Coronavirus in Stuttgart Dauerkarten am Schalter? Wilhelma prüft Kassenöffnung

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Bis auf weiteres gibt es Einzelkarten für den Zoo nur im Internet. Allerdings arbeitet man hinter den Kulissen an neuen Möglichkeiten.

Für Spontanbesucher enttäuschend: Es gibt noch  keine Karten an den Kassen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Für Spontanbesucher enttäuschend: Es gibt noch keine Karten an den Kassen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Stuttgart - Wer die Wilhelma besuchen möchte, muss im Internet eine Eintrittskarte, eine Zeitzone und gegebenenfalls einen Parkplatz im Parkhaus buchen. Allerdings prüft die Verwaltung des zoologisch-botanischen Gartens, ob unter dem Gesichtspunkt des Virenschutzes nach den Sommerferien zumindest eine der Kassen geöffnet werden kann. „Es kommt darauf an, ob das organisatorisch umsetzbar sein wird und epidemiologisch vertretbar wäre“, teilt Pressesprecher Harald Knitter mit.

Zu bedenken sei der enge Kassen- und Einlassbereich der Wilhelma sowie der schmale Weg vom Parkhaus zum Eingang. „Wir dürfen durch die Öffnung von Kassen keine Menschenmengen und Warteschlangen hervorrufen, insofern wird die Entscheidung von der Entwicklung der Pandemie bestimmt sein“, so Knitter. Selbst wenn eine Kasse wieder besetzt sein wird – an einen Einzelverkauf von Karten ist dort nicht gedacht, sondern nur an den Verkauf von Jahreskarten. Diese gibt es zumindest physisch noch nicht. Wer eine Dauerkarte möchte, kann online einen Gutschein dafür erwerben. Mit dem werde der Besucher so lange eingelassen, bis die Dauerkarte rückwirkend ausgestellt worden sei, heißt es vonseiten der Wilhelma.

Zurzeit gibt’s Gutscheine statt Dauerkarten

Telefonische Reservierungen, wie sie für Kulturveranstaltungen üblich sind, hält die Zooverwaltung für nicht praktikabel. Die Buchung müssten Mitarbeiter der Wilhelma trotzdem über das Online-System vornehmen und dem Gast auf dem Postweg eine Bestätigung zusenden für den Einlass. „Damit ließe sich bei hohem zusätzlichen Personalaufwand nur ein minimaler Bruchteil der Tausenden von Buchungen pro Tag ermöglichen.“ Nachdem die Wilhelma am 17. März schließen musste, gingen ihr während der besucherstärksten Tage rund um Ostern und während der achtwöchigen Schließzeit drei Millionen Euro an Einnahmen verloren. Seither hat täglich nur eine limitierte Zahl von Gästen Zutritt, die Einbußen mehren sich deshalb weiterhin – auch durch Umsatzrückgänge in den Shops und durch Pachtausfälle. „Ob und in welcher Höhe Verluste und Mehrausgaben – unter anderem zur Sicherung der Hygienevorschriften – durch eine Erhöhung des Zuschusses aus dem Landeshaushalt auszugleichen sind, ist in Abhängigkeit vom weiteren Verlauf der Pandemie zu prüfen und von den entsprechenden politischen Gremien zu beschließen“, heißt es auf Anfrage aus dem Finanzministerium des Landes.




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