Coronavirus in Deutschland Fast jede zehnte Corona-Infektion aus dem Ausland

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Die Grenzen in Europa stehen für Reisende wieder zunehmend offen. Damit steigt auch die Zahl der Corona-Infektionen über die Grenzen hinweg. Vor allem ein Land steht aktuell im Fokus.

Serbien und die übrigen Staaten des ehemaligen Jugoslawien haben derzeit schwer mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Foto: dpa/Darko Vojinovic
Serbien und die übrigen Staaten des ehemaligen Jugoslawien haben derzeit schwer mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Foto: dpa/Darko Vojinovic

Stuttgart - Die Grenzen sind (teilweise) wieder geöffnet, und mit den Menschen reist auch das Coronavirus wieder vermehrt durch die Welt. Damit wird es für Länder mit relativ niedrigen Infektionszahlen wie Deutschland wieder wahrscheinlicher, dass Menschen sich im Ausland infizieren und das Coronavirus gewissermaßen nach Deutschland mitbringen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) erfasst die Zahl derer, die sich mutmaßlich nicht in Deutschland angesteckt haben, seit Ausbruch der Pandemie. Im aktuellen Lagebericht vom Dienstag sind detaillierte Zahlen zu den sogenannten Expositionsländern aufgeführt – also jenen Ländern, in denen sich Infizierte mutmaßlich angesteckt haben, ehe die Infektion dann in Deutschland registriert wurde. Der Anteil der mit Infektion Eingereisten lag im März bei über 50 Prozent, sank infolge der Reisebeschränkungen aber rasch in den unteren einstelligen Prozentbereich. Anfang Juli stieg er laut RKI auf knapp 9 Prozent.

Besonders Serbien sticht in dieser Statistik heraus. Zwischen dem 22. Juni und dem 5. Juli sind in Deutschland laut RKI 116 Infizierte gezählt worden, die sich in dem Balkanland angesteckt haben. Das Schaubild zeigt die im Ausland Infizierten nach dem sogenannten Expositionsland:

Serbien hat derzeit schwer mit dem Corona-Virus zu kämpfen. Nach zuletzt stark gestiegenen Infizierten- und Verstorbenenzahlen wurden die Anti-Corona-Maßnahmen wieder verschärft, dazu zählt eine angekündigte Ausgangssperre. In der Nacht zum Mittwoch gab es in Serbien dagegen massive Protestes. Serbien hatte in den vergangenen Wochen die Maßnahmen deutlich zurückgefahren und selbst Fußballspiele mit 20 000 Zuschauern wieder erlaubt.

Ex-Jugoslawien als Corona-Krisenregion

Der Westbalkan ist insgesamt Europas Corona-Krisenregion. Das zeigt sich in der Statistik der eingereisten Infizierten bei Bosnien und Herzegowina sowie dem Kosovo, und es bildet sich natürlich in den Corona-Statistiken ab. Der Anteil der Infizierten in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien liegt deutlich über denen etwa in Deutschland, zudem sind die Zahlen zuletzt stark angestiegen.

Das österreichische Außenministerium verhängte bereits vergangene Woche die höchste Reisewarnstufe für die Länder des Westbalkans, Rückkehrer aus aus diesen Ländern müssen in Quarantäne oder einen negativen Covid-19-Test vorweisen. Der Außenminister Alexander Schallenberg begründete dies explizit mit der Angst vor Infektionen von weiteren einheimischen Urlaubern, die das Virus zurück nach Österreich tragen. Auch das Auswärtige Amt warnt vor Reisen etwa nach Serbien.

Vom Urlaubsland zum Infektionsherd?

Die Länder des ehemaligen Jugoslawiens, darunter die mit Serbien, Montenegro und Bosnien und Herzegowina weiter eng verbundenen EU-Mitgliedsstaaten Slowenien und Kroatien, sind auch für Deutsche beliebte Urlaubsländer. Inwiefern sich das dortige Infektionsgeschehen während der Feriensaison auch auf die Zahlen hierzulande auswirkt, muss sich noch zeigen.

Aktuell, auch das zeigt die Statistik, findet der ganz überwiegende Teil der Infektionen noch in Deutschland selbst statt:

Wie der aktuelle Stand in Sachen Corona in beliebten Urlaubsländern ist, berichten wir in diesem Beitrag.




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