Coronavirus in Deutschland Stuttgarter Student entwickelt Homepage gegen Fakenews mit

Von Sina Götz 

Knapp 43.000 Teilnehmer sind beim Hackathon #WirvsVirus der Bundesregierung dabei gewesen – darunter der Stuttgarter Student An Dang. Er entwickelte mit seiner Gruppe in 48 Stunden ein Projekt, das helfen soll, falsche Nachrichten zum Coronavirus zu entlarven.

Die Website soll einmal helfen, falsche Meldungen zum Coronavirus zu entlarven. Foto: An Dang
Die Website soll einmal helfen, falsche Meldungen zum Coronavirus zu entlarven. Foto: An Dang

Stuttgart - Das vergangene Wochenende ist stressig gewesen für An Dang. Im Gegensatz zu den wohl meisten anderen Deutschen, die sich aufgrund der Ausgangsbeschränkung bereits am ersten Wochenende in den eigenen vier Wänden eher zur Untätigkeit verdonnert sahen, hatte der 24-Jährige einen straffen Zeitplan. Denn er war Teilnehmer beim #WirvsVirus-Hackathon, den die Bundesregierung zusammen mit sieben sozialen Initiativen ins Leben gerufen hatte.

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Nur zwei Tage hatten er und sein Team Zeit, eine innovative Idee zu entwickeln, die der Gesellschaft helfen kann, „solidarisch zu sein und gestärkt aus der aktuellen schwierigen Situation durch Covid-19 hervorzugehen“ – das hatten die Initiatoren als Richtlinie vorgegeben. 42968 Menschen sind dem Aufruf gefolgt und haben sich an dem digitalen Wettbewerb beteiligt.

Student will helfen und nicht abseits stehen

Ziel des Hackathon war es laut Schirmherr Professor Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts, „gemeinsam und kreativ herauszufinden, wie Digitalisierung uns bei der Bewältigung der Krise helfen kann“. Das sagte er in einem Video-Statement, das die Initiatoren auf ihrer Homepage veröffentlichten.

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Helfen, das wollten auch Dang und seine Gruppe. Zusammen mit sechs anderen Helfern, darunter Designer, Programmierer, Datenwissenschaftler und Experten im Bereich der Künstlichen Intelligenz, entwickelte er in nur 48 Stunden eine Website, die dabei helfen soll, Fakenews schneller zu erkennen. Seine Gruppe kannte sich bereits von Konferenzen und wollte ihr gemeinsames Netzwerk nun für einen guten Zweck nutzen. „Wir hatten alle Lust mitzumachen, wollten eine gute Zeit haben und unsere Fähigkeiten einsetzen“, erklärt der Masterstudent am Telefon.

Ältere Menschen fallen immer wieder auf Fakenews herein

Aufgrund der Ausgangsbeschränkung mussten auch die Teilnehmer des Hackathons auf persönlichen Kontakt verzichten. Um trotzdem miteinander kommunizieren zu können, nutzten sie verschiedene Anwendungen wie WhatsApp, Skype, das Kommunikationstool Slack und Google Drive. Ihren selbst programmierten Code teilten sie auf der Online-Plattform GitHub.

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Dang studiert an der Hochschule der Medien Wirtschaftsinformatik und hat sich auf Data Science und Künstliche Intelligenz spezialisiert. „Die Ärzte und Krankenschwestern geben sich gerade so viel Mühe“, sagt er, „da will man als ITler auch nicht nur dumm rumsitzen.“ Während der Coronakrise hätten er und seine Mitstreiter gemerkt, dass vor allem ihre Eltern immer wieder Fakenews aufgesessen waren.

Der vermutlich größte Hackathon der Welt

„Vielen älteren Leuten fällt es schwer zu erkennen, was wahr und was falsch ist“, erklärt der 24-jährige Student. Ihre Website Coronafaktencheck.de, die noch nicht online ist, soll da helfen. So können die Internetuser die URL des zu überprüfenden Inhalts in ihrer WebApp eingeben. Anschließend gleicht die Künstliche Intelligenz die Nachrichten mit den aktuell zur Verfügung stehenden Fachinformationen ab und teilt dem User direkt mit, welche Teile falsch sind und welche nicht.

„Es war der Hammer, wie viele Leute mitgemacht haben“, sagt Dang. Um 18 Uhr, als alle Ergebnis-Präsentationen auf Youtube hochgeladen wurden, habe man sogar die Europa-Server der Videoplattform in die Knie gezwungen. Auch Schirmherr Braun zeigte sich in seiner Ansprache begeistert. Laut dem Video-Statement des Chefs des Kanzleramts, das nach dem Hackathon veröffentlicht wurde, gehe man davon aus, dass #WirvsVirus der größte Hackathon der Welt gewesen sei.

Die Ideen, die eingereicht wurden, könnten dabei unterschiedlicher nicht sein. So entwickelte ein Team Baupläne für den 3D-Druck von bestimmten Teilen von Beatmungsgeräten, ein weiteres stellte eine Tracking-App vor, mit deren Hilfe man die Infektionsketten verfolgen kann. Die Projekte werden nun von einer Jury und vom Publikum bewertet. Für Dang ist allerdings klar: „Am Dienstag soll unsere Website live gehen, und auch danach werden wir unser Projekt weiterverfolgen. Denn auch Corona wird es noch genügend Fakenews auf dieser Welt geben“.

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