb gebe es Pheromon-Gemeinschaften, die das einheitliche und pünktliche Ausbringen der Ampullen in einer Reblage organisieren. In diesem Jahr habe die Corona-Verordnung allerdings das gemeinschaftliche Ausbringen der Ampullen erschwert, erklärte Hauk.

Für den Außentermin hatte der Minister erstmals sein Home Office verlassen. „Es ist ein Zeichen der Solidarität für alle diejenigen, die weiterhin draußen arbeiten müssen“, so eine Ministeriumssprecherin. Auf die Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen sei geachtet worden.

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